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„Wir wollen möglichst viel hinhören“: Claudia Pfrang, Sepp Peis und Reinhold Weise (vorne, v.l.)

Neue Wählervereinigung in der Kreisstadt

Die Groß-Denker von Pro Ebersberg

Kaum warten die Ebersberger eine ganze Generation, wird’s spannend. Nach 26 Jahren Bürgermeister Walter Brilmayer verspricht die Wahl 2020 ein Krimi zu werden. Jetzt spitzt ein weiterer Kandidat die Lage noch mehr zu: Sepp Peis.

Ebersberg – Die neue Wählergemeinschaft „Pro Ebersberg“ und ihr designierter Kandidat haben sich am Dienstag, 8. Oktober,  in der Sieghartsburg das erste Mal öffentlich präsentiert. „Ich will vorne mitgestalten“, sagte der ambitionierte 46-jährige Vater dreier Kinder vor den mehr als 300 Interessierten, die sich dicht im Saal drängten. 

Über den Tellerrand hinaus

Frischen Wind wolle er in die Stadtpolitik bringen, die Gremien im Rathaus vor der Falle bewahren, sich zu sehr im Alltagsgeschäft zu verheddern und nicht mehr über den Tellerrand hinaus zu Erfolgsgeschichten in anderen Kommunen blicken zu können. Es sei an der Zeit für neue Impulse, für unabhängige Visionen.

Sepp Peis, Bürgermeisterkandidat

„Wir treten an, um groß zu denken“, postulierte der studierte Politikwissenschaftler und Geschäftsstellenleiter im Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München-Freising. Peis’ „Wir“, das sind neben ihm als Vorsitzendem seine beiden Stellvertreter Claudia Pfrang und Reinhold Weise sowie eine Reihe an bekannteren und unbekannten Gesichtern, die Ebersberg fit für die Zukunft machen wollen. „Rund um uns entwickeln sich die Kommunen weiter“, sagte Peis. Es bedürfe strategischer Überlegungen, um ein „aktiver Player sein und nicht bloß reagieren zu können“. Die Themen sind naturgemäß die üblichen. „Pro Ebersberg“ geht es um Stadtentwicklung und Gemeinschaftsflächen (Manfred Kugler: „Der Ehrenamtsplatz gehört besser genutzt!“), Energie und Umwelt (Toni Bayerstadler: „Wir sind in einem guten Mix auch pro Windenergie.“), Wohnen (Christian Schechner: „Im sozialen Wohnungsbau ist zu wenig passiert.“) und Verkehr (Reinhold Weise: „Wir brauchen alternative Mobilitätskonzepte neben dem Auto.“) Einen frischen Ansatz verspricht die Orientierung am Gemeinwohl, was laut Peis „für uns Grundbasis allen Handelns“ sein solle. Was dieses Bekenntnis in der Praxis etwa für den Verkehr oder die Wohnungssituation in Ebersberg bedeuten mag, bleibt abzuwarten. „Wir sind auf dem Weg“, sagte der Wahl-Ebersberger, der schon in seinem Heimatlandkreis Erding für die „Unabhängige Ortsliste Niederding“ im Gemeinderat gesessen hatte.

„Möglichst viel hinhören“

Ihre einzelnen Themenschwerpunkte wollten die Aktiven mit dem Publikum gemeinsam weiterentwickeln. Nach einigen Ansprachen zogen die Zuhörer von Arbeitsgruppe zu Arbeitsgruppe und pinnten ihre persönlichen Ideen an vorbereitete Wände. „Wir wollen möglichst viel hinhören“, betonte Pfrang. Entsprechend wolle man sich auch für regelmäßige Bürgersprechstunden im Rathaus einsetzen. „Alles, was wir wollen, ist die Ebersberger mitzunehmen, ihre Stadt zu gestalten“, bekräftigte Peis. Nun werden die Stadtratsliste aufgestellt und 180 Unterschriften für das nötige Zulassungsverfahren gesammelt, bevor „Pro Ebersberg“ im Januar mit einem konkreten Wahlprogramm auftreten möchte. Sind diese Hürden genommen, startet Peis am 15. März ins Rennen gegen Alexander Gressierer (CSU), Uli Proske (SPD), Toni Ried (FW) und Bernhard Spözl (FDP).

Uta Künkler

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