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Das Ebersberger Hallenbad ist teilweise arg in die Jahre gekommen. Jetzt soll es saniert werden. 

Enorme Kosten: Ebersberger Bauausschuss will noch einmal intern beraten

Hallenbadsanierung: Noch keine Variante in trockenen Tüchern

Der Neubau der Turnhalle an der Floßmannstraße ist gerade erst in der letzten Phase, da packt die Stadt Ebersberg schon ein neues Großprojekt an. Das Hallenbad.

Ebersberg – Die Sanierung des Hallenbads steht als nächstes auf der Liste. Kostenpunkt: sechs bis sieben Millionen Euro. Den Vorentwurf für das neue alte Bad haben die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses zu Gesicht bekommen. 

Gebäude soll komplett entkernt werden

Architekt Wolfgang Gollwitzer hat Einiges vor: Das bald 45 Jahre alte Gebäude soll komplett entkernt und auf den Rohbau zurückgebaut werden. Die Glasfassade, die derzeit unschön angelaufen recht schäbig daherkommt, soll komplett erneuert werden. Ebenso die marode Decke, derentwegen im momentanen Zustand schnell eine ohrenbetäubende Geräuschkulisse entsteht. Auch die Umkleiden müssen weichen. Sie sollen Platz machen für zwei für den Schulbetrieb notwendige geräumige Sammelumkleiden, eine Handvoll Einzelumkleiden sowie eine rollstuhlgerechte größere Behinderten- und Familienumkleide mit eigener Toilette und Dusche. Gänzlich neue sanitäre Anlagen und mit zweimal elf Brausen deutlich erweiterte Duschräume sollen ebenso entstehen. Von der Schwimmhalle aus zugängliche Lagerräume sollen den Kurs- und Schulbetrieb erleichtern. Mit den Dimensionen der Umkleiden und der Zusatzräume sollen alle notwendigen Kriterien für ein Schulschwimmbad eingehalten werden, um mit entsprechenden Fördergeldern des Freistaats Bayern rechnen zu können. Das Schwimmerbecken samt Laufwegen wird neu gefliest, allerdings kann der laut Gollwitzer hochwertige Hubboden erhalten werden. Der Planer zeigte sich überhaupt verhältnismäßig zufrieden mit der Bausubstanz. Diese sei „recht gut“, sagte er. Einzig die räumliche Enge weist ihn in klare Schranken.

Ein weiteres Becken wäre ideal

Um das Bad attraktiver und moderner zu gestalten, bräuchte man im Idealfall eine größere Halle. Jedoch ist das Gebäude zu allen Seiten begrenzt, alle etwaigen Anbauten würden auf Kosten des Schulsportplatzes gehen und sind damit für den Stadtrat keine Option. Aber ein weiteres Becken, nach Möglichkeit durch eine Glaswand von der großen Schwimmhalle abgetrennt, wäre ideal, meinte Jürgen Puls, Schwimmlehrer und seit einem Jahr Betriebsleiter des Ebersberger Hallenbades. Die Stadt sei jetzt „an einem ganz entscheidenden Punkt“, sagte Puls. Die eine Möglichkeit sei es, den Grundbedarf mit einer einfachen Sanierung des Bestands zu decken, was heute schon „im Grunde genommen auf einem überholten Stand“ sei. Oder aber Ebersberg gehe in seinem Rahmen, soweit es die äußeren Umstände zulassen, „auf die veränderten Bedürfnisse der Gesellschaft“ ein und baue wenigstens ein zweites Becken. Dieses solle groß genug sein, das dort Schwimmunterricht und Kurse für Wassergymnastik und ähnliches abgehalten werden können. Um dieses im Gebäude unterzubringen, müsste allerdings das momentane 40 Zentimeter tiefe Kleinkindbecken weichen. 

Stadträte müssten Geld zusammenkratzen

Das Ganze würde weitere 700 000 Euro kosten. Der um dieses Geld günstigere Alternativplan von Gollwitzer sieht ein neues nierenförmiges 40 Zentimeter tiefes Becken an der Stelle des momentanen Kleinkinderbeckens vor. Ob die Stadträte das Geld noch zusätzlich zusammenkratzen können und wollen, bleibt vorerst unsicher. Die Fraktionen wollen sich zunächst intern beraten, bevor sie sich in der nächsten Ausschusssitzung auf eine der Varianten festlegen.

Von Uta Künkler

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