Zika Oni (29) mit seinem Chef Matthias Larasser-Bergmeister, der ihn gerne ausbilden würde.
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Zika Oni (29) mit seinem Chef Matthias Larasser-Bergmeister, der ihn gerne ausbilden würde. 

Petitionsausschuss des bayerischen Landtags hat entschieden

Asylbewerber Zika Oni ein Fall für die Härtefallkommission

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Viele setzten sich für ihn ein, jetzt muss Zika Oni weiter bangen. Ihm droht die Abschiebung. Sein Chef und seine Kollegen wollen dass er bleiben darf.

Langwied – Etwa 2500 Bürger setzten sich für ihn ein, Handwerks-Ehrenpräsident Heinrich Traublinger sprach sich für ihn aus und die Landtagsabgeordneten Thomas Huber (CSU), Karl Straub (CSU) und Doris Rauscher (SPD) stellen sich ebenso hinter ihn, wie der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (CSU). Gestern nun befasste sich der Petitionsausschuss des bayerischen Landtags mit dem Schicksal des Nigerianers Zika Oni (29). Endgültig entschieden wurde der Fall aber noch nicht.

„Eine gelungene Integration“

Zur Vorgeschichte: Der Nigerianer arbeitet im Kunstschmiedebetrieb von Matthias Larasser-Bergmeister in Langwied mit. Er hatte den 29-Jährigen eingestellt und bestätigte ihm „eine gelungene Integration“. Oni sei fleißig, habe Talent zum Metallbauer und sollte deshalb ausgebildet werden. Das Problem dabei: Der Nigerianer ist kein anerkannter Asylbewerber, ihm wurde lediglich eine Duldung ausgesprochen, die auch von der Kreisbehörde verlängert wurde – mit ungewissem Ausgang. Seit 1. Oktober vergangenen Jahres ist Oni als Asylbewerber rechtskräftig abgelehnt.

Abschiebung trotz Kräftemangel

Der Kunstschmiedebetrieb und Zika Oni selbst waren in Sorge, dass der Nigerianer tatsächlich wieder ein seine Heimat abgeschoben werden sollte. Für Larasser-Bergmeister ein „Irrsinn“. Man könne doch nicht auf der einen Seite den Fachkräftemangel beklagen und auf der anderen Seite einen ausbildungswilligen und talentierten jungen Mann wieder in seine Heimat abschieben, der in Deutschland gerne lernen wolle. Wenigstens bis zum Ende seiner Ausbildung sollte Oni bleiben dürfen, waren der Chef und die Kollegen im Betrieb einer Meinung. Es wurde eine Online-Petition gestartet. Am Mittwoch tagte der Ausschuss im bayerischen Landtag und verwies den Fall direkt an die bayerische Härtekommission.

Abschiebung ausgesetzt

Selbst wenn der 29-Jährige Deutschland nach seiner Lehre würde verlassen müssen, könnte er wenigstens als qualifizierter Handwerker sich eine berufliche Existenz aufbauen, in seinem Heimatland oder anderswo. Darüber musste am Mittwoch also der Petitionssausschuss des Landtags befinden. Der Tagesordnungspunkt wurde um die Mittagszeit aufgerufen. Bis zu diesem Termin war die Abschiebung des Nigerianers ausgesetzt worden.

Wendepunkt in seinem Leben

Für Zika Oni ging es am Mittwoch um einen Wendepunkt in seinem Leben. Er hätte eigentlich schon einmal am 26. November vergangenen Jahres ausreisen müssen, dann wurde die Frist auf 10. Januar verlängert und schließlich wurde der Petitionsausschuss befasst. Üblicherweise hat das aufschiebende Wirkung und so war es auch im Fall des 29-Jährigen.

„Vorsichtig optimistisch“

Der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber äußerte sich nach der Entscheidung, den Fall der Härtekommission zu übertragen, „vorsichtig optimistisch“. In solchen Fällen werde sehr häufig zugunsten der Petenten entschieden, sagte er. Zika Onis Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt, auch deswegen, weil sich viele Menschen mit ihm solidarisierten und nicht verstehen wollen, dass die Bundesgesetzgebung in so einer Situation so unnachgiebig sein kann. Allerdings trat im März 2020 das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft, das die Zuwanderung junger, engagierter Mitarbeiter ermöglichen soll.

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