Zwei Stunden lang ununterbrochen gefragt: Liam Klages (20), Leiter des Impfzentrums Ebersberg, am EZ-Lesertelefon.
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Liam Klages (20), Leiter des Impfzentrums Ebersberg.

Impfzentrums-Chef im Interview

Nach Wirbel um Astrazeneca: Storno-Nacht im Impfzentrum - „Zwei Stunden lang Termine storniert“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Wieder ein Schwenk beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca, wieder Verunsicherung bei den Patienten. Liam Klages, Impfzentrums-Chef in Ebersberg, erklärt im Kurzinterview, wie sein Haus auf die geänderte Empfehlung der Ständigen Impfkommission reagiert – und welchen Aufwand sie verursacht.

Herr Klages, wie gehen Sie mit der neuen Situation bei Astrazeneca um?

Corona-Impfung mit Astrazeneca: „In der Nacht zum Mittwoch habe ich zwei Stunden lang Termine storniert“

In der Nacht zum Mittwoch habe ich zwei Stunden lang Termine storniert. Ungefähr ein Drittel der Menschen auf der Warteliste für Astrazeneca sind unter 60, die müssen manuell aus der Liste herausgesucht werden. Sie landen wieder auf der Warteliste für einen Termin – übrigens potenziell momentan leider auch wieder für Astrazeneca. Die Software BayIMCO ist noch nicht zu den neuen Vorgaben aktualisiert.

Was sagen Sie denen unter 60, die schon die erste Dosis Astrazeneca bekommen haben? Zweite Spritze ja oder nein?

Wir bieten ihnen die Impfung an, es steht ihnen aber frei. Ich rate dazu, diese Entscheidung mit unseren Impfärzten individuell abzustimmen. Pauschal lässt sich das nicht sagen.

Sind die Menschen dem Impfstoff gegenüber nun noch skeptischer?

Wir beobachten weiter, dass rund zehn bis 15 Prozent der Leute nicht mit Astrazeneca geimpft werden möchten. Das hat sich nicht geändert.

Corona-Impfung: „Rund zehn bis 15 Prozent der Leute möchten nicht mit Astrazeneca geimpft werden“

Wie verfahren Sie denn nun mit der Verteilung des Impfstoffs?

Eine Möglichkeit wäre, die vorgesehenen Impfungen für Lehrkräfte mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna zu absolvieren. Und den Impfstoff von Astrazeneca an die älteren Patienten zu verimpfen. Wir halten uns da aber strikt an die Vorgaben der zuständigen Behörden. Die stehen momentan noch aus.  

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(Von Josef Ametsbichler)

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