Grablichter vor der Ebersberger Landratsamt: Mit einem stummen Protest machten Friseure am Montagabend auf ihre schwierige Lage aufmerksam. Foto: Stefan Rossmann
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Grablichter vor der Ebersberger Landratsamt: Mit einem stummen Protest machten Friseure auf ihre schwierige Lage aufmerksam.

Demo vor dem Ebersberger Landratsamt

„Unmoralische Angebote“: Friseur-Schließungen fördern Schwarzarbeit - stiller Protest gegen Corona-Lockdown

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Der Corona-Lockdown in Bayern trifft auch Friseurläden hart. Seit Dezember sind sie geschlossen. In Ebersberg wurde nun protestiert.

Ebersberg – Mit einem stillen Protest vor dem Landratsamt Ebersberg haben rund 50 Friseurinnen und Friseure auf ihre prekäre Situation im Corona-Lockdown aufmerksam gemacht. Die Friseurinnen und Friseure setzten sich am Montagabend, 18. Januar, vor die Kreisbehörde mit ausgeklappten Meterstäben, stellten symbolisch Grablichter auf und hielten teilweise Schere und Kamm in den Händen.

Anti-Lockdown Demo in Ebersberg: Friseure wollen Sprachlosigkeit zum Ausdruck bringen

Die Friseure wollten ihre Sprachlosigkeit und die ihrer Kunden über die Schließung der Läden zum Ausdruck bringen sowie die daraus entstandene „fatale finanzielle Situation“, so die Initiatoren der Demonstration, Ludwig Bitto und Uschi Etze. Die Friseure gehörten auch zum Handwerk und hätten im Gegensatz zu Kollegen anderer Branchen schließen müssen. Dieser Zustand sei für die Betriebe, die meist familiengeführt seien, existenzbedrohend.

Protest der Friseure in Ebersberg: Lockdown sollte beendet werden

„Lasst uns wieder öffnen“, lautete die Forderung des Friseurhandwerks. Hygienebestimmungen seien vor dem Lockdown penibel eingehalten worden. Das könne man wieder tun, hieß es. Kreishandwerksmeister Johann Schwaiger war gekommen, um seine Solidarität mit den 36 Betrieben der Friseur-Innung zu zeigen.  

Grundsätzlich sollte tatsächlich über die Situation der Friseur:innen neu entschieden werden. In einem Schreiben des Landesinnungsverbands an die Staatsregierung vom Montag heißt es: „Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg „unmoralischer“ Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen“. Im Klartext bedeutet das, dass der Lockdown zu mehr Schwarzarbeit bei den Friseuren führt - und somit mehr Schaden als Nutzen bringt.

Corona-Lockdown führt zu Schwarzarbeit bei Friseuren: Appell an die Staatsregierung

Seit Mitte Dezember sind die Friseursalons in Bayern erneut geschlossen. Auch Hausbesuche sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht erlaubt. Nach dem bayerischen Infektionsschutzgesetz sind alle Dienstleitungen untersagt, bei denen körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist.

Der Landesinnungsverband appelliert nun an die Staatsregierung, dass die Friseursalons zum 1. Februar wieder öffnen dürfen. Laut der Berufsgenossenschaft habe es im vergangenen Jahr in den 80.000 Betrieben in Deutschland nur sechs gemeldete
Covid-19-Fälle gegeben. Dies beweise, dass die Hygienekonzepte der Friseurläden gut funktionierten.

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