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Zwischen Getränkemarkt (vorne) und dem Reischl-Gebäude (hinten) soll gebaut werden.

Spedition Reischl will erweitern

„Noch so eine Kiste“ im Ebersberger Gewerbegebiet

Die Spedition Reischl will im Ebersberger Gewerbebiet Nord-Ost auf einer freien Wiese erweitern. Der Antrag ist umstritten.

Ebersberg– Die Kreisstadt braucht mehr Gewerbe, um ihre Finanzen wieder auf Vordermann zu bringen. Im Rathaus überlegt man fieberhaft, wie Unternehmer angelockt und gehalten werden können. Da kommt ein Bauantrag eines Geschäftsmannes für ein großes Projekt im Gewerbegebiet gerade recht, möchte man meinen. Doch geht es dabei nur um eine Lagerhalle. Heraus springen sollen gerade einmal drei Arbeitsplätze – und eine weitere Verschandelung der nördlichen Ortseinfahrt.

FDP will Wirtschaftsförderer

Weil Unternehmen in jüngster Vergangenheit abgewandert waren, sind die Steuereinnahmen drastisch gesunken, was wiederum den finanziellen Spielraum der Stadt für Baumaßnahmen und Co. einschränkt. Die FDP möchte eine neue Stelle eines städtischen Wirtschaftsförderers schaffen, um zu sehen, woran es den Unternehmen im schönen Ebersberg mangelt. Entsprechenden Antrag diskutiert der Stadtrat in den nächsten Wochen.

Trotzdem haben die Stadträte nicht gejubelt, als im Technischen Ausschuss ein Unternehmen ein Neubauprojekt beantragt hatte. Die ortsansässige Spedition Reischl würde ihre innenstädtischen Lagerräume an der Ignaz-Perner-Straße gerne aufgeben. Das benachbarte Pflegeheim Reischlhof, würde dann auf dem Grundstück erweitert werden können. Damit würde der Schwerlastverkehr aus dem innenstädtischen Gebiet Eggerfeld abgezogen werden.

Wegfallende Räume sollen ersetzt werden

Um die dann wegfallenden Lagerräume zu ersetzen, müsste aber an anderer Stelle Platz geschaffen werden. Die Spedition möchte eine weitere Lagerhalle bauen, und zwar direkt nördlich der bestehenden Halle an der Schwabener Straße, auf der Wiese vor dem Getränkemarkt.

Noch so „eine Kiste“, stöhnte SPD-Stadtrat Hans Mühlfenzl: „Das war nicht der ursprüngliche Sinn des Gebiets. Wir wollten Gewerbe ermöglichen und Arbeitsplätze schaffen, nicht nur drei Stellen in einer Riesenhalle.“

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 Seine Parteikollegin Elisabeth Platzer schimpfte: „Wir waren mal stolz auf unser feines Gewerbegebiet, jetzt haben wir ein Lagergebiet.“ Auch die anderen Räte hätten an der Stelle lieber Büros und Produktionsstätten gesehen. „Das können wir aber nicht vorschreiben“, resignierte Alois Lachner (CSU). 

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Reischls Antrag wurde zum Teil genehmigt. Einem früheren Vorhaben, dort ein Bürogebäude zu errichten, hatte der Stadtrat bereits zugestimmt. Wenn stattdessen nun eine Lagerhalle gleicher Größe gebaut wird, setzt der Stadtrat dem nichts entgegen. Allerdings würde die Spedition gerne um ein Stockwerk höher bauen. Statt 12,50 Meter soll das Gebäude fast 16 Meter hoch werden – ähnlich wie die bereits stehende Halle.

CSU: Ein extremer Klotz

„Ein extremer Klotz“, rüffelte Martin Schechner (CSU). Platzer erinnerte daran, dass „wir alle schon für die erste Halle genug geschimpft worden waren“. Da sollte man nicht noch einmal zu hoch bauen. Dem setzte Philipp Goldner von den Grünen entgegen, dass gerade in Gewerbegebieten in die Höhe gebaut werden müsse, um möglichst wenig Fläche zu versiegeln. Er schlug vor, von Reischl ein Modell anzufordern. Wenn die Spedition an ihrer 16-Meter-Halle festhalten will, wird sie dieses in einer der nächsten Sitzungen liefern. Bis dahin ist die Entscheidung vertagt.

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Uta Künkler

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