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Foltervorwurf gegen Afghanen (26) schreckt Ebersberger Familie auf

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Von: Angela Walser

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Mit einem Aktenordner schützte der afghanische Angeklagte zu Prozessauftakt sein Gesicht vor den Fotografen. Links neben ihm der Dolmetscher, ganz rechts Vorsitzender Richter Anton Winkler.
Mit einem Aktenordner schützte der afghanische Angeklagte zu Prozessauftakt sein Gesicht vor den Fotografen. Links neben ihm der Dolmetscher, ganz rechts Vorsitzender Richter Anton Winkler. © dpa / Peter Kneffel

Im Prozess um die Kriegsverbrechen eines afghanischen Flüchtlings (26) hat ein Polizeibeamter geschildert, welche emotionale Unruhe die Festnahme des 26-Jährigen in eine Eberberger Familie brachte.

Ebersberg – Die Mutter, Mitte 50, ist mit dem jungen Mann liiert und nach islamischem Recht verheiratet. Sie hatte dem Ex-Offizier nach der Flucht Deutsch beigebracht, beide verliebten sich und wurden ein Paar. In ihrem Haus in Ebersberg teilten sie sich ein Zimmer.

Als dem jungen Mann im Oktober 2018 der Vorwurf der Folter und der entwürdigenden Behandlung gemacht wurde, war er völlig ruhig geblieben. Sie aber reagierte total aufgeregt, riet ihm mehrfach, nichts zu sagen. Wie ein „aufgeschrecktes Huhn“, habe sie gewirkt, berichtete der Beamte. Sie selber habe sich als Helferin ausgegeben.

Afghane soll Leichnam geschändet haben

Wie bereits berichtete, soll der 26-Jährige in seiner Heimat in Afghanistan einen Taliban-Kämpfer beim Verhör hart ins Gesicht geschlagen und den Leichnam eines Rebellen-Führer geschändet haben, indem er den leblosen Körper an einer Holzwand aufhängen ließ und anschließend neben ihm posierte. Die Szenen sind auf Videos festgehalten.

Bei einer Hausdurchsuchung in Ebersberg wurde die Polizei vom älteren der beiden Söhne empfangen. Er hatte sich angesichts der Geschehnisse schon gedacht, dass die Polizei mit einem Beschluss daheim auftauchen würde und wirkte überraschend entspannt. „Wir kennen andere Reaktionen“, sagte der Polizist als Zeuge.

Tablet mit Video-Szenen

Der Sohn führte die Beamten in das gemeinsame Zimmer der beiden. Seine später hinzu gekommene Mutter händigte den Polizisten ein Tablet aus, auf das angeblich besagte Video-Szenen überspielt worden waren. Das Handy des Angeklagten mit den Originalbildern tauchte allerdings nicht auf.

Der Sohn fuhr seine Mutter später nach Karlsruhe zum Bundesgerichtshof (BGH), wo der Angeklagte vernommen wurde. Auch die Frau wurde von einem Ermittlungsrichter vernommen. Der Prozess dauert an.

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