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Die Ebersberger Kreisklinik braucht immer mehr Platz. Deswegen soll ein provisorischer Bau bleiben.

Interimsbau bleibt stehen

Kreisklinik Ebersberg: Provisorium für die Ewigkeit

Der ursprünglich nur für drei Jahre errichtete Interimsbau an der Nordost-Ecke der Kreisklinik bleibt vorerst stehen. Der wachsende Krankenhausbetrieb benötigt die Räume weiterhin.

Ebersberg – Das Containerhaus war im Jahr 2015 innerhalb weniger Wochen in Modulbauweise an der Ecke Pleininger-/Pfarrer-Guggetzer-Straße aufgestellt worden. Eigentlich hätte es nur für die Sanierungszeit des Bettenhauses bleiben sollen. Danach, so hatte Klinikgeschäftsführer Stefan Huber 2015 im Technischen Ausschuss des Stadtrats gelobt, würde man das 6-Millionen-Euro-Haus wieder in seine einzelnen Module zerlegen und weiterverkaufen. Doch nun kommt alles anders.

Ein weiteres Mal hat Huber wegen des so genannten Pfarrer-Guggetzer-Hauses nun bei den Stadträten vorgesprochen. „Wir können auf die Nutzung bis auf weiteres aus Platzgründen nicht verzichten“, warb er für Verständnis. Gegenüber 2015 würden heute zehn Prozent mehr Kranke in der Klinik versorgt.

„Im Schnitt ist jeder dritte Landkreisbürger einmal pro Jahr in unserer Klinik“, sagte Huber. Im Pfarrer-Guggetzer-Haus würden nun, nachdem das Bettenhaus saniert und wieder bezogen ist, neben Patientenzimmern und Räumen für Ärzte im Bereitschaftsdienst unter anderem Oberarzt- und Betriebsarztzimmer, Büros für die Klinikhygiene, zwei Arztpraxen sowie der Hospizverein und das SAPV-Team (ambulante Palliativversorgung) untergebracht. Das Hauptproblem seien fehlende Wohnungen für Klinik-Angestellte.

Neue Pflegekräfte aus Albanien

Schon zum nächsten Monatsersten erwarten die Ebersberger 18 neue Pflegekräfte aus Albanien. „Ich krieg die Fachkräfte nur, wenn wir günstigen Wohnraum bieten können“, sagte Huber. Kliniken in ganz Deutschland konkurrierten mittlerweile um ausgebildete Pfleger aus Südeuropa, die meist ohne ihre Familien kämen und hier auch nicht heimisch werden, sondern nur arbeiten wollten. Daher spiele es für sie keine große Rolle, ob sie nach Buxtehude oder Ebersberg kämen. „Wenn sie hier aber fünfmal so viel Miete zahlen müssen, ist die Entscheidung klar.“

Außerdem, so erklärte Huber den Stadträten, gebe es mittlerweile immer mehr Patienten, die in Isolationszimmern untergebracht werden müssen. Dafür brauche es wiederum mehr Platz. Weder das noch die grassierende Wohnungsnot seien vor 3,5 Jahren absehbar gewesen, beteuerte Huber. Er habe damals nicht geplant, den Interimsbau stehen zu lassen.

Keine befristete Baugenehmigung

Rein rechtlich gesehen, darf er das problemlos. Der Stadtrat hatte 2015 das Haus genehmigt, es gibt keine befristete Baugenehmigung. Wie lange das Haus nun stehen bleibt, ist ungewiss. „Haltbar“ sind diese Modulbauten laut Huber locker 30 Jahre. Der Klinikchef versprach, die Fassade zu verschönern und unter anderem Bäume davor zu pflanzen. Die Stadträte verstehen die Nöte der Klinik und wollen Huber keine Knüppel zwischen die Beine werfen, so betonten alle.

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Allein, es enttäuscht ein wenig, dass einige schon bei der versprochenen Übergangslösung erwartet haben, dass diese dauerhaft werde. „Es war voraussehbar, dass sich die Dinge so entwickeln. Das hat schon einen Beigeschmack“, sagte beispielsweise Vize-Bürgermeister Toni Ried, Fraktionssprecher der Freien Wähler.

Uta Künkler

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