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Blick aufs Gewerbegebiet Nordost in Ebersberg. Die Stadt kämpft gegen Firmenwegzüge.

Wirtschaftsförderungs-Stelle kommt vorerst nicht

Firmen-Abschiede schmerzen Ebersberg

1,3 Millionen Euro weniger Einnahmen als erwartet: Die Kreisstadt kann nur noch in Notwendiges investieren, für Sperenzchen bleibt kein Geld. Das alles, weil mehrere Unternehmen Ebersberg den Rücken gekehrt haben.

Ebersberg –  Das darf so nicht weitergehen, meinen nicht nur die Freien Wähler, deren Antrag, eine Anlaufstelle Wirtschaftsförderung zu installieren, in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses diskutiert worden ist.

Die Rechnung sei einfach. „Wenn Geld ausgegeben werden soll, muss auch Geld reinkommen“, sagte FW-Stadtrat Hans Hilger. In die Stadtkasse „reinkommen“ kann Geld unter anderem durch die Gewerbesteuer hier ansässiger Unternehmen. Doch diesen gefällt es in der Kreisstadt offenbar nicht mehr so recht. Wie mehrfach berichtet, waren jüngst mehrere Betriebe abgewandert und haben ein Loch ins Stadtsäckel gerissen. „Das Korsett war noch nie so eng wie jetzt“, monierte Hilger den geringen Finanzspielraum der Stadt.

Freie wollen neue Stabsstelle

In ihrem Antrag fordern die Freien Wähler „die Schaffung einer Stabsstelle der Wirtschaftsförderung, um diesem negativen Trend mit dem möglicherweise einhergehenden Verlust von Arbeitsplätzen zu stoppen“. Aufgabe sollte unter anderem die Bündelung von Wünschen der Unternehmer hinsichtlich Standortqualitäten sein.

Der Vorstoß der Freien Wähler ginge „grundsätzlich in die richtige Richtung“, wertete Hans Mühlfenzl (SPD). Er hätte gerne eine Bestandsaufnahme, wie das innerstädtische Leben abläuft. Schließlich habe sich dieses seit Einrichtung des Gewerbegebiets Nordwest vor 40 Jahren stark verändert, etwa durch Digitalisierung und Online-Handel. „Die Frage, wie gut wir aufgestellt sind, ist berechtigt.“ Mühlfenzl regte an, im neuen Stadtrat, der im Frühjahr gewählt wird, einen regelmäßig tagenden Wirtschafts-Fachausschuss einzurichten. Dieser könne dann klären, ob eine Stabsstelle wirklich der sinnvollste Weg wäre oder man besser externe Hilfe ersuche.

Gressierer: In Ruhe anschauen

Auch CSU-Stadtrat Alexander Gressierer wolle lieber „die veränderten Anforderungen in Ruhe anschauen“, als übereilt eine neue Stabsstelle schaffen. Susanne Schmidberger von den Grünen ergänzte, eine gute Wirtschaftsförderung berücksichtige auch den Ressourcenverbrauch. Im Übrigen könne man „mit keinem anderen Thema so viel Geld gewinnen wie mit Erzeugung und Verkauf von Energie“, etwa durch Windkraft.

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Bis ein neuer Fach-Ausschuss im Stadtrat installiert werden könnte, vergeht noch über ein halbes Jahr. Zwischenzeitlich will man nun einen Arbeitskreis gründen, der eine Bestandsaufnahme angeht. Außerdem sollen die vorhandenen Gewerbeflächen baurechtlich als solche gesichert und nach neuen möglichen Flächen gesucht werden. Eine neue Personalstelle „Wirtschaftsförderung“ wollen die Stadträte derzeit aber nicht.

Uta Künkler

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