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Die Angeklagten im Gerichtssaal

„Ich dachte, ich sterbe!“

„Döner-Schläger“ vor Gericht: Jetzt spricht das Opfer

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Die Attacke liegt zwar schon fast zwei Jahre zurück, das Opfer Nasiem S. spürt die Folgen aber bis heute. Vor Gericht hat er den grausigen Ablauf der Tat geschildert.

Nasiem S. (33) wirkt traurig und tief getroffen. „Ich weiß nicht, was ich diesen Männern getan habe, dass sie mich so geschlagen haben“, sagt er. Die Antwort kommt von der Anklagebank: „Nichts. Wir sind die Dummen. Es gab keinen Grund.“ Vor dem Landgericht traf der Afghane gestern auf die acht Rechtsradikalen, die ihn im September 2015 am Ebersberger Bahnhof attackiert und schwer verletzt hatten. 

Mit Baseball-Schlägern hatten sie einen Döner-Imbiss gestürmt und Nasiem S. schwer verletzt. Als Zeuge sagte er nun gegen sie aus – und schilderte die dunkelsten Momente seines Lebens. „Den ersten Schlag habe ich auf den Hinterkopf bekommen. Mit den Händen versuchte ich den Baseball-Schläger noch abzuwehren, aber es gelang mir nicht“, sagt Nasiem S. 

Opfer Nasiem S.

„Als ich in die Gesichter dieser Männer blickte, dachte ich in diesem Moment nur, dass sie mich töten wollen.“ Bis heute sitzt ihm die Angst in den Gliedern, als er von dem rassistischen Angriff erzählt. Mit leiser Stimme berichtet Nasiem S., was er nicht vergessen kann: „Ich blutete stark am Hinterkopf und mir wurde schwindelig. Der zweite Schlag traf mich in die Rippen, der dritte am Knie. Danach sackte ich zusammen und fiel zu Boden. Ich habe geschrien und hatte große Schmerzen. Doch sie machten einfach weiter, schlugen und traten mich. Bis ich das Bewusstsein verlor.“ 

Die Folgen sind bis heute spürbar

Bis heute muss er Medikamente nehmen, für die Psyche und gegen die Schmerzen. „Ich bin nicht mehr derselbe Mensch wie vorher. Mein Zustand ist sehr schlecht“, sagt S. Doch seinen Lebensmut hat Nasiem S. nicht verloren. „Gott hat mich gerettet – wegen meiner lieben Kinder“, sagt er. Die Täter entschuldigten sich gestern bei Nasiem S., wie oben erwähnt. „Sie sollen hart bestraft werden“, sagt das Opfer. Das Urteil fällt am 10. August.

Lesen Sie auch: Das sagten die Angeklagten vor Gericht

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