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Der Natur Raum geben: Ein Teil der Parsdorfer Kiesgrube wurde in den 1990er-Jahren als Ausgleichsfläche für den Autobahnbau renaturiert. Weitere Areale kamen dazu. Nun will die Gemeinde auch den restlichen Teil aufwerten. 

Ausgleichsflächen

Landkreis Ebersberg bekommt Note „mangelhaft“

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Der Landkreis Ebersberg rühmt sich ja gerne mit seinen Spitzenplatzierungen in allerlei bundesdeutschen Rankings. Bei einem Thema allerdings schneidet er wahrlich schlecht ab. Es geht um Ausgleichsflächen.

Landkreis – Das Ergebnis ist ernüchternd. In einem Pilotprojekt wurden 100 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Ausgleichsflächen im Landkreis Ebersberg untersucht. Die Hälfte davon wiesen größere Mängel auf oder die Umsetzung war gar nicht erkennbar. Die Studie stammt vom Landesamt für Umwelt. Auslöser war ein Antrag der Grünen im Landtag.

Die Landkreis-Grünen, die das Thema intensiv verfolgt haben, fordern nun, dass sich die Kreisgremien mit der Studie beschäftigen und dass Konsequenzen gezogen werden. Am Freitag stellte Kreisrätin Waltraud Gruber zusammen mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Christian Magerl die Studie vor. Magerl ist auch Vorsitzender des Umweltausschusses im Landtag.

Wenn durch eine Baumaßnahme in die Natur eingegriffen wird, muss dies wieder an anderer Stelle ausgeglichen werden. Die Regeln sind gesetzlich festgelegt. „Das gilt für ein kleines Wohngebiet ebenso wie für die dritte Startbahn“, sagt Magerl. Es geht dabei auch um die Artenvielfalt. Dieses Instrument könne funktionieren, wenn man es richtig mache, betont Magerl. Nur 20 Prozent der im Landkreis Ebersberg untersuchten Flächen hatte keine Mängel. „Das ist eindeutig zu wenig“, so der Grüne. Er fordert Maßnahmen flächendeckend für den Freistaat und geht davon aus, dass die Ergebnisse auch in anderen Bereichen Bayerns ähnlich sind. „Ebersberg ist überall.“

Offensichtlich hapert es an der Überprüfung. Die Ergebnisse des Pilotprojektes legten nahe, dass die Kontrollen von Ausgleichs-und Ersatzflächen durch die dafür zuständigen Stellen vor Ort systematischer durchgeführt werden müssten, steht in der Studie beziehungsweise in der Stellungnahme von Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU).

Doch dafür sei mehr Personal notwendig, so Magerl . Er fordert eine zusätzliche Stelle für jede Untere Naturschutzbehörde im Freistaat. Doch das werde von der CSU im Landtag „auf Eis gelegt“.

Gruber betonte, unter Landrat Gottlieb Fauth (CSU) sei eine Stelle in der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt gestrichen worden. „Da ging der Streit los.“ Unter Landrat Robert Niedergesäß (CSU) sei in diesem Jahr das Personal um eine Stelle aufgestockt worden.

Grundsätzlich müsse man bei der Kontrolle jetzt nachjustieren, so Magerl. Die Mängel müssten beseitigt werden. Dabei gelte das Verursacherprinzip. Zudem müsse geklärt werden, was mit den Flächen sei, auf denen nichts umgesetzt wurde. Grundsätzlich könne es nicht sein, dass ein Eigentümer „den Reibach mache mit einem Gewerbegebiet“, aber die Ausgleichfläche mache er nicht. Ausgleichsflächen seien ein Kostenfaktor. Die Fläche müsse gepflegt werden. Magerl sieht darin einen Ansatz gegen Flächenfraß. „Vielleicht überlegt man es sich, ob das Bauprojekt nicht auch etwas kleiner sein kann.“

Die Kontrollaufgaben könnten übrigens laut der Stellungnahme aus dem Ministerium im gesetzlichen Rahmen an fachlich geeignete Dritte übertragen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kämen zum Beispiel Landschaftsplanungsbüros, Landschaftspflegeverbände oder die Naturschutzwacht in Frage.

Für Gruber bleibt das Thema Ausgleichsflächen auch in Zukunft wichtig. Ebersberg sei der Landkreis mit dem höchsten Bevölkerungswachstum. „Da wird auch viel gebaut. Das muss ausgeglichen werden.“

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