Die Klasse 47 der Pflegefachschule Ebersberg konnte den Abschluss zwar coronabedingt nicht groß feiern, das Schulteam, die Geschäftsführung und die Pflegedirektion gratulierten aber nicht minder herzlich zur großen Leistung.
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Die Klasse 47 der Pflegefachschule Ebersberg konnte den Abschluss zwar coronabedingt nicht groß feiern, das Schulteam, die Geschäftsführung und die Pflegedirektion gratulierten aber nicht minder herzlich zur großen Leistung. Foto: Klinik

Drei Absolventinnen und ein Absolvent über ihre ganz persönliche Motivation

Ehemalige Schüler berichten: „Deshalb wollen wir Menschen pflegen“

  • Michael Acker
    VonMichael Acker
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Gerade hat die Kreisklinik die Klasse 47 der Pflegefachschule Ebersberg bei einer Examensfeier verabschiedet. Drei Absolventinnen und ein Absolvent berichten über ihre Motivation, diesen Beruf zu ergreifen.

Landkreis - Stehende Ovationen – weltweit applaudierten die Menschen in der ersten Corona-Welle. Sie zollten einer Berufsgruppe Respekt, die es gewohnt ist aus verschiedenen Gründen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Schlechter Personalschüssel, Überforderung, ausbaufähige Bezahlung – schon lange hat die Pflege mit vielen Baustellen zu kämpfen, welche das Image eines angesehen Berufes nur wenig stärken. Im laufenden Bundestagswahlkampf versprechen alle Parteien Besserung – doch das taten sie auch schon vor früheren Wahlen.

Nichtsdestotrotz entscheiden sich Frauen und Männer für diesen Beruf, der so viel Hingabe und Opferbereitschaft verlangt. Gerade wurde die Klasse 47 der Pflegefachschule Ebersberg mit einer Examensfeier verabschiedet. Als Pflegefachkräfte seien die Absolventen nicht nur hoch qualifiziert, sondern hätten während der Corona-Pandemie auch bereits am eigenen Leib erlebt, was es bedeute, systemrelevant zu sein, sagte Stefan Huber, Geschäftsführer der Kreisklinik. Egal, was passiert, in diesem Beruf seien sie für die Gesellschaft unverzichtbar.

Das sagen drei Absolventinnen und ein Absolvent:

Adelina Minullina, Ebersberg

Adelina Minullina (19), Ebersberg. „Als Kind war das schon mein Traumberuf. Später wollte ich eine Zeit lang Ärztin werden. Aber ich wollte nah an den Patientinnen und Patienten sein. Weil meine Mutter schon hier in Ebersberg an der Pflegefachschule ihr Examen gemacht hat, wusste ich auch, was in diesem Beruf auf mich zukommt. Am Anfang der Ausbildung war es aber doch sehr schwierig für mich. Ich war erst 17 Jahre alt und kam frisch aus der Schule. Mit der Zeit bin ich da einfach reingewachsen. Mir ist klar, dass andere meinen Beruf als fordernd empfinden. Für mich ist es eine Arbeit, die mir wirklich sehr viel Spaß macht. Und deshalb akzeptiere ich auch, was im Vergleich zu anderen Berufen viele anstrengend finden, zum Beispiel Schichtdienst.“

Annemarie Wessel, Ebersberg

Annemarie Wessel (35), Ebersberg. „Ich komme ursprünglich aus Rumänien. Bevor ich nach Ebersberg gezogen bin, habe ich in Bremen in einem ambulanten Pflegedienst gearbeitet, als Pflegehelferin. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil ich gerne mit Menschen arbeite und ich hilfsbereit bin. Besonders der Aspekt, dass das Gesundheitswesen immer systemrelevant sein wird, hat meine Entscheidung für diesen Beruf noch gestärkt. Nach meinem Examen bleibe ich in der Kreisklinik Ebersberg im Operationsbereich. Durch einen praktischen Einsatz während meiner Ausbildung wurde mein Interesse an diesem Bereich geweckt. Ich habe mich im OP-Team gut aufgehoben gefühlt und mir gefällt es, in einem Bereich zu arbeiten, in dem ich mich weiterentwickeln kann.“

Georg Magyari, Ebersberg

Georg Magyari (20), Ebersberg: „Ich helfe anderen Menschen gerne, beschäftige mich aber auch gerne mit anspruchsvollen medizinischen und technischen Fragen. Da habe ich überlegt, wie sich das kombinieren lässt. Ich dachte daran, vielleicht Apotheker zu werden. Aber das war mir zu wenig Kontakt mit den Menschen. Die Ausbildung zur Pflegefachkraft ist, was das medizinische Wissen anbelangt, anspruchsvoll und auf einer Intensivstation darf man auch keine Angst vor Technik haben. Es ist auch emotional fordernd, weil man irgendwann miterlebt, dass Patienten sterben. Damit umzugehen, ist Teil der Ausbildung gewesen. Mir haben dabei auch Kolleginnen und Kollegen geholfen. Ich achte aber auch auf Ausgleich für mich: Sport, Freunde treffen und lesen helfen mir.“

Lena Lex, Finsing

Lena Lex (19), Finsing: „Ich habe viele Praktika gemacht, in unterschiedlichen Berufen – unter anderem auch im Krankenhaus. Dort hat es mir einfach am besten gefallen. Außerdem ist es ein Beruf, der systemrelevant und sehr wichtig ist und bleiben wird. Natürlich ist Pflegekraft auch ein fordernder Beruf, aber wir haben ja an der Berufsfachschule für Pflege in Ebersberg auch eine sehr gute Ausbildung bekommen, die uns eben genau darauf vorbereitet hat. Es ist während der Ausbildung einfach schön zu merken, dass man immer mehr lernt und kann. Mit der Zeit sammelt man außerdem immer mehr Erfahrung und kann so auch mehr Verantwortung für Patientinnen und Patienten übernehmen. Es ist dann ein sehr schönes Gefühl, sich das auch selbst zuzutrauen.“

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