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Die Krippenplätze wurden in den vergangenen Jahren masssiv ausgebaut. Jetzt fehlen Hortplätze. 

Ist ein Bauwagen die Lösung?

Akuter Mangel an Hortplätzen in Ebersberg

Ebersberg - Es ist ein bisschen so, wie wenn man sehenden Auges gegen eine Wand fahren müsste. Seit Jahren kommt ein drastischer Mangel an Nachmittagsbetreuungsplätzen für Ebersberger Schulkinder immer näher. Die Stadt weiß um die längst zu knappen Hortplätze und findet dennoch keinen Ausweg.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer könnte sich nun im Waldhort auftun. Die Rechnung ist einfach: Welches Kind gestern bis nachmittags in die Krippe ging, wird morgen als Schulkind vermutlich ebenfalls nachmittags betreut werden müssen. Doch während in den vergangenen Jahren die Krippenplätze im Stadtgebiet Ebersberg massiv ausgebaut wurden, hat sich bei den Hortplätzen nicht viel getan. Die stetig steigende Nachfrage nach Nachmittagsplätzen versucht die städtische Mittagsbetreuung in der Grundschule nach Möglichkeit abzudecken. 140 Kinder werden hier mittlerweile nach dem Schulgong mit Mittagessen, Hausaufgabenaufsicht und Freizeitprogramm versorgt, Tendenz stark steigend. Im Januar schon werden es laut städtischem Familienamt bereits 150 Schüler sein.

„Da kommt immer mehr auf uns zu“, hat dessen Chefin Annemarie Pfleger in ihrem Jahresabschlussbericht in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses betont. Bisher konnten laut Pfleger gerade noch so alle Kinder aufgefangen werden. Doch auch hier sind die Grenzen – mindestens räumlich – gesteckt: „Die Kinder essen in vier verschiedenen Räumen“, berichtet Peter Hölzer von der Schülerbetreuung. Schön sei das nicht. Dringend erwartet werden deshalb zusätzliche Räume für die Schülerbetreuung in der Floßmannstraße, die zusammen mit der neuen Turnhalle entstehen sollen (wir berichteten). Eine weitere Option wäre laut Pfleger die Einbindung des ehemaligen Lehrerwohnhauses neben der Schule, das derzeit von Asylbewerbern bewohnt wird.

Für zumindest ein klein wenig Entspannung könnte der 2012 eröffnete Freie Waldhort Ebersberg sorgen. Derzeit werden in der Einrichtung 35 Kinder betreut. Nach einem Mittagessen und erledigten Hausaufgaben in den Basisräumen im Gewerbegebiet Nordwest ziehen die Kinder mit ihren Betreuern in den Ebersberger Forst, wo sie die Nachmittagsstunden verbringen. Karen Brummer, Leiterin der Einrichtung, hat der Stadtverwaltung nun den Vorschlag unterbreitet, sozusagen als zweite Basisstation einen Bauwagen im Wald aufzustellen, ähnlich wie es Waldkindergarten und Waldspielgruppe bereits gemacht haben. Dann könnte der Waldhort eine weitere Gruppe eröffnen, meint Brummer. Ob ihre Idee umsetzbar ist und im Forst ein geeigneter Platz gefunden werden kann, müssen Stadtverwaltung und Freier Waldhort nun gemeinsam klären.

Uta Künkler

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