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Trotz Corona: Kunstverein Ebersberg zeigt Ausstellungen wie eh und je

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Alte Brennerei Ebersberg
In der Alten Brennerei sind auch für 2022 zahlreiche Ausstellungen geplant. © Rossmann

Ob Corona oder nicht: Der Kunstverein Ebersberg präsentiert ein ganz normales Jahresprogramm für 2022. Einziger Wermutstropfen: Es dürfen nicht mehr so viele Besucher gleichzeitig in die Ausstellungen.

Ebersberg – Die Umstände sind schwierig. „Es ist zäh derzeit,“ sagt Kunstvereinschef Andreas Mitterer mit Blick auf Corona. Die Folge der Pandemie für den Ebersberger Kunstverein: weniger Publikum. „Wir machen die gleiche Arbeit, nur für weniger Besucher,“ erklärt Mitterer und hebt hervor, wie wichtig Kunst aus seiner Sicht gerade in den Zeiten der Krise sei. Auf Online-Formate auszuweichen, wie es einige Museen tun, hält er allerdings für wenig zielführend. „Das macht keinen Sinn. Das wäre wie der Ottokatalog. Das hat mit Kunst nichts zu tun.“

Und so kommt es, dass man beim Kunstverein Ebersberg weiterarbeitet wie bisher und ein Programm für 2022 zusammenstellt hat, das ganz konventionell auf klassische Ausstellungsformate setzt. Mitterer: „Natürlich wäre es spannend gewesen, sich mit digitalen Formen der Kunst zu beschäftigen, gerade jetzt, aber diese Entscheidung hat der Beirat bei seiner Auswahl nicht getroffen.“

Geplant sind sechs Einzelausstellungen, eine thematische Jahresausstellung sowie das obligate Skulpturenprojekt im Öffentlichen Raum, das die Stadt jährlich mit 5000 Euro unterstützt. Dafür – und das erweitert dann doch den üblichen Rahmen – wurden zwei aus England stammende Künstler gewonnen, Derek Tyman und Andy Webster (die beiden waren mit ihrem arkadischen Radio bereits beim letzten Arkadien-Festival des Kunstvereins vertreten), die die legendäre Fassade der Maverick Concert Hall aus Woodstock, New York maßstabsgetreu an der Fassade der Alten Brennerei anbringen wollen. Die Maverick Concert Hall wurde 1916 als Teil der als Maverick Colony bekannten Künstlergemeinschaft errichtet. Im Jahr 1952 führte John Cage dort sein legendäres Werk 4.33 zum ersten Mal auf. 2022 jährt sich diese Uraufführung zum siebzigsten Mal. Grund genug, während dieser temporären Installation ein kleines Performance-Festival zu organisieren. Das Projekt soll von Anfang Juli bis Anfang September stattfinden, das Festival wird Ende August integriert.

Zum Auftakt die Jurierte Jahresausstellung

Doch zunächst steht die jurierte Jahresausstellung mit der Themenvorgabe „Der Stand der Dinge“ auf dem Programm (25. Februar bis 20. März). Dafür endet am 15. Januar die bundesweite Ausschreibung, am 22. Januar tagt die Jury (Gabi Blum, Gregor Passens, Gisela Heide, Georg Küttinger und Andreas Mitterer). „Die Frage ist momentan, wie wir unter Corona-Bedingungen die Jury-Zusammenkunft organisieren“, überlegt Mitterer. „Mit Dreifachimpfung und Tests wird das aber wohl gehen.“ Knapp 100 Bewerbungen liegen bereits vor. Am 1. April folgt die erste Einzelausstellung in diesem Jahr, „Vermessene Zählung“ der Berliner Künstlerin Anja Sonnenburg (bis 24. April). Vom 7. bis 29. Mai zeigen Cordula Güdemann (Stuttgart), Pit Kinzer (Allgäu) und Ingo Lie (Hannover) mit dem Titel „Gesichte – Portraits & Visionen“ Malerei in der Alten Brennerei. Diese wie auch die am 10. Juni beginnende Ausstellung „knapp sichtbar“ mit Malerei und nachgebildeten Formen aus den Bildern von der in Saarbrücken lebenden Sabrina Sperl (bis 3. Juli) sind Schaus, die bereits im vergangenen Jahr hätten gezeigt werden sollten, doch wegen der Pandemie nicht stattfinden konnten und so um ein Jahr verschoben wurden, in der Hoffnung, dass die Situation bis dahin wieder entspannter ist.

Ab 15. Juli (bis 7. August) zeigen Melanie Siegel (München) und Christina Kirchinger (Regensburg) unter dem Titel „Offene Räume“ Radierungen und Aquatinta, gefolgt von einer Ausstellung mit Malerei und Papierarbeiten der Münchner Künstlerin Ruth Effer.

Vom 14. Oktober bis 6. November wird Annette Voigt (Erlangen) in ihrer Ausstellung „Dazwischen“ Objekte und Installationen im Raum präsentieren.

Mitglieder zeigen im November ihre Werke

Und am 25. November steht die jährliche Mitgliederausstellung auf dem Plan, die wie bereits im vergangenen Jahr wieder ein Motto erhalten soll. Welches das sein wird, ist derzeit noch offen. „Wir beraten in der nächsten Beiratssitzung darüber,“ verrät Mitterer. Die nächste Sitzung übrigens findet online statt. Auch daran müssen sich die Kunstvereinsaktiven erst gewöhnen, auch wenn sie schon etwas Übung aus dem vergangenen Jahr darin haben. „Sie persönlich treffen zu können ist einfach etwas ganz anderes, viel besser und auch menschlicher,“ so Mitterer.

Persönlich begegnen mit Maske, Test und Impfung oder Genesenen-Status – kann man sich übrigens schon im Januar in den Räumen des Kunstvereins. Ende Januar wird dort der diesjährige Jugendkulturpreis präsentiert und am 15. und 16. Januar zeigt ein P-Seminar des Grafinger Max-Mannheimer-Gymnasiums aktuelle Blätter aus der Druckwerkstatt (beide im Studio an der Rampe). Ansonsten hofft man auf bessere Zeiten und hält derweil durch.  

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pke

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