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Das historische Jägerhäusl am Waldmuseum wurde nach dem Dachstuhlbrand provisorisch abgedeckt. Hier gehen derzeit Gutachter ein und aus.

Polizei schließt technischen Defekt aus

Ebersberger Museum: Es war wohl Brandstiftung

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Der Schock über den schlimmen Großbrand im Ebersberger Waldmuseum in der Nacht auf 19. Dezember sitzt noch immer tief. Die Polizei ermittelt in Richtung Brandstiftung.

Ebersberg– Inzwischen habe es mehrfach Termine mit Gutachtern der Versicherung, Brandfahndern, Architekten und Statikern gegeben, informiert Bürgermeister Walter Brilmayer. Ergebnis: Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des historischen Gebäudes könnten demnach wohl erhalten bleiben. „Aber ich bin kein Baufachmann. Das ist nur mein Eindruck“, schränkt der Rathauschef ein. Dachstuhl und Dachgeschoss müssten und könnten vermutlich ersetzt werden.

Das letzte Wort werden wohl Experten sprechen. Aber auch Erik Ipsen, der Geschäftsführer der Ebersberger Verwaltung, äußerte sich gegenüber der EZ optimistisch, dass es Ansätze gebe, das Jägerhäusl zu erhalten. Das sei im Übrigen auch das Ergebnis einer aktuellen Begutachtung des Dachstuhles am Freitag gewesen, so Brilmayer.

Gebäude wird derzeit getrocknet

Derzeit ist die Stadt dabei, das Gebäude zu trocknen. „Die Heizung läuft komischerweise noch“, wundert sich Ipsen über diese gute Nachricht. Es gibt aber noch eine zweite davon: Der Neubau ist weit weniger betroffen, als befürchtet. Zwar hat es durch Fensterflächen „hereingebrannt“, wie Brilmayer berichtet. Der Schaden halte sich aber in Grenzen. Die Wände müssten abgewaschen und auch die Lüftung gereinigt werden, aber dann könne der Betrieb wieder starten, sagt Ipsen und fügt hinzu: „Wir sind guter Dinge, dass wir den Neubau Ende Januar wieder in Betrieb nehmen können.“

Nicht alle Spuren sollen beseitigt werden

Das ist für die Stadt umso wichtiger, als das neue Jahresprogramm bereits steht und alle Veranstaltungen so weit als möglich auch stattfinden sollen. Gehandicapt ist die Stadtverwaltung noch insofern, als alle versicherungsrechtlichen Fragen noch nicht abschließend geklärt sind und deswegen auch noch nicht mit allen Arbeiten begonnen werden kann. Fest steht eines bereits: Wenn das Jägerhäusl erhalten werden kann, sollen nicht alle Spuren des Brandes bei einer Renovierung getilgt werden. Ipsen berichtet zum Beispiel von einer Vollholztüre, die dem Feuer erstaunlicherweise lange standgehalten habe. Das wäre ein zusätzlicher Aspekt, den man den Besuchern zum Thema Bauen mit Holz vor Augen führen könnte, meint Ipsen. „Das ist aber aus dem Bauch heraus gesprochen.“ Auch im Ebersberger Rathaus erinnern schwarze Balken an einen Brand von einst.

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Das Gutachten des Landeskriminalamtes zur Ursache des Feuers liegt zwar noch nicht vor, berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern. Allerdings deute alles darauf hin, dass ein technischer Defekt ausgeschlossen werden könne, weswegen sich die Ermittlungen hauptsächlich in Richtung vorsätzliche Brandstiftung konzentrieren.

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