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Weinende Kunden, ausfallende Züge und einen Hintern voller Schulden: Hallo Bahn, wir haben es satt!

  • Christoph Hollender
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Die Zustände der Bahn bringen eine Frau zum Weinen. Geht‘s noch?, fragt Merkur-Reporter Christoph Hollender. Es fließen Milliarden an Steuergeld in das Unternehmen, außer Werbung passiert wenig. Ein Kommentar.

Die Bahn entpuppt sich als eine Art Griechenlandkrise in Deutschland. Mit einem großen Unterschied: Ich finde die Griechen sympathisch. Doch vieles ist bei der Deutschen Bahn ähnlich wie bei der griechischen Staatsschuldenkrise. Das Unternehmen ist wirtschaftlich angeschlagen. Die Bahn bekam in den letzten Jahren Milliarden (!) Euro aus dem Bundeshaushalt. Das ist vielen gar nicht klar. 

2016 musste der Bund über 2,4 Milliarden Euro entscheiden, um der Bahn den Hintern zu retten. Der Schuldenberg betrug bis dato fast 20 Milliarden Euro. Rating-Agenturen zweifelten sogar an der Kreditwürdigkeit des Unternehmens – so wie im Fall der Griechen.

Aber schön 60 Euro verlangen, wer kein „Fahrradticket“ hat

Doch das Geld kommt – so wie in Griechenland – nicht da an, wo es sollte. Bei den Kunden. Die müssen dagegen in Grafing-Bahnhof frieren, weil die Bahn es nicht schafft, einen kleinen Kiosk wieder zu eröffnen. Die müssen am Bahnsteig weinen, weil die S-Bahn außerplanmäßig endet und es keine Informationen gibt, wann es wie weitergeht. Und die müssen 60 Euro bezahlen, wenn sie keine gültige Fahrkarte für ihr Fahrrad haben. Bitte?!

Da „lalaläuft“ gar nichts!

Dafür macht das Unternehmen Werbung mit Nico Rosberg und Rock Legende Iggy Pop für ihren überteuerten ICE unter dem Motto: #lalaläuft. Vielleicht von unserem Steuergeld. Kein Wunder, dass die Bahn 2015 einen Verlust von über einer Milliarde Euro gemacht hat. Hey, Bahn! Ich verrate euch etwas: Die Schulden werden noch mehr, weil es die Menschen satt haben. Da „lalaläuft“ gar nichts. Bitter nur, dass wir für eure Schulden aufkommen.

Die Bahn zeigt sich gerne so: 

Video

Hier der Bericht zum Fall: Die Bahn bringt eine Kundin zum Weinen

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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