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Der Ebersberger Werner G. am Eingang zu dem Schrottplatz, der im Laufinger Moos entstanden ist. Der 80-Jährige hat die Behörden verständigt.

Ebersberger Naturschutzbehörde spricht von skandalösem Zustand

Alte Maschinen, Schutt und Abbruchmaterial: Schrottplatz im Laufinger Moos

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Im Laufinger Moos an der Südumfahrung von Ebersberg wird in einem Wäldchen Schrott und Abfall gelagert. Die untere Naturschutzbehörde ist alarmiert.

Ebersberg – Früher war hier mal ein Schrebergarten einer älteren Frau aus Ebersberg. Der Pensionist Werner G. kann sich noch genau an sie erinnern. „Wir haben immer Gemüse getauscht“, sagt der 80-Jährige, der selbst gerne gärtnert und in der Nähe wohnt. Die Frau sei nach München gezogen und schon länger nicht mehr nach Ebersberg gekommen, bedauert er. Unmittelbar angrenzend an den Schrebergarten ist auf dem Gelände im Laufinger Moos aber offensichtlich ein Ablageplatz für allerlei Unrat geworden. Das Areal befindet sich etwa 100 Meter nördlich der Brücke über die Südumfahrung von Ebersberg in einer kleinen Baumgruppe.

Untere Naturschutzbehörde ist informiert

Ausrangierte Traktorreifen mit Moosbesatz.

Die untere Naturschutzbehörde ist informiert und bestätigte „die skandalösen Zustände“ in einem Schreiben an den Ebersberger, der vor geraumer Zeit die Behörden eingeschaltet hat. Zuständig sei das Bauamt des Landratsamtes, wurde dem aufmerksamen Ebersberger Bürger schriftlich mitgeteilt. Was ihn wundert: Sein Schreiben an die Kreisbehörde datiert vom 13. Juni vergangenen Jahres. Eine erste Antwort bekam er zwar per Mail fünf Wochen später am 23. Juli 2019. „Seitdem ist aber nichts passiert, vielleicht aus Arbeitsüberlastung“, mutmaßt er.

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Ebersberger Kreisbehörde hat Ortseinsicht genommen

Tatsächlich wurde dem 80-Jährigen mitgeteilt: „Eine kürzere Bearbeitungszeit war durch noch vordringlichere Arbeiten nicht möglich.“ Am Montag stellte der Ebersberger aber bei einer Nachschau vor dem Gelände fest: Es ist alles noch unverändert. Der Grundeigentümer werde angeschrieben, wurde dem Ebersberger mitgeteilt, ein Baukontrolleur der Kreisbehörde habe eine Ortseinsicht vorgenommen. Der Pensionist hat auch Fotos ans Landratsamt geschickt.

„In den Maschinen ist jede Menge Öl“

Die alten Maschinen sind bereits eingewachsen.

Schon von außen erkennt man, was alles auf dem Gelände alles abgelagert wurde. Alte Traktorreifen, Schrott, Gitterboxen mit Baumaterialien, morsches Holz ein alter Waschkessel, Granitblöcke, eine Palette mit Ziegeln, Abfallbehälter aus Metall und Baumaschinen, Abbruchmaterial und Traktoren, die schon lange hier stehen dürften, weil die Reifen zum Teil schon in den Untergrund eingesunken oder von der Vegetation schon eingewachsen sind. „In den Maschinen ist doch jede Menge Öl“, schüttelt der 80-Jährige den Kopf. Das sei schlecht und gefährlich für die Umwelt. Das Gelände ist nicht befestigt, die rostigen Maschinen stehen auf Kies oder im Gras.

Lebensraum für Amphibien aber kein Biotop

Auf dem Grundstück befindet sich auch ein kleiner Tümpel, vielleicht ein Relikt aus der Entstehung des Laufinger Mooses. Ein Lebensraum für Amphibien, die mittels der nahen Froschzäune an der Umfahrung davor bewahrt werden sollen, unter die Räder zu kommen.

Anhörungsverfahren läuft noch im Landratsamt Ebersberg

„Ein eingetragenes Biotop ist das nicht“, sagt Evelyn Schwaiger, die Behördensprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung. Die Kreisbehörde bestätigt aber, dass derzeit im Zusammenhang mit den Ablagerungen auf dem betreffenden Grundstück eine Anhörung laufe, in der sich sowohl Pächter wie auch Grundeigentümer äußern können. „Die sollen auch zu Wort kommen“, teilt Schwaiger mit und kündigt an: „Die Anhörung soll dieser Tage abgeschlossen werden.“

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