Überlebenskampf: Ein mit Schläuchen behangener Covid-19-Beatmungspatient auf der Intensivstation der Kreisklinik Ebersberg. (Archivbild)
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Überlebenskampf: Ein mit Schläuchen behangener Covid-19-Beatmungspatient auf der Intensivstation der Kreisklinik Ebersberg. (Archivbild)

Nur vereinzelte Impfdurchbrüche

Corona-Intensivpatienten werden immer jünger: „Welle der Ungeimpften“ im Landkreis - Todesfall gemeldet

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Die Corona-Patienten auf den Intensivstationen werden immer jünger - und sind größtenteils ungeimpft. In Ebersberg bittet das Landratsamt daher um Solidarität.

Update, 14. September:

Einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus meldet das Landratsamt - es ist der erste seit rund zwei Monaten. Damit steigt die Gesamtzahl der Opfer im Landkreis Ebersberg seit Beginn der Pandemie auf 182. Bei dem Verstorbenen handle es sich um einen Mann Mitte 50. Er sei nicht in der Kreisklinik verstorben.

Erstbericht, 10. September:

Ebersberg – Die meisten Landkreisbürger, die sich mit dem Coronavirus infizieren, sind nicht geimpft. So vermeldet das Landratsamt mit den Zahlen vom Donnerstag, dass zwei Drittel der Neuinfizierten in der vergangenen Woche zwischen 15 und 59 Jahre alt sind. Der überwiegende Teil der Infizierten habe jedoch noch keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz gehabt.

Corona-Infektionen in Ebersberg: Landratsamt spricht von „Welle der Ungeimpften“

Laut Landratsamt komme es nur „vereinzelt zu Impfdurchbrüchen“ wegen der Deltavariante. Weiter heißt es, man könne daher bereits von „einer Welle der Ungeimpften“ sprechen.

Die Impfquote im Landkreis Ebersberg beträgt Stand Sonntagfrüh 57,92 Prozent (vollständig Geimpfte). Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 120,1.

Darüber hinaus seien etwa ein Viertel der Neuinfizierten Kinder von null bis 14 Jahren. Und für Jugendliche unter zwölf gibt es derzeit noch keinen zugelassenen Impfstoff.

Daher bittet das Amt alle Bürger, die sich impfen lassen können, das Angebot in Anspruch zu nehmen. Denn damit schützten sie nicht nur sich selbst, sondern auch alle Menschen, die sich derzeit nicht impfen lassen können – wie etwa die Kinder. Die Impfung reduziere neben des eigenen Erkrankungsrisikos auch die Wahrscheinlichkeit, das Virus an Andere zu übertragen.

Kreisklinik meldet Intensivpatienten um die 50

Den Schutz der Impfung bestätigen ebenso die Zahlen der Ebersberger Kreisklinik zum Ende der Woche. Dort wurden sechs an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt. Nur einer davon vollständig geimpft. Zwei der ungeimpften Patienten liegen laut Gesundheitsamt dagegen auf der Intensivstation. Beide seien in den 70er-Jahren geboren, also gehören sie aufgrund ihres Alters um die 50 oder jünger nicht zur Risikogruppe.

Ebersberg ist kein Einzelfall: In ganz Bayern senkt die Impfung das Infektionsrisiko offenkundig stark. So lag laut den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Stand vom Mittwoch die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat bei Ungeimpften bei 175,79. Mehr als elfmal höher als die Inzidenz der Geimpften: Die beträgt 15,33.  

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