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Eine Verlagerung des Ebersberger Finanzamtes ist schon länger im Gespräch.

Kreisstadt Ebersberg befürchtet weiteren Verlust

Erst Gewerbe weg, dann Finanzamt

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Droht der Kreisstadt Ebersberg nach dem Weggang von Gewerbebetrieben ein weiterer Aderlass? Das befürchtet der FDP-Kreisvorsitzende und Kreisrat Alexander Müller. Es geht um eine mögliche Verlagerung das Finanzamtes Ebersberg aus der Kreisstadt weg.

Ebersberg – Nach Informationen von Müller könnte die Entscheidung über einen neuen Standort der Finanzbehörde überraschend schnell fallen – nämlich schon in dieser Woche. Und tatsächlich: „Es wird ständig gesucht“, lautet die bestätigende Auskunft aus dem Amt selbst.

Die Verhältnisse in dem historischen Gebäude am Schlossplatz sind beengt und für einen neuzeitlichen Bürobetrieb für 130 Beschäftigte nur mehr bedingt geeignet, trotz der möglichen Umbaumaßnahmen in dem historischen Bau. Es existiert auch bereits eine Außenstelle im AOK-Gebäude, allerdings schon länger.

Wunschstandort gibt es

Einen Wunschstandort scheint es ebenfalls zu geben, und da ist offensichtlich Grafing-Bahnhof im Gespräch. Das betreffende Areal wäre etwa 7000 Quadratmeter groß und befindet sich im Besitz der Bahn.

Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) bestätigt, dass es eine entsprechende Anfrage gegeben habe. „Ich finde, dass das Finanzamt in die Kreisstadt gehört“, sagt sie aber und verweist darauf, dass die Stadt selbst keinen Grund zur Verfügung stellen könne.

In nichtöffentlicher Sitzung wurde in Grafing über dieses Thema dem Vernehmen nach schon gesprochen. Es gibt jedoch Stimmen, die sich eine andere Verwertung des betreffenden Areals vorstellen können – etwa für eine weitere Gewerbeansiedlung unter dem Aspekt der Steuermehreinnahmen.

Brilmayer will Behörde nicht verlieren

Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer weiß, dass es konkrete Gedankenspiele gibt, die Finanzbehörde zu verpflanzen. Der Rathauschef will sich bemühen, einen Weggang zu verhindern. Es gebe mehrere Optionen, „die alle nicht einfach sind“, räumt er freilich ein. „Die sind dabei, das zu prüfen.“

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Müller hat andere Informationen: „Bisher scheint nur ein Standort in Grafing-Bahnhof den Ansprüchen für einen Neubau zu genügen“, sagt er und verweist auf die „vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr“. Ebersberg brauche „eine vernünftige und professionelle Standortentwicklung“, so Müller. „Sonst schließen in der Innenstadt bald auch noch Geschäfte und Lokale, wenn neben den Mitarbeitern der Behörden und Firmen auch noch die Behördenbesucher wegfallen.“

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