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Die Jury hat entschieden: Zielstrebig und schneller als erwartet

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Andreas Mitterer, Gregor Passens, Margot Haringer, Gabi Blum und Georg Küttinger (v.l.).
Die Jury – schnell, zielstrebig und erfolgreich im Einsatz: Andreas Mitterer, Gregor Passens, Margot Haringer, Gabi Blum und Georg Küttinger (v.l.). © kees

Schnell und zielsicher hat eine Jury die Künstlerinnen und Künstler gefunden, die zur Jahresausstellung des Kunstvereins Ebersberg eingeladen werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis hat die Grenze von 1000 überschritten. Am 25. Februar soll die diesjährige Jahresausstellung des Ebersberger Kunstvereins eröffnet werden, zu der es eine bundesweite Ausschreibung gab. Professionell arbeitende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten waren aufgerufen, Werke zum Thema „Der Stand der Dinge“ einzureichen. Meint: „Wo stehst Du als Künstler? Wo in der Gesellschaft? Wie nimmst Du die derzeitigen Entwicklungen wahr? Welchen Einfluss hat der gegenwärtige gesellschaftliche Wandel auf Dein Leben, Dein Werk? Wie ist der Stand der Dinge?“

315 Werkvorschläge waren eingegangen. Die lagen vergangenes Wochenende - man arbeitet noch analog, die Beiträge kamen mit der Post und nicht per Mail - auf vielen Tischen in der Alten Brennerei. Gerade so hatten all die Papiere dort Platz gefunden. „Doppelt so viele Bewerbungen wie sonst haben wir dieses Jahr erhalten,“ verrät Geschäftsstellenleiterin Martina Brenner, „allerdings keinen Cent in der Kasse.“

Tiefes Loch in der Kasse

Geld hatte man früher durch eine Einreichungsgebühr eingenommen, doch inzwischen ist man davon abgekommen, Künstler und Künstlerinnen auf diese Art auszubeuten. „Wegen Corona gibt es zur Zeit deutlich weniger Ausstellungen,“ erklärt Projektleiter Hubert Maier, „weshalb es auf die wenigen Ausschreibungen einen enormen Andrang gibt“.

Oder liegt die Vielzahl der Bewerbungen am guten Ruf, den sich der Kunstverein in den letzten Jahren erarbeitet hat? „Ja, das kann durchaus sein,“ unterstreicht Kunstvereinsvorstand Andreas Mitterer.

Vergangenen Samstag nun tagte die Jury, der die Künstler Gabi Blum (München), Margot Haringer (Grafing), Georg Küttinger (München), Gregor Passens (München) und Kunstvereinsleiter Andreas Mitterer (Ebersberg) angehören. Gute zehn Stunden waren die fünf - ein jeder Spezialist auf seinem Gebiet der Bildenden Kunst, wie Fotografie, Malerei, Skulptur, Konzept- und Multimediakunst - damit beschäftigt, die Mappen zu begutachten.

Eigentlich hatte man sich den Sonntag für die Fortsetzung der Auswahl freigehalten, doch schon am Samstagabend stand die Künstlerliste. 53 Positionen waren ausgewählt.

„Ich bin selbst erstaunt, dass es so schnell ging,“ wundert sich Mitterer. Der Grund dafür liegt wohl im harmonischen Miteinander der Juroren, wie er berichtet: „Die Jurierung war erstaunlich unkompliziert. Außerdem findet man bei der großen Menge an Einreichungen relativ schnell die spannenden Sachen heraus.“

Erstaunt über die eigene Schnelligkeit

Zwei Jury-Durchgänge unter der fachkundigen Anleitung von Projektleiter Hubert Maier gab es. In der ersten Runde flogen all diejenigen vom Tisch, die von niemandem eine Zustimmung bekamen. „Damit war schon mal gut die Hälfte raus,“ so der Kunstvereinschef.

Im zweiten Durchgang diskutierte man den Rest. „Wir haben uns die einzelnen Werke dann viel genauer angesehen und bereits eine Vorstellung der Ausstellung im Kopf entwickelt.“ Gegen 20 Uhr war alles erledigt.

„Ich bin superhappy. Es ist kein Kunstwerk dabei, das man nicht haben will,“ so Mitterer nach getaner Arbeit begeistert. „Wir haben eine große Vielfalt an Werken, die sich zum Teil wunderbar ergänzen und mit denen man sehr gute Spannungsbögen bauen kann.“ Es seien alle Medien vertreten: Malerei, Fotografie, grafische Arbeiten, Zeichnungen, Videos, abstrakte und gegenständliche Skulpturen, Möbelobjekte.

Mitterer spricht von lustigen und trashigen Sachen, aber auch von aufwendigen und opulenten Arbeiten. Manche hätten einen politischen Hintergrund, andere einen rein künstlerischen Ansatz. Ein roter Faden, so wird versprochen, sei garantiert.

Und Corona? Kann die Ausstellung überhaupt gezeigt werden? Nach den derzeitigen Regeln ja. Außerdem: Man hofft sehr darauf, dass die Rolle der Kultur endlich gestärkt wird und die Ungleichbehandlung aufhört. Sagenhaft genug, dass im gastronomischen Bereich derzeit deutlich mehr erlaubt ist als im Kultursektor.

Die Wahl des Themas jedenfalls klingt vielversprechend. Man darf also gespannt sein auf den „Stand der Dinge“ ab dem 25. Februar im Ebersberger Kunstverein. Peter Kees

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