Einer der beiden ersten Impflinge: August Paul, 81, aus Ebersberg erhält im Impfzentrum der Kreisstadt die Spritze mit dem Stoff, der vor Corona schützen soll.
+
Einer der beiden ersten Impflinge: August Paul, 81, aus Ebersberg erhält im Impfzentrum der Kreisstadt die Spritze mit dem Stoff, der vor Corona schützen soll.

Keine Angst vor Nebenwirkungen

„Sind regelrecht überrannt worden“: Corona-Impfstart in Ebersberg - zwei Männer (81 und 84) machen den Anfang

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
    schließen

Der Anfang ist gemacht: In Ebersberg sind die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Im Laufe des Tages wird in einer Poinger Pflegeeinrichtung geimpft.

  • In Bayern haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen.
  • Auch im Landkreis Ebersberg bekamen Senioren den Impfstoff gegen Covid19 gespritzt.
  • Angst vor möglichen Nebenwirkungen haben die ersten Geimpften nicht.
  • Alles aus der Region gibt‘s im Ebersberg-Newsletter.

Ebersberg - August Paul (81) aus Ebersberg und Konrad Seidl (84) aus Grafing sind die ersten Menschen aus dem Landkreis Ebersberg, die am Sonntag, 27. Dezember, 9 Uhr, im Impfzentrum in der Kreisstadt den Stoff, auf dem so viel Hoffnung ruht, injiziert bekamen. Sie waren vom Landratsamt Ebersberg ausgesucht worden.

Corona in Ebersberg: Impfungen starten - am ersten Tag werden etwa 40 Senioren geimpft

Noch am selben Tag werden in Ebersberg rund 40 weitere Menschen im Alter von über 80 Jahren geimpft. Sie hatten sich über die Hotline des Impfzentrums gemeldet. „So sollen die Abläufe noch einmal geprobt werden - im Echtbetrieb“, sagte Brigitte Keller vom Corona-Krisenstab des Landratsamts.

Konrad Seidl , 84, war jahrzehntelang Hausarzt in Grafing. Hier lässt er sich gegen Corona impfen.

Eigentlich hätten es vier Menschen sein sollen, die beim offiziellen Start geimpft werden. Doch bei zwei „Impflingen“ entschieden sich die Ärzte nach den Vorgesprächen gegen die Verabreichung der Spitze. Bei Alois Freundl (91) aus Ebersberg war es ein Medikament, das dagegen sprach, bei Hildegard Ranner (84) aus Ebersberg eine Grippe-Impfung, die erst vor zwölf Tagen erfolgte. Die Zeitspanne sei zu knapp, entschied der behandelnde Arzt.

Corona-Impfung im Kreis Ebersberg: Mobiles Team in Seniorenheimen in Poing unterwegs

Jeder Landkreis in Bayern hatte für den Impfstart am Sonntag 100 Dosen zur Verfügung gestellt bekommen. Der Rest des Ebersberger Kontingents diesen Tages wird von einem mobilen Team im Poinger Seniorenzentrum des Plegesterns verimpft. Am Montag, 28. Dezember, folgt das Seniorenzentrum in Anzing.

Am Dienstag, 29. Dezember, erhält der Landkreis nach Auskunft Liam Klages, Verwaltungsleiter im Impfzentrum, 500 Impfdosen und dieselbe Anzahl noch einmal am Donnerstag, 31. Dezember. Dann sollen pro Woche 1000 Dosen folgen. Wenn genügend Impfstoff vorhanden ist, sollen im Zentrum am Sparkassenplatz alle zehn Minuten vier Impflinge den schützenden Stoff erhalten.

Corona in Ebersberg: Anmeldung für Impfungen erfolgt über Hotline - 80 Ärzte im Einsatz

Das Impfzentrum wird von dem Taufkirchener Unternehmen Tresec betrieben. Die Anmeldung für die Impfung soll über die Hotline erfolgen und schon bald auch online möglich sein. Menschen, die geimpft werden wollen, erhalten zwei Termine. Den für die Erstimpfung und den für die Zweitimpfung, die exakt 21 Tage später stattfindet.

Rund 80 Ärzte, die meisten mit notfallmedizinischer Ausbildung, hat Tresec eigenen Angaben zufolge zur Verfügung. Hinzu kommen Helfer, die sich um „Impflinge“ und Ablauf kümmern. „Wir sind regelrecht überrannt worden“, sagt Verwaltungsleiter Liam Klages. Auch zahlreiche Flugbegleiter der Lufthansa seien eingestellt worden, die hier helfen wollten.

Ich bin 32 Jahre geflogen, da hat man vor nichts mehr Angst.

Alois Freundl (91)

Die vier Freiwilligen des ersten Tages waren allesamt guter Dinge. Sie freuten sich über den Corona-Schutz und appellierten an andere, es ihnen gleich zu tun und sich impfen zu lassen. Angst vor Nebenwirkungen der Impfung hatte keiner. Alois Freundl, 91, langjähriger Chef der gleichnamigen Bäckerei in Ebersberg, nannte Corona eine „weltweite Bedrohung“, gegen die man nun endlich etwas tun könne.

Corona-Impfung im Kreis Ebersberg: Erste Geimpfte haben keine Angst vor Nebenwirkungen

Er selbst sei froh, geimpft zu werden und habe keinerlei Sorge. „Ich bin 32 Jahre lang geflogen, da hat man vor nichts mehr Angst“, sagte er schmunzelnd, noch nicht wissend, dass er an diesem Tag dann doch nicht geimpft wird. Konrad Seidl (84), der viele Jahre Hausarzt in Grafing war, und August Paul (81), langjähriger Ebersberger Feuerwehrkommandant, der vor sieben Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, waren nach der Impfung wohlauf.

93 Impfzentren stampft der Freistaat Bayern aus dem Boden. In Ebersberg ziehen die Mediziner in das alte Sparkassengebäude ein. Ein Besuch im Corona-Impfzentrum in Ebersberg. Alles zum Corona-Impfstart in Bayern erfahren Sie in unserem News-Ticker.

(Von Michael Acker)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare