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Nehmen die kirchliche Weihe vor: Die evangelische Pfarrerin Renate Zorn-Traving und Pastoralreferent Christoph Diehl.

Ebersberg feiert mit Ministerin

Nach 27 Jahren: Kreisklinik fertig

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27 Jahre wurde an der Kreisklinik Ebersberg umgebaut. Investiert wurden fast 200 Millionen Euro. Jetzt wurde der letzte Bauabschnitt eingeweiht.

Ebersberg – Gesundheitsministerin Melanie Huml freut sich sichtlich über die Einladung. Sie hält keine allgemeine Rede, sondern beschäftigt sich mit der Geschichte des Ebersberger Krankenhauses, die rund 140 Jahre zurückreicht.

Angesichts dessen seien die rund 30 Jahre, die der Umbau nun gedauert habe, gar nicht so lang, meint sie schmunzelnd. Die Bevölkerung habe die Klinik trotz der Baumaßnahmen angenommen. Das spreche für die Qualität. Huml attestiert der Einrichtung eine „beeindruckende medizinische Leistungsfähigkeit“ und eine bewusste Hinwendung zum Menschen. Ohne diese bleibe der Bau nur eine Hülle.

Huml war übrigens auch schon bei der Einweihung des 8. Bauabschnitts 2014 dabei.

Historische Einweihung

Klinikgeschäftsführer Stefan Huber spricht von einer „historischen Einweihung“ und von Superlativen. Er freut sich zudem über die Absage der Politik an eine Privatisierung: „Die Kreisklinik bleibt in kommunaler Hand.“ Positiv für Huber auch, dass viele Bürgermeister zum Festakt gekommen sind. „Das zeigt, wie wichtig die Kreisklinik den Gemeinden ist.“

Landrat Robert Niedergesäß erinnert an die zentrale Weichenstellung vor rund 30 Jahren, die Klinik am Standort zu sanieren und keinen Neubau zu errichten. „Das war richtig so.“ Vorgesehen waren damals eigentlich nur vier Bauabschnitte. Fertig sein wollte man 2002. Dann dauerte es doch länger. Jetzt habe man aber ein „gelungenes Gesamtkunstwerk“. 

Landkreis bringt 41 Millionen ein

Zusätzlich zu den rund 103 Millionen Euro vom Freistaat, habe der Landkreis rund 41 Millionen Euro eingebracht. 23 Millionen Euro kamen von der Klinik selbst. „Das ist alles andere als selbstverständlich“, so der Landrat, denn jeder wisse, wie es den Kliniken gehe. „Das ist Geld gewesen, das an anderer Stelle fehlt.“ Niedergesäß verweist auch auf die Spende von zehn Millionen Euro an die Kreisklinik von der Baldhamerin Ehrentraud Jakob. „Danken Sie mit einem Applaus, den man bis zum Himmel hört“, fordert er die Gäste auf.

„Hochleistungsklinik auf höchstem Niveau

„Wir haben es endlich geschafft“, sagt der Ärztliche Direktor der Klinik, Peter Kreissl. Das Krankenhaus habe sich in der langen Bauzeit „evolutioniert“, sei eine „moderne Hochleistungsklinik auf höchstem Niveau“, decke wichtige Spezialbereiche ab. Ebersbergs 3. Bürgermeister Josef Riedl betont, dass die Klinik ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt sei. Die Stadt werde weiter Partner sein, fordere von der Klinik aber auch einen sensiblen Umgang mit der städtischen Bebauung. Man müsse die Bürger mitnehmen.

Architekt Dieter Kubina, der im Projekt von Anfang an dabei war, betont: „Wir freuen uns wahnsinnig. Wir sind in Sichtweite des Ziels.“

Kirchlicher Segen für den letzten Bauabschnitt

Die kirchliche Weihe nehmen die evangelische Pfarrerin Renate Zorn-Traving und Pastoralreferent Christoph Diehl vor. Zorn-Traving verweist auf das Gleichnis vom guten Samariter. 

Ein Mann fällt unter die Räuber und wird schlimm zugerichtet. Ein Priester und ein Tempeldiener gehen vorbei, ohne sich um den Mann zu kümmern, erst ein Samariter bleibt stehen, ein Ausländer mit einem anderen Glauben. Er kümmert sich um den Verletzten. In der Kreisklinik würden auch Menschen ohne Ansehen der Person behandelt, so die Pfarrerin. Viele Mitarbeiter im Krankenhaus kämen aus anderen Ländern. Ohne sie wäre die Klinik ärmer. Es gehe um Menschen, nicht um Nummern.

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Nach der Sanierung ist vor dem nächsten Bau: Geplant werden eine neue Notaufnahme und Mitarbeiterwohnungen. „Wir sind in der nächsten Phase. Wir haben uns schon nach einem neuen Baukran umgesehen“, so Kreissl. „Auch wenn es hier weiter geht, wird mir nicht bange“, hatte zuvor Ministerin Huml gesagt.

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