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Ein kostenloses Kindertagesstätten-Angebot soll in Ebersberg auf Antrag der CSU jetzt geprüft werden.

Ebersberger CSU-Fraktion setzt sich mit ihrem Antrag durch, stößt aber auf Skepsis

Kindertagesstätten kostenlos: Stadt Ebersberg will nachdenken

Zwar wurde ihr von der Opposition Wahlkampfgetue unterstellt, doch am Ende kam die CSU-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses im Ebersberger Stadtrat damit durch.

Ebersberg – Es geht darum, die Möglichkeiten kostenloser Kinderbetreuung zu überprüfen. Auch wenn in der Kreisstadt keine Unterföhringer Zustände herrschen, wo Familien für Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze gar nichts bezahlen müssen, will man versuchen, wenigstens den Bedürftigsten nach Kräften unter die Arme zu greifen. „Insbesondere Alleinerziehende und andere, für die 400 Euro Krippengebühr eine echte Belastung sind“, wolle er im Auge haben, sagte CSU-Bürgermeisterkandidat Alexander Gressierer.

„Wir wollen wissen, was eigentlich möglich ist“

Zwar sei ihm bewusst, dass die Finanzlage der Stadt vermutlich keine vollständige Übernahme der Kinderbetreuungskosten erlaube. Aber: „Wir wollen wissen, was möglich ist“, sagte er. „Damit wecken Sie doch Hoffnungen“, setzte Elisabeth Platzer (SPD) entgegen, die die Überprüfung als „Beschäftigungstherapie für die Verwaltung“ kritisierte.

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Prüfung in Ebersberg läuft über die nächsten Monate

Seit April 2019 übernimmt der Freistaat monatlich 100 Euro der Betreuungskosten für jedes Kindergartenkind in Bayern. Anfang 2020 soll ein ähnlicher Zuschuss für Krippenplätze folgen. Manche finanzstarke Städte, wie beispielsweise München, leisten darüber hinaus weitere Betreuungszuschüsse. Nun wird die Ebersberger Stadtverwaltung in den nächsten Monaten prüfen, ob auch hier noch etwas möglich wäre. „Man muss sich das differenziert anschauen“, sagte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU), und sehen, ob und in welcher Form weitere Unterstützung gezahlt werden könnte. Ob es nur „der Klacks“ sei, der bei der Kindergartengebühr noch offen ist, oder die komplette Kostenübernahme für bedürftige Gruppen oder etwas ganz anderes. Wenn überhaupt, könne frühestens erst im Herbst 2021 mit einer Änderung gerechnet werden.

Grüner Stadtrat fände besseres Essen für Kinder gut

„Viel interessanter“ wäre es laut Grünen-Stadtrat Philipp Goldner, in den Einrichtungen von der Krippe bis zum Hort gutes Essen zu einem vernünftigen, einkommensgestaffelten Preis anzubieten und hierfür Geld zu investieren. Christoph Münch (SPD) forderte Gespräche mit den Trägern der Kindertagesstätten: „Vielleicht ist es wichtiger, in eine Qualitätsverbesserung zu investieren?“ Schließlich hätten Erhebungen gezeigt, dass die meisten Eltern, wenn sie vor die Wahl gestellt würden, höhere Betreuungsqualität einer Kostenfreiheit vorziehen würden.

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Nicht mit der Gießkanne Geld verteilen

Auch Edi Zwingler (FW) fragte kritisch: „Möchten die Eltern das (= Kostenfreiheit) denn überhaupt oder nicht lieber etwas anderes?“ „Es geht ja nur um die Prüfung, ob wir uns das überhaupt leisten können und wenn, dann für welche Familien mit welchen Einkommensgrenzen“, verteidigte Gressierer seinen Vorschlag. Susanne Schmidberger von den Grünen betonte, dass „nicht mit der Gießkanne“ Geld gezahlt werden dürfe. Aber sie könne dem CSU-Antrag durchaus etwas abgewinnen, weil er das Thema überhaupt auf die Tagesordnung bringe. „Mein Wunsch ist es, Familien zu unterstützen, die es nötig haben“, sagte sie: „Dieses Signal an Menschlichkeit würde unserer reichen Stadt gut zu Gesicht stehen!“

VON UTA KÜNKLER

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