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Das ist eine Ausschusssitzung: Die Ebersberger Stadträte trafen sich in der Sieghartstraße zu einem Ortstermin.

Vorhaben: 14 neue Wohnungen

Wohnungsbau in Sieghartstraße in Ebersberg: Entscheidung vertagt

Ein Bauinvestor muss in der Sieghartstraße in Ebersberg Geduld beweisen: Die Stadträte zögern. Die Entscheidung wurde vertagt. 

Ebersberg – Wie weit darf oder soll sich die Stadt Ebersberg in den Plan eines Bauinvestors einmischen, der an der Sieghartstraße 14 neue Wohnungen errichten will? Die rechtliche Lage ist nicht eindeutig, und das machte bei der Realisierung des Projektes offensichtlich mehrere Anläufe notwendig.

Einerseits liegt auf dem Innenstadtgrundstück vermutlich Baurecht vor, andererseits handelt es sich wohl um Sanierungsgebiet, bei dem die Stadt ein Wörtchen mehr mitzureden hätte. Die Stadträte, obwohl nicht ganz glücklich mit der geplanten Gebäudegröße, zögern.

„Vollkommen unerwartet“

In ihrer Mai-Sitzung hatten die Mitglieder des Technischen Ausschusses den Plänen ein einstimmiges „Nein“ entgegengeschmettert – „vollkommen unerwartet“, so der Ebersberger Architekt Matthias Garbe konsterniert. Den Stadträten waren die zwei Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Restaurants „El Macho“ mit einer Höhe von rund zwölf Metern und dem 3,5-Fachen des bisherigen Bauvolumens zu massiv erschienen.

Landratsamt fordert detailliertere Erklärung der Gründe für diese Ablehnung

Besonders hatten sie sich an der 23 Meter langen Wand entlang der Sieghartstraße gestört, die ihnen mit kaum Fenstern im Erdgeschoss zu abweisend wirkte. Aber ob schon dieses erste „Nein“ so ganz und gar rechtskonform war, ist noch nicht ganz klar. Jedenfalls hat das Landratsamt als übergeordnete Behörde bereits eine detailliertere Erklärung der Gründe für diese Ablehnung gefordert. Nun lagen die Pläne ein weiteres Mal auf dem Tisch des Ausschusses. Architekt Garbe hatte nachgebessert, ein von den Räten gefordertes 50-Quadratmeter-Ladengeschäft im Erdgeschoss eingeplant, alle Parkplätze vom Innenhof in die ohnehin geplante Tiefgarage verlegt und die restliche Fassade mit Fenstern, Grün und Holzverschalung ansehnlicher gestaltet. Um sich ein besseres Bild machen zu können, haben sich die Räte zum Ortstermin an der Sieghartstraße eingefunden. Mit seiner neuen Planung kam Garbe den Wünschen der Räte offenbar schon deutlich näher. „Grundsätzlich gut“, urteilte Alexander Gressierer (CSU). „Es gibt auch deutliche Verbesserungen zum heutigen Gebäude“, sagte Stefan Mühlfenzl (SPD), der darauf anspielte, dass die Häuserkante weiter von der Sieghartstraße zurückversetzt werden soll.

Planung ist einigen Räten „zu eng“

Dennoch ist einigen Räten die Planung noch immer recht hoch und „zu eng“, wie Martin Schechner (CSU) sagte. Er wünschte sich „ein kleineres Volumen“. Die Möglichkeiten, dem Vorhaben eine weitere Absage zu erteilen, eine Veränderungssperre zu erlassen oder einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzuleiten, wollte man aber doch nicht ausspielen. Zumal man sich gar nicht sicher ist, ob das unangreifbar wäre: „Die Stadt ist rechtlich in der Zwickmühle“, sagte Christoph Münch (SPD). Letztlich wurde die Entscheidung bis zur Juli-Sitzung vertagt. Für die Zwischenzeit hat Architekt Garbe einen gemeinsamen Workshop zur Planung im Dialog angeboten. Vielleicht können also doch schon bald die Bagger anrollen.

VON UTA KÜNKLER

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