„Lange nicht so schlimm, wie viele meinen“

Corona-Impfstoff von AstraZeneca in der Kritik - Impfzentrum-Chef: „15 Prozent verweigern die Spritze“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Der Coronavirus-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca steht öffentlich in der Kritik. Das bekommt auch das Impfzentrum in Ebersberg zu spüren, beobachtet dessen Leiter, Liam Klages. Ein Kurz-Interview.

Herr Klages, wie wird der Astrazeneca-Impfstoff in Ebersberg angenommen?

Klages: Es gibt schon viele Fragen, meine Mitarbeiter müssen mehr Überzeugungsarbeit leisten. Wir haben ein eigenes Arztzimmer für den Astrazeneca-Impfstoff eingerichtet, um zu verhindern, dass etwas vertauscht wird oder durcheinanderkommt. 15 Prozent der Leute verweigern die Spritze und gehen wieder nach Hause. Dann vergeben wir den Impfstoff über unsere Nachrücker-Liste. Viele sind auch einfach froh, dass sie ihn bekommen.

Kritik an AstraZeneca-Impfstoff: „15 Prozent der Leute verweigern die Spritze und gehen wieder nach Hause“

Wie schlimm sind die Nebenwirkungen?

Klages: Wir rufen so viele Geimpfte wie möglich nach ein paar Tagen an, um Rückmeldung zu bekommen. Von 120 Leuten haben uns drei Viertel von Nebenwirkungen in den ersten 24 Stunden berichtet – Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Fieber. Nach spätestens 48 Stunden ging es allen wieder gut. Aber so ist das bei einer Impfung. Die negative Berichterstattung macht viel kaputt, weil es lange nicht so schlimm ist, wie viele meinen. Außerdem: 70 Prozent Wirkung sind viel besser als null.

Nebenwirkungen von Corona-Impfstoff AstraZeneca - „Lange nicht so schlimm, wie viele meinen“

Der Biontech-Impfstoff wird besser vertragen.

Klages: Ja. Aber auch der hat vorübergehende Nebenwirkungen, nach unseren Daten ganz ähnliche wie der von Astrazeneca. Nur sind weniger Menschen betroffen. Ich hatte selber nach der zweiten Biontech-Spritze zwei Tage Fieber. Dann war es überstanden. Unsere Ärzte hier haben den Eindruck, dass gerade Jüngere mehr Nebenwirkungen spüren, weil ihr Immunsystem stärker auf den Impfstoff anspricht. Das ist eigentlich kein schlechtes Zeichen.

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Rubriklistenbild: © Stefan Rossmann

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