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Zwei Männer aus dem Landkreisnorden stehen vor Gericht. 

Angeklagte trat Tür ein

Schuldeneintreiben geht schief: Zwei Männer aus dem Landkreis Ebersberg vor Gericht

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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2019 wollten zwei Männer 200 Euro einfordern. Betrunken sind sie in eine Wohnung eingedrungen. Nun stehen sie in Ebersberg vor Gericht.

Ebersberg – Zwei Männer aus dem Landkreisnorden sollen vergangenes Jahr eine Wohnungstür in Poing aufgetreten haben, um Schulden einzutreiben. Dabeihaben sie angeblich die Anwesenden in der Wohnung beleidigt und angegriffen. Einen Monat später soll einer der Männer der Frau aus der Wohnung zudem gedroht haben. Am Dienstag wurde den Beschuldigten der Prozess gemacht: Nur, die geschädigten Personen aus der Wohnung und die Angeklagten haben unterschiedliche Erinnerungen an die Nacht.

Das war passiert: Die Männer kommen vom Volksfest

Das war passiert: Die Männer, ein heute 28-Jähriger und 34-Jähriger, kommen von einem Volksfest. Beide haben mehrere Maß Bier getrunken. Der Jüngere hat die Idee, 200 Euro Schulden einzutreiben. Der Schuldner soll in der Nähe in einem mehrstöckigen Haus sein.

Der 28-jährige Anlagenmechaniker geht in den dritten Stock und tritt mit dem Fuß die Haustür ein. Sein Freund kommt mit dem Aufzug nach. Im Wohnzimmer sitzt die Wohnungshalterin mit zwei Freunden zusammen. Der Schuldner, der Bruder der Frau, ist nicht da.

Angeklagte: „Beleidigung ist eigentlich nicht so meins“

Die zwei Freunde der 31-Jährigen stürmen in den Flur und wollen den jüngeren Mann aus der Wohnung schubsen. Dabei bekommt er ein blaues Auge verpasst. So zumindest ist die Darstellung der beiden angeklagten Männer vor Gericht. „Beleidigung ist eigentlich nicht so meins“, beteuert der Mechaniker. Sein Freund habe ihn aus der Wohnung gezogen, sie seien dann nach Hause. Zu dem Vorfall einen Monat später können die Angeklagten nichts sagen: Er habe nämlich nie stattgefunden.

Drei Zeugen, drei unterschiedliche Aussagen

Drei Zeugen, drei unterschiedliche Behauptungen: Die Männer hätten von ihr das Geld gewollt; „jetzt ist Zahltag“, hätten sie gesagt, so die Frau. Der zweite Zeuge ist der Meinung, der ältere Angeklagte sei die treibende Kraft hinter dem Vorhaben. Der Dritte: „Von uns wollten die gar nichts“. Dazu kommt, dass sich diese Behauptungen von ihren Aussagen 2019 bei der Polizei teils erheblich unterscheiden. Und der Vorfall danach, der nicht stattgefunden haben soll? Eine vierte Zeugin sagt aus, dass der Beschuldigte an dem Tag zu hause war. Sie entkräftet die Anschuldigung der 31-Jährigen. Sie wurde indes wegen falscher Verdächtigung angezeigt. 

Verfahren gegen Angeklagte eingestellt

Die Verfahren gegen die Angeklagten stellt Richterin Vera Hörauf ein. Der ältere Angeklagte muss aber seine „Auslagen selbst tragen“. Heißt: Anwaltskosten zahlen. Die Einstellung der Verfahren wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch des 28-Jährigen kosten ihn 2500 Euro. Plus Kosten für die Haustür. 

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