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„Duplex-Garagen“ für Fahrräder

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Mehr Platz für Fahrräder soll am Ebersberger S-Bahnhof geschaffen werden.
Mehr Platz für Fahrräder soll am Ebersberger S-Bahnhof geschaffen werden. © Stefan Roßmann

Am Verkehrsproblem der Kreisstadt ist nicht allein der Durchgangsverkehr schuld. Auch der innerörtliche Verkehr trägt einen guten Anteil an der Belastung.

Ebersberg – Um möglichst viel Verkehr auf zwei Räder zu verlegen, muss die Stadt attraktiver für Fahrradfahrer werden. Das ist ein wesentliches Ziel des Arbeitskreises Verkehr. Dazu gehören auch kommode Fahrradstellplätze an den Knotenpunkten.

Am Bahnhof will die Stadt nun kräftig aufstocken. Bis zu 160 zusätzliche überdachte Stellplätze könnten dort entstehen.

Planungsbüro stellt Ideen vor

Im Technischen Ausschuss des Ebersberger Stadtrats hat Ottmar Krix vom Planungsbüro Immich seine Ideen vorgestellt. Im Osten würde er den alten Ständer für 72 Räder durch mehrere Komplexe wie auf der Westseite ersetzen. Das würde ein Plus von mindestens zehn Stellplätzen ausmachen.

Allerdings müssten dafür eventuell die Behindertenparkplätze zumindest teilweise verlegt werden. Der Hauptteil der Fahrräder steht schon heute westlich des Bahnhofsgebäudes. Hier sieht Krix am meisten Erweiterungsmöglichkeiten, selbst wenn es gerade an dieser Seite räumliche Schwierigkeiten gebe. Denn zum einen wären die Bäume und der Hochspannungsmast bei verschiedenen Planungsvarianten im Weg. Zum anderen sei es gerade hier essenziell, ausreichend Raum für den Fußverkehr zu lassen.

Eventuell neue Ladestation für E-Bikes

Die Besucherströme führten überwiegend über diesen Platz. Dennoch könnten laut Krix hier ein bis drei neue Ständereinheiten à 20 Stellplätze untergebracht werden, eventuell auch eine Ladestation für E-Bikes.

Richtig Masse an neuen Plätzen brächte aber erst folgende Idee: Statt der bisherigen könnten künftig doppelstöckige Ständereinheiten für deutlich mehr Stellplätze sorgen. Laut Brix mache man mit diesen Doppelstöckern in München sehr gute Erfahrungen. Mit diesem Duplex-System könnten insgesamt bis zu 370 statt der bisher 210 Stellplätze für Fahrräder geschaffen werden.

Doppelstockstellplätze funktionieren angeblich gut

Alle Erweiterungen können auch schrittweise umgesetzt werden. Kostenpunkt: Je nach Variante bis zu 236.000 Euro, wobei der einzelne Stellplatz günstiger wird, je mehr eingerichtet werden. Als Freund von Doppelstöckern offenbarte sich auch Gerd Otter (FW): „Das funktioniert wirklich gut.“ Den westlichen Vorplatz würde er gerne möglichst wenig zubauen. Er erinnerte daran, dass man nicht wisse, wie das Bahnhofsgebäude einmal genutzt werde: „Ich würde dort gerne ein Café mit Außenbestuhlung sehen. Das braucht Platz.“ Die frisch angewachsenen Bäume wolle er auch dringend erhalten. Darum äußerte er die Idee, in einem ersten Schritt auf der Westseite die bisherigen sieben Ständereinheiten abzureißen und anderswo – „zum Beispiel am Waldsportpark“ - aufzustellen.

Am Bahnhof könnten laut Otter relativ günstig auf den frei gewordenen Basen doppelstöckige Einheiten installiert werden. Allein das würde schon 140 neue Stellplätze schaffen.

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Erst soll mit allen Beteiligten gesprochen werden

„Gute Idee“, wertete Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU). Bevor aber etwas entschieden wird, will Brilmayer gerne mit allen Beteiligten sprechen. Das ist neben der Bahn die Regierung von Oberbayern, die im Jahr 2012 die bestehenden Ständereinheiten bezuschusst hatte. Im Regelfall darf an geförderten Projekten 25 Jahre lang nichts verändert werden.

Als Vierten will Brilmayer den Landrat am runden Tisch sehen. Immer wieder werde diskutiert, „ob der Parkplatz eventuell überbaut werden soll“. Selbstverständlich sei jede Planung daher nur sinnvoll, wenn man die mittelfristigen Vorhaben aller Beteiligten kenne.

Brilmayer: „Wir wollen möglichst viele Fahrrad-Stellplätze. Darum müssen wir sehen, dass wir möglichst effizient mit Platz und Geld umgehen.“

VON UTA KÜNKLER

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