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Krankenpfleger aus Ebersberg vor Landgericht: Er hatte ein Drogen- und Waffenversteck in der Küche

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Von: Angela Walser

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Polizisten mit Nebenjobs
Drogen- und Waffenversteck in der Küche. (Symbolfoto) © dpa / Karl-Josef Hildenbrand

Ein 31-jähriger Krankenpfleger aus Ebersberg steht vor dem Landgericht in München. Vorwurf: Besitz und Handel mit Betäubungsmitteln.

Ebersberg/München – Die meisten Partys enden in der Küche, heißt es. Die eines Krankenpflegers (31) aus Ebersberg endete hinter Gittern. Weil der Mann in einer Juninacht 2019 die Musik zu stark aufgedreht hatte, rief ein entnervter Nachbar die Polizei. Als die Beamten an der Tür klopften und der 31-Jährige öffnete, kam ihnen ein Schwall süßlicher Marihuana-Duft entgegen. Die Party war vorbei. Am Dienstag wurde dem Mann vor dem Landgericht München II der Prozess gemacht.

Beamte finden über 400 Gramm Marihuana

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmittel und unerlaubter Besitz von Drogen lauteten die Vorwürfe der Anklage. Denn die Beamten hatten sich in besagter Juninacht nicht mit den 70 Gramm Tabak-Marihuana-Gemisch zufriedengegeben, dass der Angeklagte sofort freiwillig herausgerückt hatte. Die Polizisten riefen Verstärkung mitsamt einem Drogenhund. Und der war trotz nächtlicher Stunde alles andere als verschlafen. Rasch fand er das Marihuana-Versteck hinter der Sockelblende der Küche. Dort lagerten aber nicht nur 335 Gramm Rauschgift, sondern auch noch eine Schreckschusswaffe, eine Machete mit einer Klingenlänge von 37 Zentimetern und 87 Platzpatronen für die Pistole sowie eine Fein-Waage. Weil in einem Schrank noch 1000 Euro Bargeld lagen, stand für die Ermittler außer Frage, dass der Krankenpfleger mit Drogen handelte. 

Angeklagter: Rauschgift sei für den eigenen Konsum gedacht

Der versuchte am Dienstag vehement und mithilfe seines Rosenheimer Verteidigers Markus Frank diesen Verdacht abzuschütteln. Das Rauschgift sei für den eigenen Konsum gedacht, behauptete er in einer ersten Argumentationsrunde. Die Vorsitzende Richterin machte dem Mann alsbald klar, dass sie ihm das nicht abnehmen würde. Es passte nicht zu den anderen Lebensumständen des Mannes und zur Finanzierung selbiger. Er war erst kurz vor der Festnahme von einem teuren Tauchurlaub heimgekehrt. Anschließend kaufte er das Rauschgift für rund 3000 Euro, er hatte Raten von anderen Strafen in Höhe von 400 Euro monatlich abzuzahlen und die Kosten für die Wiedererlangung seines Führerscheins zu berappen. 

Vor Gericht: Angeklagte und sein Anwalt blieben hartnäckig

Doch der Angeklagte und sein Anwalt blieben hartnäckig bei der Version. Bis auf eine kleine Abweichung in einer zweiten Argumentationsrunde. Demnach hatte der 31-Jährige geplant, etwa die Hälfte des Marihuanas zur Re-Finanzierung zu veräußern. Dabei wollte er im Verkauf den Grammpreis um zwei Euro aufstocken.

„Sie müssen nach vorne schauen. Sie müssen das hinter sich lassen, so wünscht sich das Ihre Mutter auch für den Sohn“, riet ihm die Richterin. Die Mutter saß im Zuschauerraum und wurde später als Zeugin vernommen. Dabei bestätigte sie, ihren Sohn mit Geld unterstützt zu haben. „Ich hoffe, ich habe die Drogen nicht mitfinanziert“, sagte sie. Der Prozess dauert an.

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