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Vier Reihenhäuser und zwei Doppelhaushälften will ein Bauträger auf einem gut 1600 Quadratmeter großen Grundstück im Ebersberger Richardisweg errichten. Dagegen regt sich Widerstand.

Vorhaben im  Richardisweg

Bauträger verärgert Stadt Ebersberg und Anwohner

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Ebersberg  - Ein schönes Versprechen: „Ihr Traum vom Eigenheim wird wahr in Ebersberg.“ Diese Anzeige auf einem Online-Immobilienportal sorgt derzeit aber keineswegs für leuchtende Augen bei potenziellen Hauskäufern, sondern für Ärger bei den Anwohnern und im Ebersberger Rathaus.

Der Grund für die Verärgerung: Weder die einen noch das andere hat der Bauträger, ein baden-württembergisches Wohnbauunternehmen, zuvor über das Vorhaben informiert. Dabei ist der Umfang beachtlich: vier Reihenhäuser und zwei Doppelhaushälften sollen auf einem gut 1600 Quadratmeter großen Grundstück im Ebersberger Richardisweg entstehen. Derzeit steht dort nur ein Gebäude, der Verkauf des Grundstücks, das auf der anderen Seite an die Eberhardstraße grenzt, ist geplant. 

Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) macht aus seinem Ärger keinen Hehl. Als „außerordentlich unseriös“ bezeichnet der Rathauschef das Vorgehen des Bauunternehmers, „im Internet die Stadt und die Nachbarn vor vollendete Tatsachen zu stellen“. Brilmayer hat erst am Mittwoch einen Antrag auf Vorbescheid auf den Tisch bekommen, die Anzeige steht schon geraume Zeit im Netz. „Bei möglichen Käufern könnte das falsche Hoffnungen wecken“, sagt Brilmayer. Schließlich habe die Stadt bisher keine Möglichkeit gehabt, das Vorhaben zu prüfen.

Für den Bauträger könnte sich diese Vorgehensweise zum Bumerang entwickeln, denn das Rathaus hat mehr als ein Problem mit dem Antrag. Es rege sich bereits der Widerstand der Nachbarn, so Brilmayer. Der Richardisweg ist schließlich nicht viel mehr als eine kleine Gasse in Hanglage. Die Anwohner haben Bedenken wegen des zusätzlichen Verkehrsaufkommens durch sechs neue Parteien.

Diese Bedenken teilt auch der Rathauschef. „Die Erschließung wird sicherlich das Hauptproblem“, sagt er. „So wie es jetzt aussieht, gibt es da sicherlich Schwierigkeiten.“ Brilmayer bringt als mögliche Lösung eine Tiefgarage mit Ausfahrt zur Eberhardstraße ins Spiel. „Wir müssen uns das aber erst in Ruhe anschauen“, fügt er an, denn der Bürgermeister weiß: Die Eberhardstraße ist eine Staatsstraße, an der Stelle abschüssig und schlecht einsehbar. Ob dort eine Tiefgaragenausfahrt genehmigungsfähig ist, steht in den Sternen.

Das Rathaus will nun gründlich prüfen. Im Dezember kommt der Antrag in den technischen Ausschuss. Für den Bauträger könnte dies der Beginn einer langen Behörden-Odyssee sein, denn: Für den Bereich um das fragliche Grundstück gibt es keinen Bebauungsplan.

Dies gibt der Stadt nach Auskunft des Bauamtes im Landratsamt die Möglichkeit, das Vorhaben mittels einer Veränderungssperre für zwei Jahre und mehr auf Eis zu legen, bis ein solcher Bebauungsplan erstellt ist. Dieses Vorgehen sei keine städteplanerische Seltenheit.

Die Baufirma sieht sich dagegen planerisch voll im Soll. Auf Anfrage der Ebersberger Zeitung erklärt das Unternehmen, die Werbung sei nur als unverbindliche Vorabinformation für Interessenten gedacht. Dies sei branchenübliches Vorgehen. Im Übrigen habe man sich „mit der Gemeinde Ebersberg in Bezug auf die Baurechtsschaffung vorabgestimmt.“ Weitere Fragen zur konkreten Umsetzung des Projekts und der Erschließung des Grundstücks lässt die Baufirma unbeantwortet.

Im Netz wirbt das Unternehmen damit, dass die Häuser noch im Jahr 2017 bezugsfertig würden. Angesichts des Ärgers, der sich in Ebersberg gerade zusammenbraut, ist das wohl ziemlich optimistisch.

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