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Manfred Bergmeister, der Ausnahmeschmied und Ehrenbürger der Stadt Ebersberg, dort, wo er viele Jahre so gerne war: In seiner Werkstatt. Nicht nur in der Kreisstadt ist die Trauer über seinen Tod groß.

Manfred Bergmeister ist tot

Große Trauer um Ebersberger Ehrenbürger

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Er hat viele Spuren hinterlassen. Seine Werke stehen in aller Welt: Manfred Bergmeister, der berühmte Ebersberger Kunstschmied, ist mit 91Jahren gestorben.

Ebersberg – Die Stadt Ebersberg trauert um ihren Ehrenbürger, die große Familie des Verstorbenen um ihren Mittelpunkt und viele seiner Freunde und Bekannten um einen Menschen, der trotz oder gerade wegen seines hohen Alters und seiner Erfahrung als menschlich warmherziger Ratgeber und einsichtiger Beobachter geachtet war.

„Er hatte Haltung“

„Er hatte Haltung, das hat ihn ausgezeichnet, dass er nicht mit dem Haufen mitgelaufen ist, sondern sich seine eigenen Gedanken gemacht hat“, sagt Matthias Larasser-Bergmeister, der den Familienbetrieb übernommen hat und weiterführte, als Manfred Bergmeister sich zur Ruhe setzte. Sein Interesse am Unternehmen freilich erlosch nie, ebenso wie die Kontakte zu Architekten in aller Welt lebendig blieben, wie Larasser-Bergmeister sagt. „Er hat sich gefreut, dass alles läuft. Das war sein Lebenswerk.“

Versöhnung der Völker

Bergmeisters Anliegen als Teilnehmer des Zweiten Weltkrieges galt stets der Versöhnung der Völker, was auch sein herausragendes Engagement beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erklärt. Zusammen mit Alfons Nagel war er darüber hinaus maßgeblich an der Ausrichtung des Gedenkens an die Schlacht von Hohenlinden beteiligt, erinnert Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer. 

Das ist nur eine Facette des Lebenswerks von Bergmeister, dem auch die Aussöhnung mit Frankreich ein persönliches Anliegen war, weswegen er lebenslange Kontakte nach Verdun pflegte. Regelmäßige Besuche auf einer Gedenkstätte in Costermano am Gardasee gehörten ebenso zu seinem Engagement. Letztmalig war er dort Ende des vergangenen Jahres gewesen. Auf dem dortigen Soldatenfriedhof ruhen 22 000 Gefallene.

Mahnmale in ganz Europa

Bergmeisters Mahnmale stehen auf Friedhöfen in ganz Europa. Das schwerste davon wiegt zwölf Tonnen, und wurde auf einer Gedenkstätte in Maleme auf Kreta aufgestellt. „Das war sein wichtigstes Hochkreuz“, sagt Larasser-Bergmeister. „Ein Model davon steht bei mir im Büro.“

Von bleibendem Wert ist auch dasGrabkreuz-Museum, dem Bergmeister viel Zeit widmete, und in dem er lange Jahre den Besuchern die heimische Bestattungskultur nahebrachte, bevor schmeideeiserne Kreuze nach und nach von Grabsteinen verdrängt wurden. Im Bergmeister-Museum in der Kreisstadt lebt diese Tradition weiter.

Erfinder des Waldsportparks

Der geborene Ebersberger engagierte sich 36 Jahre lang bis 1996 im Ebersberger Stadtrat. Auch der Waldsportpark gehört zu den bleibenden Spuren des Ehrenbürgers, dem die Jugend und ihre Entwicklungsmöglichkeiten ein großes Anliegen waren. Für sein Wirken wurde Bergmeister vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, den Päpstlichen Sankt-Silvester-Orden, den Bayerischen Verdienstorden, er war auch mehrfacher Staatspreisträger und bekam den Oberbayerischen Kulturorden verliehen.

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Bis zum Schluss hatte der Ebersberger Anteil am Leben der Stadt, nahm dabei immer wieder gerne mal am Stammtisch Platz, wo wichtige und nebensächliche, erfreuliche und traurige Dinge besprochen werden. Auch dort wird Bergmeister eine Lücke hinterlassen als interessanter Gesprächspartner, der er Zeit seines Lebens war.

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