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Das Leergut ist schon da und wartet auf die baldige Befüllung mit Klosterbier.

Auferstehung in der Kreisstadt

Ebersberg bekommt wieder ein eigenes Bier

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Der Pro-Kopf-Verbrauch  beim Bier sinkt, dafür steigt die Vielfalt.  Ein aktueller Trend, der in Ebersberg jetzt zu einer ungewöhnlichen „Wiedergeburt“ führt.

Ebersberg – Dieses Lokalbier wird Erinnerungen bei alten Ebersbergern wecken und macht junge bereits neugierig. „Hier entsteht der neue Webauftritt der Schlossbrauerei Ebersberg. Freut euch auf die Rückkehr des traditionellen Ebersberger Bieres!“ So steht es im Internet zu lesen und seit Montag, 19. August,  gibt es auch eine entsprechende Facebookseite dazu.

Geläufiges Logo

Das Logo der Schlossbrauerei ist zumindest den älteren Bierdeckelsammlern noch geläufig. Grün, weiß und gelb, mit dem Ebersberger Stadt-Eber drauf. In Grundzügen wurde nichts verändert. Das Firmenemblem zeigt das historische Gebäude am Schlossplatz in der Kreisstadt, den alten Unternehmenssitz also.

Buchhändler steckt hinter der Idee

Wer steckt eigentlich hinter dieser Neuauflage? Es ist der Ebersberger Buchhändler Sebastian Otter. „Es ist tatsächlich so, dass wir die Marke wiederbeleben“, bestätigt er. „Meine Großmutter hatte die Brauerei damals“, erläutert er seinen ganz persönlichen Bezug zu der 1974 aufgegebenen Braustätte. „Im September wollen wir an den Start gehen.“ Wann genau, das wisse er noch nicht. Das Leergut mit dem richtigen Aufdruck steht in Ebersberg jedenfalls schon bereit und das Bier reift bereits – im Landkreis Traunstein.

Ausbildung zum Biersommelier

Otter hat nicht nur Vorfahren, deren Geschichte eng mit der Klosterbrauerei in Verbindung steht, sondern er hat zum Thema Bier auch einen persönlichen Bezug. Und das nicht nur deswegen, weil er als Buchhändler selbst das Getränk als Begleitung zu einer ausgesuchten Lektüre schätzt. Otter hat vor etwa einem Jahr eine Ausbildung zum Biersommelier absolviert. Seitdem entdeckt er in den vielen Sorten, die er inzwischen in dieser Funktion schon probiert hat, von der Schokoladennote bis zur Kirschblüte die verschiedensten Aromen.

Jahrhunderte alte Tradition

Die Ebersberger Klosterbrauerei hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Ins Leben gerufen wurde die Braustätte im Jahr 1400. Ausgerechnet für einen Buchhändler ist das wohl ein interessantes Jahr gewesen. Denn anno 1400 kam auch Johannes Gutenberg zur Welt, der als Erfinder des modernen Buchdruckes mit beweglichen Metallettern und Druckerpresse in die Weltgeschichte einging.

Dem historischen Brauverzeichnis Deutschlands ist zu entnehmen, dass es in der Klosterbrauerei öfter einen Betreiberwechsel gegeben hat. 1863, so ist dort nachzulesen, firmierte das Unternehmen unter dem Namen Baron von Eichthalsche Schlossbrauerei, später dann unter Gutsbrauerei Schloss Ebersberg und im Jahr 1901 unter dem Namen von Baron von Gumppenbergsche Brauerei. Bis schließlich im Jahr 1962 die Schlossbrauerei Herrmann Schmederer daraus wurde.

Brauereisterben ab 1974

1974 ereilte die Brauerei dann das Schicksal, das sie mit vielen anderen Kleinbetrieben in Bayern teilte, und das nicht von Bierfachleuten bis heute als dramatischer Verlust von Vielfalt und Tradition bedauert wird. Es setzte auf dem Markt eine große Konzentrationsbewegung ein, die den kleinen Unternehmen den finanziellen Spielraum für notwendige Investitionen nahm. Als Beweis für diese traurige Entwicklung zugunsten der Massenware Bier mag gelten, dass es im Landkreisfrüher etwa ein Dutzend Braustätten gab, wovon die Klosterbrauerei eine mit der längsten Tradition ist. So existierten etwa in Steinhöring die Brauerei Alois Hofstetter, die Brauereien Kainz, Lex und Weinhuber in Baiern, Gsprait und Neuhardsberg, oder den Stacheter Bräu Aschauer in Frauenneuharting. An die Schlossbrauerei Egmating, deren Gründungsjahr auf 1257 datiert, erinnert nur noch ein umgebautes Gebäude.

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Die Aufgabe der Braustätte Widmann in Markt Schwaben vor gut zehn Jahren markiert den vorläufigen Schlusspunkt unter das Brauereisterben im Landkreis Ebersberg und vielleicht ist ja mit der Neugründung in der Kreisstadt ein Anfang gemacht in die umgekehrte Richtung, jedenfalls was neue Marken betrifft.

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