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Kampf gegen Corona: So teuer ist das für den Landkreis Ebersberg

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Von: Robert Langer

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Geldscheine
Mehrere Millionen Euro an Kosten dürften die Anti-Corona-Maßnahmen des Landratsamts im Jahr nach sich ziehen. (Symbolbild) © Monika Skolimowska/dpa

Der Kampf gegen das Coronavirus ist auch im Landkreis Ebersberg eine Materialschlacht. Viel Geld kosten die Einrichtungen, die das Landratsamt seit Beginn der Pandemie aus dem Boden gestampft hat.

Landkreis – Corona ist teuer. Sehr teuer. Die öffentlichen Einrichtungen, die wegen der Pandemie geschaffen wurden, kosten jeden Tag viel Geld. Beispiel: Allein 1650 Euro sind für das Corona-Diagnostikzentrum in Ebersberg pro Tag zu berappen. Das sind auf ein Jahr gerechnet rund 600 000 Euro. Dazu kommen noch das Impfzentrum und weitere Kostenstellen im Rahmen der Pandemie.

Was das alles finanziell bedeutet, wie viel davon letztendlich am Landkreis hängen bleiben wird und wie viel übergeordnete staatliche Stellen übernehmen, ist genauso offen wie unübersichtlich. Auch weil über die unterschiedlichsten Finanz-Töpfe abgerechnet wird.

Mieteinnahmen können nicht gegengerechnet werden

Vieles ist verwirrend. Untergebracht sind die Einrichtungen im ehemaligen Sparkassengebäude in der Kreisstadt. Das ist im Eigentum des Landkreises. Dieser müsste dafür eigentlich Mieteinnahmen kassieren. Die können auch aufgelistet werden. Laut Landratsamt für das Diagnostikzentrum 2624 Euro pro Monat, für das Impfzentrum 5085 Euro pro Monat, für die Conctact-Tracing-Teams (CTT), die Infektionsketten nachzuspüren und sich um die betroffenen Personen kümmern, 11 410 Euro pro Monat. Aber: „Kalkulatorische Mieten sind gemäß der Erstattungsrichtlinie nicht erstattungsfähig“, heißt es aus dem Landratsamt. Heißt: Dafür erhält der Landkreis aktuell kein Geld vom Freistaat.

Die Ausgaben des Landkreises für das Gebäude der ehemalige Kreissparkasse inklusive Nebenkosten belaufen sich auf etwa 45 000 Euro pro Monat. Die Gesamtfläche beträgt rund 17 500 Quadratmeter. Zu berücksichtigen ist, dass das Landratsamt Räume in der Immobilie selbst belegt hat, unter anderem für die Untere Naturschutzbehörde. Und der ehemalige Sparkassensaal wird wegen seiner Größe für Sitzungen der Kreisgremien genutzt, da der Sitzungssaal im Landratamt wegen des notwendigen Abstands der Teilnehmer in Corona-Zeiten zu klein ist.

Diagnostikzentrum kostet 600.000 Euro im Jahr

Thema Diagnostikzentrum: Hochgerechnete Kosten pro Jahr: 600 000 Euro. Eingerechnet sind dabei Personalkosten (163 000 Euro pro Jahr), Miete für Container (510 Euro pro Monat) oder die spezielle Entsorgung von anfallendem Müll oder getragener Schutzkleidung (durchschnittlich 1850 Euro pro Monat).

Dazu kommt noch Verbrauchs- und Labormaterial oder Zahlungen für den Security-Service. Die Personalkosten werden der Kostenstelle „Corona“ im Landratsamt zugeordnet. Es handelt sich um Mitarbeiter des Landratsamts, die normalerweise andere Aufgaben haben. Dazu kommen Bundeswehrsoldaten, dieüber den Bund abgerechnet werden.

Landkreis musste viel Geld vorstrecken - bezahlen wird das meiste der Freistaat

Der Landkreis musste zu Beginn des Corona-Katastrophenfalls die anfallenden Kosten vorstrecken. Ein Teil davon sei inzwischen erstattet worden, so die Kreisbehörde. Seit Mitte August 2020 könnten die anfallenden Kosten für das Diagnostikzentrum direkt über den Staatshaushalt gebucht werden. Eine Mittelabfrage erfolgt quartalsweise durch die Regierung von Oberbayern.

Das Impfzentrum könnte Millionen kosten

Nächstes Beispiel: Auch beim Impfzentrum musste der Landkreis Ebersberg zunächst in Vorleistung gehen. Seit dem Start im Dezember 2020 bis Mitte Februar 2021 wird mit Kosten von rund 540 000 Euro gerechnet – für den Betrieb des Impfzentrums, die mobilen Teams und des Callcenter. Macht aufs Jahr gerechnet einen Millionenbetrag. Seit kurzem gibt es laut Landratsamt eine „Erstattungsrichtlinie“. Vorerst wurden für den Kreis 200 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Im Detail: Bis zum Ende des Jahres 2020 sind im Impfzentrum rund 62 000 Euro angefallen. Darunter etwa 8100 Euro für rechtliche Beratung, das Vergabeverfahren und erste Vorbereitungsarbeiten. Ausstattung, Einrichtung, Beschilderung, weitere Maßnahmen zum Umbau der bestehenden Räumlichkeiten und zum Aufbau des Impfzentrums schlugen mit rund 35 500 Euro zu Buche. Darin enthalten sind zum Beispiel die Lieferung von fünf Hygienestationen, Einrichtungsgegenstände, Sanitäranlage, Klebefolien für Glasscheiben. 11 000 Euro kostete der Probebetrieb.

Der restliche Betrag musste für viele kleinere Rechnungen aufgewendet werden, die in Zusammenhang mit der schnellstmöglichen Einrichtung des Zentrums entstanden sind.

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