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Trotz Anstiegs: Landkreis nicht mehr Inzidenz-Spitzenreiter im Freistaat - Klinik-Zahl macht Hoffnung

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Von: Josef Ametsbichler, Katharina Haase

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Corona-Test
Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung für die Analyse vorbereitet. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Im Landkreis Ebersberg nahe München steigt die Inzidenz weiter an. Eine andere Zahl gibt Hoffnung. Der News-Ticker.

18.30 Uhr: In der Frage über die Gültigkeit der Impfnachweise von rund 1800 Patienten, die über das Ebersberger Impfzentrum mit abgelaufenen Biontech-Impfstoff versorgt wurden, gibt es nun Klarheit: Das Bayerische Gesundheitsministerium teilte auf Nachfrage mit, dass die Impfungen trotz abgelaufener Haltbarkeit Gültigkeit haben. Aussagen zur Wirksamkeit macht das Ministerium dabei nicht, sondern führt formale Gründe an: Die Haltbarkeit des Impfstoffs sei, anders als etwa die Chargennummer, nicht Teil der vorgeschriebenen Impfdokumentation und damit für die Gültigkeit nicht relevant.

Freitag, 14. Januar 2022, 8.45 Uhr: Die Inzidenz im Landkreis Ebersberg steigt weiter auf 694,7, meldet das RKI. Bayernweit schieben sich jedoch andere Städte Landkreise mit einem Inzidenz-Sprung an Ebersberg vorbei. Darunter die Nachbarn aus Erding mit 753,8, der Landeshauptstadt München mit 718,2, dem Kreis Starnberg mit 708,6 und dem Landkreis München. mit 700,6.

Hoffnung gibt eine andere Zahl: Seit Monaten behandelt die Kreisklinik Ebersberg dem Intensivregister DIVI vom Freitagmorgen nach keinen Corona-Intensivpatienten. Ob das an den milderen Auswirkungen der Omikron-Variante liegt, muss sich noch zeigen: In vorhergehenden Wellen machten sich steigende Inzidenzzahlen nach etwa ein bis zwei Wochen in der Klinik bemerkbar.

17.45 Uhr: Die rund 1800 Menschen, die über das Impfzentrum Ebersberg oder einen Hausarzt im Landkreis mit einem abgelaufenen Impfstoff des Herstellers Biontech geimpft wurden, können noch nicht sicher sein, ob ihre Impfung gültig ist. Wie ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums der Redaktion mitteilt, werde dies derzeit noch geprüft und könne heute nicht beantwortet werden.

Vorerst kein Lockdown - trotz steigender Zahlen

15.35 Uhr: Die Angst vor einem Hotspot-Lockdown im Landkreis Ebersberg ist zunächst vom Tisch. Bislang sah der Pandemieplan der Staatsregierung vor, das dann etwa die Gastronomie sowie Sport- und Kulturstätten schließen müssen. Am Donnerstag hat Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) allerdings angekündigt, diese sogenannte „Hotspot-Regelung“ nicht mehr anzuwenden – zumindest so lange, bis zu einer geplanten Überarbeitung im Kabinett der Staatsregierung, um auf die veränderten Umstände durch die Omikron-Variante zu reagieren.

Vier Corona-Tote gemeldet

15.20 Uhr: Erneut meldet das Landratsamt Ebersberg vier Menschen aus dem Landkreis Ebersberg, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind. Demnach handelt es sich um Landkreisbürger mit Geburtsjahrgängen in den 1920er-, 1930er, 1940er- und 1960er-Jahren, die bereits im Dezember 2021 gestorben sind. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Landkreis Ebersberg steigt damit auf 235.

In der Kreisklinik Ebersberg werden laut der Kreisbehörde derzeit 13 Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung behandelt. zwölf kommen aus dem Landkreis. Auf der Intensivstation versorgt und beatmet werden muss eine Person. Vier der Patienten, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, sind vollständig geimpft. Es gibt fünf COVID-19-Verdachtsfälle in der Klinik. 

