Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

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Die Mitarbeiter des Landratsamts Josef Köll und Jan Köhnen sowie Wirtin Bettina Hofstetter erklären das Hygienekonzept.

Betriebe mit kreativen Ideen

Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Hygienekonzepte auf dem Prüfstand

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Mitarbeiter des Landratsamts beraten Betriebe bei Corona-Maßnahmen. Wegen neuer Verordnungen müssen Unternehmer immer wieder nachbessern. 

Ebersberg – Verlaufen können sich Gäste im Ebersberger Wirtshaus „Zur Gass“ derzeit wirklich nicht. Bodenmarkierungen, aufgeklebte Pfeile, Schilder. Der Gang zur Toilette und zum Ausgang sind hier streng gesteuert, es gilt nahezu komplett das Einbahnstraßenprinzip. „Vorbildlich“ nennt der stellvertretende Landrat Walter Brilmayer das Abstandskonzept der Gaststätte. Zusammen mit Mitarbeitern des Landratsamts nimmt er die Wirtschaft unter die Lupe.

Die Corona-Maßnahmen gehen hier schon am Parkplatz los, erklärt Josef Köll, Unterstützungskraft im Sachgebiet „Öffentliche Sicherheit“ im Landratsamt. Vor der Gaststätte sollen Autos mit Abstand geparkt werden, um schon dort die Infektionsgefahr zu minimieren. Bei gutem Wetter sei vor der Eingangstür ein Tresen aufgestellt, die Kontaktdaten werden vom Personal aufgenommen. Ein Hausstand, ein Name.

Auseinandergestellte Tische, keine Sitzkissen, keine kartenspielende Stammtische

Gäste, die nach einem Spezi oder Bier auf die Toilette müssen, folgen den Markierungen am Boden. Sie müssen bei einem Seiteneingang raus, weiter hinten wieder ins Gebäude. Auseinandergestellte Tische, keine Sitzkissen, keine kartenspielende Stammtische, dazu die Markierungen: Etwas lieblos wirkt der Gastraum.

Die meisten Gäste haben dafür Verständnis, sagt Wirtin Bettina Hofstetter. Wegen der Abstandsregeln kann sie nur noch die Hälfte ihrer Sitzplätze anbieten. Die Tische sind reserviert, die Gäste kommen aber nur zu zweit statt zu viert. Klar, dass die Wirte das in der Kasse merken.

Das Fazit der Landratsamtsmitarbeiter: „hervorragend“

Einlaminierte Speisekarte, alle halbe Stunde werden die Fenster aufgerissen und gelüftet, die Köche tragen Mund-Nasenmaske. Das Fazit der Landratsamtsmitarbeiter: „hervorragend“.

Einziges Manko sind die Trennwände hier, „sie müssen zwei Meter hoch sein“, sagt Köll. Das Wirtshaus hat viel Raum, um den Kundenverkehr zu steuern. Andere Betriebe haben weniger Möglichkeiten. „Es gibt auch findige Gastwirte“, berichtet Köll. Ein Italiener im Landkreis habe eine Lichtzeichenanlage in seiner Wirtschaft installiert. Ist das Klo besetzt, leuchtet es rot. Bei Grün ist der Weg frei.

Jeder Betrieb muss ein Schutz- und Hygienekonzept vorlegen

Jeder Betrieb muss ein Schutz- und Hygienekonzept vorlegen, die Mitarbeiter der Landkreisbehörde beraten Unternehmer dabei. Alle zwei Wochen gebe es neue Verordnungen von Ministerien, Auslegungen werden präzisiert. Betriebe müssen immer wieder nachbessern, sagt Köll. Rund 20 Anfragen von Gewerbetreibenden bekommt das Team des Landratsamts pro Tag. Häufigste Frage: Wann darf ich wieder aufmachen? Verstoßen Unternehmer gegen die Regeln, kann es teuer werden: bis zu 5000 Euro.

56 Kunden sind im Geschäft erlaubt

Ortswechsel, die Aldi-Filiale in Ebersberg. Über sie hatten sich Bürger beschwert, weil die Mitarbeiter an den Kassen Gesichtsschilde trugen, sagt Köll. Mittlerweile tragen sie Mund-Nasenschutz. Alexander Hoven, Regionalverkaufsleiter bei Aldi, erklärt das Schutzkonzept für die Filiale. 56 Kunden sind im Geschäft erlaubt, rechnerisch ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Um die Anzahl der Personen zu überwachen, gibt es auch nur 56 Einkaufswagen. Sind alle weg, sperren Mitarbeiter die Eingangstür zu.

An der Kasse steht eine Plexiglasscheibe, Aufkleber am Boden erinnern an den Abstand. Einkaufswagen können desinfiziert werden – als freiwillige Leistung. „Der Handel hat mehr Spielraum als Gaststätten“, sagt Köll.

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