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Der Arbeitskreis „Pro Windenergie im Ebersberger Forst“ kritisiert, dass die öffentlichen Debatte um mögliche Windräder zu wenig konstruktiv ist.

Arbeitskreis „Pro Windenergie im Ebersberger Forst“ kritisiert Flugblattaktion und Online-Petition

„Horrorszenario entspricht nicht der Realität“

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„Wenn das alles stimmen würde, würde ich die Petition auch unterschreiben“, betont Kreisklimamanager Hans Gröbmayr. Das sei aber nicht der Fall.

Landkreis – Gröbmayr und seine Mitstreiter wollen aus ihrer Sicht mit Fakten in der Debatte um die Windräder im Forst der aktuellen Initiative der Gegner entgegentreten.

Am Donnerstag stellte der „Arbeitskreis Pro Windenergie im Ebersberger Forst“ seine Positionen vor. In der laufenden Debatte gab es auch eine ganze Reihe von Leserbriefen. Mit den Autoren will der AK „konstruktiv Kontakt aufnehmen“.

Auslöser war Flugblattaktion

Auslöser für die Gründung der Gruppe war eine groß angelegte Flugblattaktion der Kritiker, die mit einer Online-Petition verbunden ist. Die Befürworter der Windräder sind eine Gruppe mit bekannten Persönlichkeiten: Olaf Rautenberg, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, Dieter Mayerl, Mitglied des Naturschutzbeirates und des Regionalbeirates im Landkreis Ebersberg, Jochen Carl, ehemaliger BN-Kreisvorsitzender und Mitglied im Naturschutzbeirat, Hans Vollhardt, ehemaliger Landrat und Vorsitzender des Fördervereins für das Waldmuseum, sowie Kreisklimaschutzmanager Hans Gröbmayr. Sie betonen, es sei ein hohes Gut des Rechtsstaates, dass jeder zu jedem Thema Stellung beziehen könne. Dieses hohe Gut werde aber untergraben, wenn Tatsachen unklar, verzerrt oder unwahr dargestellt würden. Dies gelte auch, wenn komplexe Sachverhalte so vereinfacht dargestellt würden, dass sie nicht mehr mit den Fakten übereinstimmten. „Auf der Basis unvollständiger und verfälschter Informationen werden Ängste geschürt. Dem wollen wir entgegentreten“, heißt es in einem Papier. So werde in der Postwurfsendung „Nieder mit dem Ebersberger Forst“ suggeriert, dass mit der Entscheidung für Windräder im Forst große oder wesentliche Teile des Forstes ganz und für immer verwinden sollten. „Das ist unwahr“, so der AK. Niemandem sei derzeit bekannt, ob es überhaupt Flächen geben werde, die für die Bebauung mit fünf Windrädern geeignet sein. Dazu laufe derzeit ein Gutachten. Es gebe auch niemanden, der von 33 Windrädern im Forst gesprochen hätte, so Gröbmayr.

Vollhardt vermutet ganz andere Motivation

Carl sprach bei den Argumenten der Gegner von einem Endzeit- und Horrorszenario für den Forst, „das nicht der Realität entspricht“. Vollhardt vermutet auch noch eine ganz andere Motivation dahinter, dass das Flugblatt gerade jetzt veröffentlich worden sei. Darin sei nämlich die Kritik an den Windrädern mit der Kritik an der Ortsumfahrung von Schwaberwegen verbunden worden, die auch den Forst betrifft. Die beiden Dinge hätten aber nichts miteinander zu tun, betont Gröbmayr. Es gehe auch um völlig unterschiedliche Genehmigungsbehörden. Auf mehreren Seiten listet der AK Punkte der Windradgegner auf und stellt dem eigene Positionen gegenüber. Die Gegner behaupteten, so der AK, der Forst sei als größtes zusammenhängendes und unzerschnittenes Waldgebiet außerhalb der Alpen einzigartig in Bayern. Der Arbeitskreis hält dem entgegen, der Forst werde schon jetzt durch die Staatsstraßen zerschnitten sowie durch weitere Straßen mit wassergebundenen Decken und durch Geräumte. Das entspreche 175 Hektar. Für die fünf Windräder würden 3,15 Hektar Grund von insgesamt 9000 Hektar Forstfläche benötigt.

Mit diesem Artikel hatte die Ebersberger Zeitung eine breite, öffentliche Diskussion ausgelöst.

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