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Eine Sprachförderklasse soll die erste Ganztagesklasse an der Ebersberger Mittelschule werden. 

Im kommenden Schuljahr geht‘s los

Ganztagsklasse an Ebersberger Mittelschule

Die Mittelschule Ebersberg möchte im kommenden Schuljahr ihre erste Ganztagesklasse einrichten. Der Versuch soll mit einer der beiden Sprachförderklassen für Kinder mit wenig Deutschkenntnissen starten.

Ebersberg – Womöglich legt die Schule damit den Grundstein für ein künftiges Ganztagesangebot, das Rektor Alexander Bär aber nicht im Mittelschulbereich, sondern höchstens im Grundschulbereich sieht.

Im jetzt endenden Schuljahr hatte die Mittelschule auf Geheiß des Kultusministeriums ihre bisherigen Übergangsklassen für aus dem Ausland zugezogene Kinder in so genannte Deutschklassen umgewandelt. In ihnen werden die Schüler bis 16 Uhr betreut und erhalten neben Deutsch- und Fachunterricht auch Unterricht in Landeskunde, Kultur und Wertevermittlung. Um die Nachmittagsbetreuung der 40 Deutschklassen-Kinder leisten zu können, wurden diese in das Programm der ohnehin bestehenden Offenen Ganztagesschule (OGTS) integriert. Neben Lehrern und hauptamtlichen Betreuern kümmern sich auch Ehrenamtliche um die Schüler, backen, lesen oder spielen mit ihnen.

Schwierige Planung mit Ehrenamtlichen

„Das hat eigentlich perfekt funktioniert“, berichtete Schulleiter Bär im Stadtrat. Allerdings sei man durch die Einbindung von Freiwilligen „von vielen Unwägbarkeiten abhängig“. Etwa durch Krankheit oder spontane Urlaubsreisen ließ sich mit Ehrenamtlichen nicht so solide planen wie mit fest angestelltem Personal. Auch fehle teilweise der pädagogische Hintergrund.

Die Deutschklassen-Schüler – überwiegend Kinder von Eltern aus Südosteuropa – müssten auch bei Alltagsproblemen viel unterstützt werden, erzählte Bär: „Das mussten wir in diesem Jahr auch lernen.“ Die notwendige sozialpädagogische Förderung der Kinder könne man im OGTS-Betrieb aber nicht darstellen.

Die Lösung für Ebersberg liefert Europa. Die EU fördert mit dem Europäischen Sozialfonds Ganztagsintegrationsklassen, indem sie das Gehalt eines ausschließlich für diese Klassen zuständigen Sozialpädagogen in Höhe von 26 500 Euro pro Schuljahr übernimmt. Und für die Ganztagsklasse bekommt die Ebersberger Schule künftig zwölf Lehrerstunden mehr vom Freistaat gezahlt.

Gebundener Ganztag

Im so genannten gebundenen Ganztag haben die Schüler bis 16 Uhr Unterricht im Klassenverbund, wobei sich Lern- und Freizeitstunden über den ganzen Tag verteilen. Weil sowohl Räume als auch Lehrmaterialien ausreichend vorhanden sind, kostet diese Umwandlung in eine Ganztagsklasse die Stadt im Prinzip nichts.

Sie muss zwar mit 5000 Euro pro Jahr in Vorleistung gehen, allerdings war das auch bisher in der OGTS-Lösung der Fall. Sollten die EU alle Anträge bewilligen, wird die Deutschklasse für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben ab Herbst für zunächst drei Jahre starten. Das beschlossen die Stadträte einstimmig.

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„Ist das der Einstieg in die gebundene Ganztagesschule in Ebersberg?“, fragte Philipp Goldner (Grüne). Und auch Elisabeth Platzer (SPD) meinte: „Über kurz oder lang wird jede Schule gebundene Ganztagesklassen brauchen“ Schulleiter Bär schloss das für die Mittelschule zwar aus: „Da werden wir Grafing im Schulverbund nicht in die Parade fahren.“ Aber anders sähe es bei den Grundschülern aus, bei denen der Bedarf an gebundenen Ganztagesangeboten wachse: „Ich könnte mir vorstellen, dass das im Grundschulbereich jetzt irgendwann mal Thema wird“. 

Uta Künkler

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