Update, 13. Januar, 9 Uhr: Mit einer erneut gestiegenen Inzidenz von 671,8 liegt der Landkreis Ebersberg mit seinen Corona-Ansteckungszahlen auch am Donnerstag bayernweit am höchsten. Während sich die Omikron-Variante im Kreis Ebersberg ausbreitet, schießen die Ansteckungszahlen in die Höhe. 272 gemeldete Neuinfektionen für Dienstag und 206 am Mittwoch – Pandemie-Höchstwerte mit weitem Abstand.

Das Landratsamt teilt mit, dass mit dem Ferienende viele Schul- und Kita-Kinder sowie Urlaubsrückkehrer positiv getestet würden. Die Inzidenz bei den 15- bis 34-Jährigen ist mit mittlerweile 983,1 die bei weitem höchste aller Altersgruppen.

Hoffnung gibt eine Entspannung in der Kreisklinik mit, Stand Mittwoch, 14 Covid-Patienten auf Normal- und einem auf Intensivstation; bei vieren davon sei Corona nicht Grund für den Aufenthalt; vier seien geimpft. Allerdings hinken die Hospitalisierungs- den Ansteckungszahlen meist ein, zwei Wochen hinterher.

Erstmeldung, 12. Januar 2022

Ebersberg - Der Landkreis Ebersberg hat am Mittwoch, 12. Januar, nicht nur einen enormen Anstieg der Corona-Inzidenz* zu verzeichnen, sondern befördert sich mit diesem auch an die Spitze der höchsten Inzidenzen in ganz Bayern. So geht es aus den Zahlen des Robert-Koch-Institus (RKI) von 3.20 Uhr hervor. Mit einem Wert von 635,7 liegt die Inzidenz in Ebersberg höher als an jedem anderen Ort im Freistaat - und das, obwohl der Landkreis am Vortag noch nicht mal die 500er-Marke überschritten hatte.

Corona in Bayern: Landkreis Ebersberg mit höchster Inzidenz - auch Landrat trotz Booster infiziert

Doch die Entwicklung war absehbar, steigen doch in ganz Deutschland die Zahlen seit den Feiertagen stark an. Und auch in Ebersberg hatte man die fünfte Corona-Welle bereits vor Tagen anrollen sehen. Und das in einem Landkreis, in dem die Zahl der vollständig geimpften Personen noch immer nicht mal die 70-Prozent-Marke erreicht hat. Unter den zahlreichen Infizierten der letzten Tage, war auch Landrat Robert Niedergesäß, trotz Booster-Impfung Mitte Dezember.

Experten sind sich sicher, dass der starke Zahlenanstieg auch in den kommenden Tagen weiter anhalten wird. Sollte dies der Fall sein, könnte der Landkreis Ebersberg schon bald auch wieder gefährlich nahe an die 1000er-Inzidenz herankommen. Ab diesem Wert, so hieß es in den letzten Corona-Beschlüssen, gelten wieder örtliche Lockdown-Regeln in einzelnen Landkreisen.

Lockdown im Landkreis Ebersberg: Politiker äußern sich bislang nicht zu Hotspot-Regel

Ob dies aber wirklich umgesetzt wird, ist derzeit fraglich. Klaus Josef Lutz, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), forderte am Dienstag in München angesichts der zu erwartenden Zahlen-Explosion mit der Omikron-Variante des Coronavirus eine Anhebung der Lockdown-Grenze. Aus Regierungskreisen war dazu bislang noch kein Statement zu vernehmen. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag hatte die Staatsregierung jedoch unter anderem die Abweichung von der bundeweiten 2G-Plus-Regel in der Gastronomie verkündet. Dass auch in anderen Bereichen nun Lockerungen folgen könnten, ist möglich. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Ebersberg-Newsletter*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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