„Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist“, sagt Stefanie Redl aus Ebersberg, hier mit ihrer leukämiekranken Tochter Anna, die tapfer gegen die Krankheit kämpft. 
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„Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist“, sagt Stefanie Redl aus Ebersberg, hier mit ihrer leukämiekranken Tochter Anna, die tapfer gegen die Krankheit kämpft. 

Ebersberger Familie erfährt viel Solidarität

Für leukämiekranke Anna (4) erstrahlt der Aussichtsturm

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Anna Redl leidet an Leukämie. Die Vierjährige und ihre Familie kämpfen gegen die schwere Erkrankung. Eine harte Zeit. Die Familie hat hunderte Unterstützer.

Ebersberg – Stefanie Redl aus Ebersberg ist gerührt. Sie ist überwältigt von der Unterstützung für ihre erkrankte Tochter Anna. „Ich will ganz laut Danke schreien“, sagt Redl am Telefon. Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft würden der Familie viel Kraft geben, „man wird aufgefangen“, sagt sie.

Einige Wochen in der Klinik

Das vierjährige Mädchen hat Blutkrebs. Im vergangenen Herbst war es oft krank, erzählt Mutter Stefanie. Anfang Dezember schickte ein Kinderarzt das Kind ins Krankenhaus nach Schwabing. Der Arzt vermutete bereits die Krebserkrankung. „Im Krankenhaus wurde es bestätigt“, sagt Redl. Einige Wochen war Anna dort auf Station.

Beste Form der Leukämie

Stefanie Redl, 44, Mutter von sieben Kindern, brüchige Stimme, sagt, ihre Tochter hat die beste Form der Leukämie. Es brauche keine Stammzellenspende, sie habe „gute Chancen“.

Anna bekommt eine Chemotherapie, derzeit muss sie dreimal wöchentlich ins Krankenhaus. Ende Juli soll die Therapie abgeschlossen sein.

Anna ist ein starkes Mädchen

Aktuell hänge ihre Tochter ein wenig durch, sagt Redl. Wegen der Kortisontherapie. Sie sei aber ein starkes Mädchen und habe eine positive Art. Das liege auch an der Unterstützung von außen.

Im Kölner Dom brennt eine Kerze

Hunderte Briefe, Postkarten, Geschenke und Whats-App-Videos hat die Familie bekommen. Der Kindergarten und die Schule im Ebersberger Gemeindeteil Oberndorf schicken regelmäßig Botschaften, eine Musikgruppe hatte Geld für ein Geschenk gesammelt. Im Kölner Dom brennt eine Kerze für Anna, entzündet von ihrer Tante.

Facebook-Post geht viral

Ein Post auf Facebook, in dem die Familie um Mund-Nasenmasken gegen Bezahlung bat, ging viral. Weder in der Klinik noch im Einzelhandel gebe es Masken, schrieb die Mutter damals. Der Beitrag wurde knapp 3000 mal geteilt, sie bekamen hunderte Masken zugeschickt. Die Familie hat sie ans Schwabinger Krankenhaus gespendet.

„Wir kennen viele Unterstützer gar nicht“, sagt die Mutter. „Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist.“ Sie möchte sich bei allen rundum bedanken.

Totaler Lockdown zuhause

Die ganze neunköpfige Familie ist von Annas Erkrankung betroffen. Weil die Chemotherapie das Immunsystem des Mädchens schwächt, ist eine Covid-19-Erkrankung besonders gefährlich für sie. Das heißt, dass das Coronavirus möglichst von ihr ferngehalten werden muss. „Wir haben zuhause einen totalen Lockdown“, sagt die besorgte Mutter.

Anna und ihre Geschwister dürfen nicht in die Schule gehen. Die Kinder dürfen keine Freunde empfangen, der Vater habe auch deswegen lange nicht gearbeitet. „Es gibt keinen Kontakt zu Gleichaltrigen“, so Redl. Das sei mit dem behandelnden Arzt abgesprochen.

Zum Geburtstag erstrahlt der Aussichtsturm

Am 14. Juni hat Anna Geburtstag. Ein besonderes Geschenk wartet auf das Mädchen: Der Ebersberger Aussichtsturm soll zwei Tage vorher rot angeleuchtet werden. Weil die Familie dort immer vorbeifährt, wenn das Kind zur Chemotherapie nach Schwabing muss. Und weil es ein Zeichen der Hoffnung und des Dankes sein soll.

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