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Humorvoll mit einem Gedicht von Wilhelm Busch über Freud und Leid des Ehrenamtes und einem Geschenk ehrte Silvia Schmid ihren Vater für dessen 20-jährige Verantwortung als Obermeister der Bauinnung Wasserburg-Ebersberg. 

Mittelstand in Sorge

Bauinnung kämpft um Nachwuchs

Landkreis – Mehr in den Fokus der Landes- und Bundespolitik rücken sollten künftig die Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Das fordert die Bauinnung.

Ziel müsse sein, diese zu verbessern und entsprechend günstig zu gestalten. Das wünschte sich der Obermeister und 1. Vorstand der Bauinnung Wasserburg-Ebersberg, Martin Schmid, anlässlich der diesjährigen Innungs-Herbstversammlung in Wasserburg.

Trotz positiver Umsatzmeldungen des Hoch- und Tiefbaus, die aber im Bereich des Bauhauptgewerbes nur von etwa der Hälfte der Betriebe voll bestätigt werden könnten, stellte Schmid einige Hindernisse heraus, die den Erfolg eines Fachbetriebes durchaus dauerhaft behindern könnten. Beiträge zu aktuellen Themen der Bauwirtschaft von Thomas Schmid und ein kurzweiliger Vortrag zum ‚guten Ton am Telefon‘ von Roland Albert machten die Veranstaltung zu einer runden Sache.

Trotz guter Konjunktur, so Schmid, schmälere die geringe Steigerung der Preise für Bauleistungen um nur zwei Prozent eine Verbesserung der Ertragslage. Einen bedauerlichen Investitionsstau stellte der Obermeister zudem fest, ebenso eine ernüchternde steuerliche Förderung des Mietwohnungsbaus.

Vor allem bei der Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie ins deutsche Recht sei der Gesetzgeber über das Ziel hinausgeschossen. Der erschwerte Zugang zu Krediten bei geringerem Einkommen hindere viele weniger Betuchte, Renovierungsarbeiten durchzuführen. Schmid erinnerte an Forderungen von Handwerkskammer, Bankenverbänden und IHKs betreffend Wiedereinführung dinglicher Sicherungen von Darlehen und Krediten sowie Übergangsregelungen bei Anschlussfinanzierungen.

Erschreckend sei auch, dass seit der Änderung der Handwerksordnung die Zahl der Auszubildenden um 30 Prozent gesunken sei. Ein aktuelles Ärgernis hob der Obermeister besonders ausführlich hervor. Die seit 30. September geltende Regelung zur Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffen habe zu einem Entsorgungsnotstand geführt, da die bayerischen Müllverbrennungsanlagen nun die Annahme von Polystyrol-haltigen Dämmmaterialien weitgehend verweigerten. Mit abschließenden Tipps und Tricks beim Telefonieren sorgte der Marketing-Experte Roland Albert für neue Erkenntnisse bei der täglichen Büroarbeit. Anschaulich zeigte er Folgen negativer Kommunikation auf und animierte die Anwesenden zur Selbstreflexion im kommunikativen Alltag vor allem beim Umgang mit dem Telefon. Praktische Beispiele mit Reklamationen und Beschwerden und deren Auswirkungen ließen die Anwesenden erkennen, dass geschäftlicher Erfolg eben auch mit kluger Gesprächsführung erreicht werden könne. Schließlich wurde an diesem Abend Martin Schmid auch noch für 20-jährige Tätigkeit als Obermeister der Bauinnung besonders geehrt.

kr

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