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Das Ebersberger Tierheim kümmert sich um ausgesetzte Hunde.

Tierschutzverein zieht Bilanz

Ausgesetzter Hund entdeckt: Geschirr fast eingewachsen - „Der Hund hat richtig geschrien“

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Spaziergänger wurden in Pöring auf sein Leid aufmerksam: Evelyn Bauer hat einen Hund schließlich aus seiner misslichen Lage befreit.

Landkreis – Spaziergänger wurden in Pöring auf sein Leid aufmerksam: „Der Hund hat richtig geschrien“, berichtet Evelyn Bauer, Vorsitzende des Ebersberger Tierschutzvereins. Sie hat den Mischling schließlich aus seiner misslichen Lage befreit.

Das Tier war in einem Waldstück von seinem Besitzer mit der Leine an einen Baum gebunden und sich selbst überlassen worden. Das war im Februar. Es folgten schwere Monate für den Hund, der praktisch alles erst lernen musste und auch heute noch ängstlich reagiert auf jedes Geräusch, das er nicht kennt.

Katzenbaby in Vaterstetten ausgesetzt

Immer wieder werden im Landkreis Tiere von ihren Besitzern einfach ausgesetzt. „Vor allem vor den Ferien oder mittendrin“, berichtet Bauer. „Allerdings nicht mehr so häufig, wie früher“, ergänzt sie. Heuer zum Beispiel „nachweislich ein Katzenbaby in Vaterstetten und mehrere Kaninchen“, zieht sie eine vorläufige Bilanz der zum Ende der Ferienzeit.

Wenn die Tiere Glück haben, landen sie anschließend in der Tierauffangstation in Ebersberg und werden dort gepflegt – oft Monate lang, bis sie sich von ihren Strapazen erholt haben und sich eine neue Heimat für sie findet.

Ebersberg: Hund war traumatisiert

Der Hund aus Pöring war schwer traumatisiert und hat inzwischen einen guten Platz bekommen bei einer Ebersberger Familie. „Da ist er mit Sicherheit gut aufgehoben“, freut sich Bauer.

Der Tierschutzbund schätzt, dass allein in den Sommerferien bundesweit etwa 70 000 Tiere ausgesetzt werden. Auf das ganze Jahr verteilt seien es etwa 300 000 Fälle, in denen Exemplare in den Auffangstationen landen, so wie das auch in Ebersberg immer wieder passiert. Ausgesetzte Tiere würden sich dabei in einer enormen Stress-Situation befinden, was gefährlich werden könne.

Hund ausgesetzt - Geschirr musste rausgeschnitten werden

Auch als die Vorsitzende des Tierschutzvereines Ebersberg den Hund in Pöring befreite, musste sie vorsichtig sein. „Dem war das Geschirr schon fast eingewachsen, das musste ich quasi richtig rausschneiden.“ Der Hund sei vollkommen traumatisiert gewesen und ist kein Einzelfall.

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„Wir hatten auch schon zwei ausgesetzte Hunde im Ebersberger Forst“, berichtet Bauer. Die seien zwar gechipt gewesen, „waren aber aus dem Ausland und nicht registriert. Wir konnten die Besitzer leider nicht ausfindig machen“. Das wäre unter Umständen teuer geworden. Denn wer einen Hund oder ein anderes Tier aussetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wird der Täter ermittelt, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 25 000 Euro.

Verein bleibt auf Kosten sitzen

Auch für den Tierschutzverein sind die Fälle teuer, berichtet Bauer, dass ihr Verein oft auf hohen Kosten sitzen bleibe. „Das bezahlen alles wir“, sagt Bauer und meint damit „Futter, Hundetrainer, Tierarztkosten und Medikamente“. 

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Vor zwei Jahren habe der aufgefundene Schäfermix „Benno“ einer umfangreichen Behandlung unterzogen werden müssen. „Das hat uns Tausende gekostet“, sagt Bauer. Das Tier war von Herzwürmern befallen. „Zwei Jahre lang hat den keiner genommen“, berichtet Bauer. Inzwischen sei Benno aber bei einer Frau in Pöring zuhause, wo es ihm sehr gut gehe. Allerdings seien solche Fundhunde oft auch Problemhunde und blieben es auch.

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