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„Aus der Zeit gefallen“: Marc Block, Fraktionssprecher der Grünen.

Marc Block: „Aus der Zeit“

Autokino in Ebersberg: Stadtrat sagt Nein

Zwei Veranstalter wollten am Volksfestplatz aktiv werden, doch sie werden ausgebremst. Der Stadtrat hat den Ideen einen Riegel vorgeschoben.

Ebersberg – Wer ins Autokino will, wird auch im Corona-Jahr bis Aschheim fahren müssen. Auf dem Ebersberger Volksfestplatz wird es doch keine Leinwand geben. Entsprechenden Ideen von zwei verschiedenen Veranstaltern haben die Stadträte in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses einen Riegel vorgeschoben.

Im ganzen Land schießen derzeit auf Asphalt und Schotterflächen Autokinos aus dem Boden. Abstand halten, das zumindest ist bei dem Konzept kein Problem. „Ein Trend“, sagte Grünen-Stadtrat Marc Block. Aber nicht für Ebersberg. Ein Autokino passe nicht hierher, sondern in die USA der 1980er Jahre. Block: „Das scheint mir aus der Zeit gefallen zu sein. Mir erschließt sich der Charme eines Autokinos nicht.“

Matjanovski hatte nur Bürgermeister Proske an ihrer Seite

Angefragt hatten neben einem gewerblichen Anbieter die Handball-Damen des TSV Ebersberg (wir berichteten). Sie wollten an zwei Abenden pro Woche Filme zeigen und damit ihre von der Krise arg gebeutelte Vereinskasse ein wenig aufbessern. Der Ton sollte übers Autoradio kommen. „Die Abteilung leistet Enormes und macht Ebersberg weit über den Landkreis hinaus bekannt. 

Wir sollten den Sport unterstützen“, forderte Marina Matjanovski (CSU). Doch sie hatte nur Bürgermeister Uli Proske (SPD) an ihrer Seite. TSV-Vorsitzender Martin Schedo (CSU) und Geschäftsführer Dominic Mayer (Pro Ebersberg) durften wegen persönlicher Befangenheit nicht mitreden.

Die anderen Räte bestehen auf „einer klaren Linie“

Die anderen Räte bestehen auf „einer klaren Linie“ (Toni Ried, Freie Wähler), was die Position zum Autoverkehr angeht. „Wir wollen doch die Autos raus aus der Stadt bringen, wie passt da ein Autokino dazu?“, fragte Block und verwies auf Feinstaub- und Lärmbelastungen. „Wenn nicht Corona wäre, hätten wir auch Veranstaltungen am Volksfestplatz gehabt und keiner hätte darüber geredet, wie viele Autos da gekommen wären“, setzte Bürgermeister Proske dagegen. In dieser speziellen Zeit hätte er gerne mal „einen Fünfer gerade sein lassen“. 

Alternative: Freiluft-Kino im Klosterbauhof

Dass der TSV unterstützt werden sollte, darüber waren sich alle Räte einig. „Aber der Zweck heiligt hier nicht die Mittel“, wertete Block. Er würde den Handball-Damen vielmehr empfehlen, ein Freiluft-Kino im Klosterbauhof zu organisieren. Im Anschluss an das Kulturfeuer, das heuer länger als sonst in Form eines Biergartens mit Bands vom 18. Juni bis 11. Juli stattfinden soll, könnten Technik und Sitzgelegenheiten weitergenutzt werden, regte er an und erntete bei den Kollegen Zuspruch. „Das ist eine tolle Zukunftsidee“, applaudierte Matjanovski. Nur glaube sie wegen der Hygienevorschriften nicht daran, „dass wir diesen Sommer ein Open-Air-Kino verwirklichen dürfen“.

VON UTA KÜNKLER

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