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Eine Ärztin untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop. Möglich, dass das Angebot an der Kreisklinik mit niedergelassenen Medizinern erweitert wird.

Erweitertes Angebot an der Klinik

Neue Idee gegen den Ärztemangel im Landkreis Ebersberg

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An der Kreisklinik Ebersberg könnte ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) entstehen. Die Kreispolitiker machten dazu den Weg frei.

Landkreis – Wird das Angebot an der Kreisklinik Ebersberg durch niedergelassene Ärzte erweitert? Der Kreisausschuss machte dazu zumindest formal den Weg frei. Das Gremium stimmte einer Satzungsänderung für das Krankenhaus zu. Damit könnte ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) entstehen.

Lücken sollen geschlossen werden

Eine Konkurrenz zu den anderen niedergelassenen Ärzten soll es jedoch nicht geben, machte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) in der Sitzung deutlich. Gedacht sei an eine Ergänzung, „wo Angebote nicht bestehen“. Letztendlich soll das Angebot für Patienten optimiert und Lücken geschlossen werden.

Kreistag muss zustimmen

Einen Beschluss des Kreistags steht aber noch aus. Bis dort die Entscheidung gefallen ist, will der Geschäftsführer der Klinik, Stefan Huber, das Konzept noch nicht im Detail erläutern. Grundsätzlich verweist Huber jedoch gegenüber der Ebersberger Zeitung auf sehr viele Kliniken in Deutschland, die das Modell bereits umgesetzt hätten. In der Kreisklinik Ebersberg gebe es entsprechende Räumlichkeiten, die angeboten werden könnten. Interessenten seien auch vorhanden. Das Leistungsspektrum des Krankenhauses könnte erweitert werden, sagt Huber. Dazu kommt zudem ein finanzieller Aspekt.

Alle Daten in einem Haus

Ein Thema sei beispielsweise der Bereich Kinderärzte. Der grundsätzliche Vorteil der MVZ-Lösung: Es gebe viele Ansprechpartner. Die Anbindung an die Kreisklinik sei gegeben, im Bedarfsfall seien alle Daten des Patienten bereits vorhanden, eine Überweisung an die entsprechenden Abteilungen der Kreisklinik deshalb einfacher, vorausgesetzt die notwendigen Voraussetzungen seien gegeben.

Zentraler Punkt: Mediziner seien bei einem MVZ bei der Kreisklinik Ebersberg angestellt, die Leistungen würden über die Klinik abgerechnet. Es geht auch um das unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis. Das gelte zudem, wenn beispielsweise eine Teilniederlassung am bisherigen Standort erhalten bleiben sollte.

Möglicher Start im April 2020

Huber sieht die Chance, die Versorgung durch das Projekt zu verbessern oder aufrecht zu erhalten. Die konkrete Umsetzung könnte aber kompliziert werden. Wenn alles klappt, könnte im April kommenden Jahres gestartet werden.

Ärzte-Sprecher sieht Vor- und Nachteile

Werner Klein, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Ebersberg, sieht in dem Konzept sowohl Vorteile als auch Nachteile. Entscheiden müssten die Ärzte selbst, ob sie selbstständig bleiben oder angestellt sein wollen. Das sei auch für junge Kollegen eine Frage. Bei den Fachärzten sei eine flächendeckende Versorgung bis hin zu jedem Ort nicht möglich. Bei einem MZV könnte es zu Verlagerungen von Facharztpraxen in die Kreisstadt kommen, also zu einer Ausdünnung in der Fläche. Dann sei aber ein funktionierender ÖPNV (Beispiel Busanbindung) wichtig. Oder man brauche für die Fahrten zum Arzt Nachbarschaftshilfe.

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Es gab bereits früher Pläne eines Investor, in der Nähe der Kreisklinik ein Facharztzentrum zu errichten. Das Projekt wurde damals nicht umgesetzt. „Diesmal ist es etwas anders“, gibt sich Klinikgeschäftsführer Stefan Huber zuversichtlich.

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