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Derzeit kann dieses Kind die Waldspielgruppe nicht besuchen. Sie ist wegen Corona geschlossen.

„Unverständlich“ und „absurd“

Waldspielgruppe in Ebersberg darf nicht öffnen: „Wir sind einfach vergessen worden“

Im Gegensatz zum Waldkindergarten darf die Waldspielgruppe nicht öffnen. „Wir sind wie die Vhs einfach vergessen worden“, sagt Brigitte Engl, Vorstand vom Kiga. 

Ebersberg – - Normalerweise radelt Brigitte Engl morgens mit ihren beiden Töchtern an den Ebersberger Waldsportpark. Dort bringt sie erst die Große in den Waldkindergarten und anschließend die Kleine zur Waldspielgruppe. Nach den Corona-Pausenwochen hat sie ihre Routine diese Woche wieder aufgenommen. Mit einem Unterschied: Die Kleine winkt jetzt ihrer Schwester hinterher und fährt dann mit ihrer Mutter wieder nach Hause.

Denn ihre Waldspielgruppe darf nicht wieder öffnen. Und niemand weiß, wie lange das noch so bleibt. „Wir sind politisch nicht beachtet worden“, schimpft Brigitte Engl. Waldkindertagesstätten durften bayernweit vergangenen Montag ihren Betrieb wieder aufnehmen. „Wir dachten, das gilt auch für unsere Waldspielgruppe“, erzählt Engl, die sich im Vorstand des Waldkindergartens engagiert. Schließlich sei ja auch das Angebot für Zwei- bis Dreijährige an der frischen Luft und umfasse gerade einmal zehn Kinder wie auch Großtagespflegegruppen, die ebenfalls bereits wieder öffnen durften. 

Die Spielgruppe darf nicht öffnen

Die Eltern hätten sich darauf eingestellt, dass es endlich wieder losgeht. Dann kam die Ernüchterung. Die Spielgruppe darf nicht öffnen. Der Grund: Die Waldspielgruppe wird im Gegensatz zu Kindergärten, Krippen und Großtagespflegegruppen nicht durch das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz, kurz BayKiBiG, gefördert und fällt daher juristisch nicht unter die Regelungen für Betreuungseinrichtungen.

Brigitte Engl, Vorstand Waldkindergarten.

Für das genehmigungsfreie Angebot gelten stattdessen die „allgemeinen Kontaktbeschränkungen“ und diese verlangen weiterhin die üblichen Abstandsregelungen und Hygienevorschriften. Erlaubt ist ein Umgang von maximal drei Familien und nur unentgeltliche Betreuungsleistung. Der Verein Waldkindergarten hat sich hilfesuchend an die Stadt gewandt. 

Proske: Das sei Sache des Infektionsschutzgesetzes

In gleicher Weise sind auch Innenraum-Spielgruppen wie etwa die Ebersberger Krümelkiste betroffen. „Wir können leider nichts dagegen machen“, sagte Bürgermeister Uli Proske (SPD) bedauernd auf Nachfrage unserer Zeitung. Das sei Sache des Infektionsschutzgesetzes und dieses habe Priorität. Die Stadt kann nur finanziell unter die Arme greifen. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses hat der Stadtrat einen Zuschuss zu den auch in der Krise weiter laufenden Personalkosten über rund 2800 Euro beschlossen.

Engl: „Es ist politisch gewollt, dass beide Elternteile arbeiten gehen“

Brigitte Engl will sich damit nicht zufriedengeben. „Wir sind wie die Vhs einfach vergessen worden“, kritisiert sie. Die Maßgaben des Ministeriums seien „unverständlich“ und „absurd, besonders für uns als Draußen-Gruppe“. „Es ist politisch gewollt, dass beide Elternteile arbeiten gehen. Und nun lässt man sie im Regen stehen. Keiner weiß, wie es weitergeht“, ärgert sich die zweifache Mutter. Jetzt hat sie Anfragen an Landratsamt, Regierung von Oberbayern und das Ministerium gestellt und schließlich beide Landtagsabgeordneten um Hilfe gebeten. In der Hoffnung, dass schnell nachgebessert wird. Bis es soweit ist, bleibt ihre jüngere Tochter morgens im Fahrrad-Anhänger sitzen und blickt ihrer Schwester hinterher.

VON UTA KÜNKLER

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