Coronavirus: Jens Spahn schlägt Alarm für Deutschland - „Stehen am Anfang einer Epidemie“ 

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Ein Patientenzimmer in der Ebersberger Kreisklinik. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) und Klinikgeschäftführer Stefan Huber glauben fest an die Zukunft des Hauses.

Krankenhaus-Studie stößt im Landkreis auf Skepsis und Ablehnung

Klares Bekenntnis zur Klinik - und gegen Rosinenpickerei

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Kann die medizinische Versorgung verbessert werden, wenn die Hälfte aller Kliniken in Deutschland dichtgemacht wird? Das wird in einer Studie behauptet.

Landkreis – Die Studie der Bertelsmann-Stiftung hat aufhorchen lassen. Die öffentliche Diskussion darüber ist damit in der Welt und wird vermutlich nicht so schnell verstummen – Stichwort Sparpotenzial. Müssen die Landkreisbürger langfristig Sorge haben um den Bestand der Kreisklinik?

Aussage ist sehr bedenklich

Die Begeisterung über derartige Gedankenspiele hält sich bei den Klinik-Verantwortlichen im Landkreis Ebersberg in Grenzen. Besonders die Aussage von Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, einen Schlaganfall-Patienten „lieber ein paar Minuten länger zu einer gut ausgestatteten Klinik“ zu fahren, stößt auf Kritik und das nicht nur deswegen, weil Mohn gleichzeitig im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG sitzt. „Solche großen Privatbetreiber könnten von der Schließung kommunaler Krankenhäuser profitieren“, zitiert die ÄrzteZeitung Medienberichte. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) hält Mohns Aussage „für sehr bedenklich“. Gerade bei der Schlaganfallversorgung gehe es bekanntlich um jede Minute. Das sieht auch Stefan Huber, Geschäftsführer der Kreisklinik, so.

„Darüber muss man sicher reden“

Sicherlich, so räumt Huber ein, müssten solche Leistungen nicht von allen Krankenhäusern angeboten werden. Für ihn wird aber umgekehrt ein Schuh daraus: „Kliniken, die wie Ebersberg hier eine hervorragende Qualität in der Schlaganfallversorgung bieten, müssen auch entsprechend mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden.“ Unabhängig davon glaubt aber auch Huber, dass es in Deutschland „zu viele Kliniken“ gebe. „Besonders kleinere Häuser unter 250 Betten, insbesondere in Ballungsräumen, müssen verändert oder auch teilweise geschlossen werden.“ „Darüber muss man sicher reden“, findet Niedergesäß, sagt aber gleichzeitig über die Kreisklinik Ebersberg: „Die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen medizinischen Leistungen sehen wir heute und auch zukünftig als unsere Aufgabe. Die Klinik verfügt über eine Weiterempfehlungsquote von 98 Prozent bei unseren befragten Patienten. Daran wird die Studie nichts ändern.“

Nur in den Ballungsräumen sinnvoll

Für Huber ist der Fortbestand der Ebersberger Einrichtung sicher: „Wir versorgen insgesamt fast 50 000 Menschen im Jahr. Das kann nicht durch ein anderes ,Zentrum’ völlig aufgefangen werden.“ Die Konzentrationsbemühungen wären nur in Ballungsräumen sinnvoll. „Wir leben in einem Flächenland und da gehört eine Versorgung hin!“, meint der Landrat.

Für Huber gibt es noch einen anderen Aspekt, der Beachtung verdient: „Was nützt es, wenn eine Einrichtung eine Operation 1000 mal macht, aber diese Leistung von 100 verschiedenen Ärzten erbracht werden? Da nehme ich lieber eine Klinik, welche die Leistung 100 mal erbringt, aber nur ein Operateur bzw. Leistungserbringer alle diese Leistungen durchführt.“ Außerdem erinnert er noch an etwas anderes: „Zudem darf man nicht vergessen, dass es gerade in Universitätskliniken auch ,Azubis’ unter den Ärzten gibt. Schließlich muss ein Arzt einmal sein Handwerk lernen. Und was ist dann qualitativ besser?“

Schnelle Hilfe auf kurzen Wegen

Für den Geschäftsführer der Kreisklinik geht es bei der Frage der Klinikschließungen um den kulturellen Umgang mit dem Thema: „Wir sind es gewohnt, mit kurzen Wegen, schnell und vor allen jederzeit medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen und sehen das auch als unseren Anspruch. Das steht uns zu, denn dafür zahlt man ja auch jeden Monat seinen Beitrag für die Krankenversicherung.“ Aus volkswirtschaftlicher Sicht betrachtet sei er aber der Meinung, „dass die vorhandenen Ressourcen tatsächlich besser und konzentrierter eingesetzt werden müssen“.

Keine Alternative zur Kreisklinik

Der Landrat sieht keine Alternative zur Erhaltung der Kreisklinik: „Es gibt keinen Plan B, die Klinik ist baulich und inhaltlich fit für die Zukunft, und wir brauchen keinen Plan B. Wir brauchen die Kreisklinik Ebersberg in Ebersberg, jetzt und in Zukunft, und dafür werden wir auch kämpfen!“ Man dürfe die Studie der Bertelsmann-Stiftung nicht überbewerten, meint Huber: „Profitorientierte Rosinenpickerkliniken ,schaden’ durch deren Struktur volkswirtschaftlich gesehen dem Gesamtsystem.“

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