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Ebersbergs neuer Bürgermeister legt seinen Amtseid ab. CSU-Stadtrat Josef Riedl, ehemals 2. Bürgermeister, nahm die Vereidigung vor.

Nach Kommunalwahl 2020

Nach erster Sitzung des Ebersberger Stadtrats: Stellvertretende Bürgermeister sind gewählt

Neuer Ebersberger Bürgermeister Uli Proske will keinem Streit aus dem Weg gehen. Mit Lakhena Leng ist nach zwölf Jahren wieder eine Frau im Bürgermeisteramt.

Ebersberg – Nach zwölf Jahren hat es mit Lakhena Leng zum ersten Mal wieder eine Frau ins Bürgermeisteramt der Kreisstadt geschafft. Die Grünen-Politikerin ist in der ersten Sitzung des neuen Stadtrats zur zweiten Stellvertreterin von Bürgermeister Uli Proske (SPD) gewählt worden. Erster Stellvertreter ist Günter Obergrusberger von der CSU.

Die Wahl am Dienstagabend hatte ihre Schatten vorausgeworfen. Wie berichtet, hätte die Frauen Union gerne ihre Vorsitzende Marina Matjanovski, die bei der Stadtratswahl mit 3936 Stimmen gut vor Obergrusberger (2770) gelegen hatte, als Vize gesehen. Diese war jedoch CSU-parteiintern gescheitert. 

CSU/FDP-Fraktion einigt sich auf Obergrusberger

Schließlich habe man sich in der CSU/FDP-Fraktion jedoch einstimmig auf die Nominierung von Obergrusberger geeinigt, betonte Florian Brilmayer nun im Stadtrat. Was übersetzt heißt, dass Matjanovski ihre Kandidatur zurückgezogen hat, wohl um das Ansehen der gerade erst gebildeten Fraktion nicht weiter zu beschädigen.

In der ersten Stadtratssitzung wurde Obergrusberger nun mit einer Gegenstimme ins Stellvertreter-Amt gewählt. CSU-Fraktionssprecher Brilmayer lobte, der BRK-Bereitschaftsleiter sei ein „nahbarer und hilfsbereiter Mensch mit gesundem Menschenverstand“, der wegen seiner „besonnenen und ausgeglichenen Art“ parteiübergreifend anerkannt sei. 

Ebersberg: Lakhena Leng ist 3. Bürgermeisterin

Ebenso mit großem Einverständnis (23 zu 2 Stimmen) wurde Lakhena Leng zur Dritten Bürgermeisterin gewählt. Die 38-Jährige offenbare für dieses Amt „alle Vorzüge“, betonte Grünen-Fraktionssprecher Mark Block: „Sie ist sympathisch, kompetent, aktiv, Familienmutter und Geschäftsfrau. Wir brauchen eine Frau, die so tatkräftig ist.“ Die anderen Fraktionen hatten keine Bewerber ins Rennen geschickt.

Nach seiner eigenen Vereidigung und der der neuen Stadträte betonte Bürgermeister Proske, dass er zwar an den harmoniestiftenden Stil seines Vorgängers anknüpfen wolle („Die Achtung voreinander soll immer im Vordergrund stehen“), aber auch Meinungsverschiedenheiten schätze: „Wir werden diskutieren, scharf diskutieren, vielleicht sogar streiten“, meinte er. In naher Zukunft sei die Stadtratsarbeit von den Folgen der Corona-Pandemie geprägt. Proske: „Sicher geglaubte Projekte werden aus finanziellen Gründen geschoben werden müssen, bekannte Probleme wie der Verkehr werden bleiben, die wir lösen müssen.“ 

Proske will ein menschennaher Bürgermeister sein

Er selbst wolle ein menschennaher Bürgermeister sein. Sobald es die Lage wieder erlaube, werde er eine Bürgermeistersprechstunde einführen und die im Wahlkampf begonnenen Sonntagsspaziergänge fortsetzen. Geändert wird die Vergütung der Gremiumsmitglieder. Für ihre Arbeit erhalten die Stadträte eine Entschädigung pro Sitzung in Höhe von 45 Euro statt bisher 40 Euro. Die Bürgermeisterstellvertreter erhalten pro Vertretungstag länger als vier Stunden 70 Euro.

VON UTA KÜNKLER

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