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Klimademo in der Kreisstadt: 150 bis 200 Demonstranten protestierten am Freitag für eine andere Klimapolitik im Landkreis. Im Mai und Juni gab es bereits Kundgebungen in Grafing

Rund 200 Demonstranten in Ebersberg

Fridays For Future: „Das ist erst der Anfang“

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Rund 200 Menschen sind am Freitag, 5. Juli, einem Aufruf der „Fridays-For-Future“-Bewegung gefolgt und haben in Ebersberg für eine andere Klimapolitik demonstriert.

Ebersberg – „Oma for Klima“, „Opa, wo ist der Klostersee hin?“, „Zukunft vor Profit“. Mit teils kreativen Schildern und Plakaten haben am Freitag „Fridays For Future“-Aktivisten lautstark für eine andere Klimapolitik am Ebersberger Marienplatz demonstriert. Mit Trommeln, Trillerpfeifen und Megafonen machten Jung und Alt ordentlich Lärm. So viele wie bei den Demos in Grafing waren es aber nicht. Die Kundgebung startete nach Schulschluss.

„Der Landkreis Ebersberg ist eine der wohlhabendsten Regionen der Welt“, ruft ein Sprecher der Kundgebung. „Wenn nicht wir, wer soll denn dann die Klimaerwärmung aufhalten?“. Die rund 200 Klimaprotestler am Marienplatz jubeln. Unter ihnen Kleinkinder, Jugendliche, deren Eltern und Großeltern.

„Wir sind heute hier, um die „Fridays For Future“-Bewegung auf den Landkreis auszuweiten“, sagt Julia Otto, 21. Sie ist ehemalige Gymnasiastin aus Grafing und Mitorganisatorin der Demo. Auch bei den Protesten im Mai und Juni in Grafing war sie schon ganz vorne mit dabei.

Keine leeren Sprüche, sondern Taten

Die Informatik-Studentin will keine leeren Sprüche mehr, sondern Taten. Konkret heißt das: mehr Photovoltaik, mehr Windenergie, mehr Radwege. Ein landkreisweiter Klimanotstand soll bei allen politischen Entscheidungen auch die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigen. Mit Landrat Robert Niedergesäß sei die Bewegung bereits im Gespräch.

Lesen Sie auch: „Fridays for future“ erreichen Ebersberg

Ebersbergs 2. Bürgermeister Toni Ried (FW) kam mit einem stadteigenen Megafon vom Rathaus hinüber gelaufen. Kurz sprach er zur Protestgruppe. Er fände es gut, dass so viele Leute für ihre Zukunft demonstrieren. „Buhhhhh“: Einige Demonstranten quittieren das mit Zwischenrufen. „Was ist mit den Windrädern?“, ruft eine ältere Aktivistin. Sie spielt auf die Haltung Rieds an, keine Windräder im Eberberger Forst bauen zu wollen.

Gressierer hält sich für den Geeignetsten

Es ist Kommunalwahlkampfzeit, auch Alexander Gressierer (CSU) steht bei den Demonstranten. Als jüngster Bürgermeisterkandidat sei er ja wohl der geeignetste Anwärter für den Chefsessel im Rathaus, um die Klimasorgen der jungen Bevölkerung in die Politik zu bringen, meint der Stadtrat. Auch er findet, dass sich die Landkreisklimapolitik zu langsam ändere.

Nicht alle der anwesenden Menschen teilen die Meinung der „Fridays For Future“-Organisatoren. Georg Lechner aus Ebersberg steht neben dem Brunnen und verteilt frisch gedruckte Flugblätter. Den Klimawandel gibt es schon, sagt Lechner, aber die Hysterie darum versteht er nicht. „Es kann nicht sein, dass seit Fukushima deutsche Atomreaktoren abgeschaltet werden, und wir jetzt Strom aus Tschechien kaufen“, sagt Lechner. Außerdem könne er die Teenager nicht verstehen. Hier demonstrieren sie, nach dem Abi würden sie für 19 Euro nach Mallorca fliegen. Hin und zurück. Zudem gebe es auch Klimaerwärmung auf dem Mars, Jupiter und Saturn. Auch ohne menschengemachtes CO2-Zutun. Also alles nur halb so schlimm?

Nach den Sommerferien geht‘s weiter

Nein, es ist aller höchste Zeit zu handeln, sagen die Sprecher der Kundgebung. Sie ziehen über die Einkaufspassage durch Ebersberg. Dabei skandieren sie lautstark: „Wir sind hier, wird sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“. Überhören kann sie hier niemand. Mitorganisatorin Julia Otto macht klar: „Das ist erst der Anfang. Wir hören nicht auf zu kämpfen“. Nach den Sommerferien gehe es erst so richtig los.

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