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Die grundsätzliche Entscheidung ist gefallen. Das neue Baugebiet soll mit Pellets beheizt werden.

Stadt Ebersberg stellt Weichen für das Baugebiet Friedenseiche VIII

Keine Einzelheizungen mehr - wegen der Umwelt

Gut geplant ist halb gewonnen – und wenn es auch manchmal etwas länger dauert. Beim Baugebiet Friedenseiche VIII in Ebersberg dauert es schon dreieinhalb Jahre.

Ebersberg - Das künftige Baugebiet Friedenseiche VIII beschäftigt den Ebersberger Stadtrat bereits seit dreieinhalb Jahren und kann als Beispiel dienen, wie sehr bei solchen Projekten im Landkreis Ebersberg inzwischen das Thema Energieversorgung eine Rolle spielt. Die muss auch bezahlbar bleiben.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses ist das Thema erneut aufs Tapet gelegt worden. Dem Wunsch der Stadträte entsprechend soll das rund 16 000 Quadratmeter große Areal eine zentrale Wärmeversorgung bekommen. Wie genau könnte diese aussehen?

Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk und Pelletsheizung

Mit dieser Frage hatte die Stadtverwaltung sich an die Energieplaner von GP Joule gewandt. Deren Ergebnis: Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk und Pelletsheizung heißen die für das Gebiet sinnvollsten Lösungen. Wobei ein zentraler Pelletskessel in einem der geplanten Mehrfamilienhäuser für alle Wohneinheiten zusammen (40 Einfamilienhäuser und drei Mehrfamilienhäuser) in Bezug auf Kosten und Ökobilanz klar die Nase vorn hätte. In Summe etwa 15,2 Cent pro Kilowattstunde Wärme würde mit diesem Pellets-Nahwärmenetz auf die Bewohner zukommen – Anlage, Betrieb und Wartung inbegriffen. „Und das ist sehr vorsichtig gerechnet“, betonte Dominik Pfeifer von GP Joule bei seiner Präsentation im Rathaus.

Das muss man sich auch leisten können

„Natürlich müssen wir darauf schauen, ob sich die Leute das leisten können“, sagte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU), zumal das Baugebiet vorwiegend als soziales Baulandprogramm entwickelt werde. Auf der anderen Seite, so Brilmayer, stehen „die ökologischen Notwendigkeiten“, die an der Stelle ein energieschonendes Nahwärmenetz fordern. „Heute kann man eigentlich gar nicht mehr anders bauen“, pflichtete Elisabeth Platzer (SPD) bei. Einzelheizungsanlagen in jedem Haus wären „schon fast anachronistisch“.

Eine Erweiterung des Netzes, sobald das Baugebiet dereinst Richtung Norden ausgedehnt wird, sei „überhaupt kein Thema“ und werde von Anfang an in die Dimensionsberechnung mit aufgenommen, so der Energie-Experte Pfeifer. Er schlug der Stadt vor, die Grundstücke gleich mit Anschlüssen zu verkaufen, damit auch wirklich alle Bauherren im Boot sind.

Lesen Sie dazu auch: E-Mobilität: Energiewende im Landkreis Ebersberg gescheitert?

Grundsätzliche Entscheidung schon getroffen

Das grundsätzliche Votum für die Pellet-Anlage samt Nahwärmenetz ist getroffen. Jetzt muss die Stadt überlegen, in welchem Betreibermodell sie dieses bewirtschaftet. Grundsätzlich werde man sehen müssen, „das denen zu überlassen, die das gut können“, sagte Bürgermeister Brilmayer. Ob und in welcher Weise die Stadt aber Teilhaberin bleibt, ist noch zu klären.

Um dem steigenden Ökobewusstsein noch mehr Rechnung zu tragen, hat die Stadt das Planungsunternehmen zusätzlich noch mit weiteren Studienteilen beauftragt. Ideen in Richtung Photovoltaik, Car-Sharing, zentralen E-Ladesäulen und E-Bike-Sharing sind entstanden. „Es ist toll, dass wir erstmals eine derartige Studie in Auftrag gegeben haben“, lobte Grünen-Stadtrat Philipp Goldner. Das Ergebnis für die Neubausiedlung lasse darauf schließen, „dass wir im Stadtgebiet überall Orte haben, wo ein Wärmenetz gut und sinnvoll wäre – besonders bei Altbausiedlungen“.

VON UTA KÜNKLER

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