Die kleine Kapelle im Ebersberger Weiler Halbing, wo einmal im Jahr die Motorradweihe stattfindet. Hier könnte die neun Fußballfelder große Photovoltaikanlage entstehen.
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Die kleine Kapelle im Ebersberger Weiler Halbing, wo einmal im Jahr die Motorradweihe stattfindet. Hier könnte die neun Fußballfelder große Photovoltaikanlage entstehen. 

Freiflächen-Photovoltaikanlage geplant

In Halbing bei Ebersberg: Neun Fußballfelder voller Solarpaneele

Auf einem Feld in dem kleinen Weiler Halbing im Osten von Ebersberg könnte eine neun Fußballfelder große Photovoltaik-Anlage enstehen. Noch ist es nicht ganz so weit.

Ebersberg – „Die Energiewende wird man auch sehen, so oder so, also haben Sie bitte Mut zu diesem Leuchtturmprojekt.“ Mit diesen Worten hat Markus Henle vom kommunalen Energieversorger Eberwerk in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses versucht, die Ebersberger Stadträte von einem ehrgeizigen Projekt zu überzeugen: einer Freiflächen-Photovoltaikanlage, so groß wie neun Fußballfelder.

Eberwerk steckt hinter dem Projekt

Südöstlich von Halbing will Eberwerk, das Energieunternehmen der Kommunen im Landkreis, auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche Solarpaneele aufstellen. Die Anlage soll eine Leistung von sechs Megawatt erbringen. Dafür ist eine Fläche von 6,5 Hektar notwendig. 

Zwar zeigten sich die Stadträte von der geplante Größe der Anlage überwältigt, hatten aber dennoch Verständnis für die Dimension: „PV-Anlagen sind nur ab einer gewissen Größe wirklich rentabel“, sagte Grünen-Stadtrat Jürgen Friedrichs.

Standort für Stadträte in Ordnung

Auch mit dem Standort konnten sich die meisten Räte grundsätzlich anfreunden, selbst wenn „es schon eine andere Hausnummer“ (Christoph Münch, SPD) sei als das Parallelprojekt in Oberlaufing, wo auf einem recht versteckt liegenden Streifen entlang der Bahnlinie eine Freiflächenanlage entsteht. Der Plan des Landkreises, bis zum Jahr 2030 unabhängig von fossilen Ressourcen zu werden, sieht den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf einer Fläche von insgesamt 126 Fußballfeldern vor. Sollte Halbing verwirklicht werden können, wäre man diesem Ziel ein gutes Stück näher.

„Natürlich greifen PV-Anlagen dieser Größenordnung optisch in die Landschaft ein“, sagte Gerd Otter (Pro Ebersberg), „aber wenn wir die Energiewende wollen, müssen wir eben einen Energiemix verwirklichen.“ FW-Stadtrat Max Fritsch sprach von einer Chance: „Wer weiß, ob wir irgendwo anders überhaupt nochmal so eine Fläche kriegen.“ 

Proske: „Nicht durch die Lappen gehen lassen“

Auch Bürgermeister Uli Proske (SPD) plädierte dafür, sich die Möglichkeit, so einen „Meilenstein“ zu setzen, „nicht durch die Lappen gehen“ zu lassen. Grundsätzlich zeigte sich das Gremium also durchaus vom Projekt angetan. Jedoch befürchtete der eine oder andere Stadtrat einen Präzedenzfall für künftige Antragsteller, die eventuell an weniger geeigneten Standorten Anlagen errichten wollen. „Ich möchte ungern warten, bis die Grundstückseigentümer auf uns zukommen, sondern das Ganze proaktiv mitgestalten“, sagte Bürgermeister Proske und spielte auf den folgenden Tagesordnungspunkt an. Darin sollte nämlich ein städtebauliches Entwicklungskonzept zur Steuerung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf den Weg gebracht werden. Ähnlich wie bei der Konzentrationsflächenplanung etwa für den Kiesabbau will die Stadt in ihren Augen geeignete PV-Standorte ausfindig machen und festsetzen. Dieser Idee folgte das Gremium einstimmig.

Idee nur verschoben

Dagegen lehnten die Räte die Halbinger Anlage, für die sie den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen hätten müssen, mit sieben zu vier Stimmen ab. Allerdings ist die Idee längst nicht vom Tisch, sondern nur auf die Zeit nach dem Entwicklungskonzept verschoben.

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„Halbing können wir ja ins Konzept mit reinnehmen und frühzeitig aufs Gleis stellen“, schlug Proske vor. Bis darüber entschieden wird, sollten sich aber erstmal alle Stadträte ein Bild vor Ort machen, regte Martin Schechner (CSU) an: „Wenn wir eine Fläche von 6,5 Hektar umgestalten, müssen wir uns das schon ansehen.“

Uta Künkler

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