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Pfusch am Bau: Tierheim Ebersberg braucht nach knapp sechs Jahren schon ein neues Dach

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Von: Josef Ametsbichler

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 Das Tierheim im Ebersberger Gewerbegebiet ist zurzeit mit einem Baugerüst verhüllt.
Sanierung nach Wasserschaden: Das Tierheim im Ebersberger Gewerbegebiet braucht weniger als sechs Jahre nach der Eröffnung schon ein neues Dach. © Stefan Roßmann

Das Tierheim in Ebersberg ist keine sechs Jahre alt, aber schon marode: Das Dach muss nach einem schweren Wasserschaden komplett ausgetauscht werden. Der Tierschutzverein ärgert sich - doch einen Lichtblick gibt es.

Ebersberg – Seit vier Wochen rattern in der Ebersberger Tierauffangstation die Bautrockner, das Gebäude im Gewerbegebiet Nord ist von einem Gerüst umhüllt. Es ist eine Großsanierung keine sechs Jahre nach dem Neubau, zu der sich der Tierschutzverein nach Auskunft von Vorstand Evelyn Bauer gezwungen sieht: Das komplette Dach samt Unterbau musste ab- und neu aufgebaut werden. Der Grund: Pfusch am Bau.

Tierauffangstation Ebersberg: Gutachter attestiert Totalschaden am Dach

Los ging die Malaise laut der Tierheim-Chefin vergangenen Herbst. Da tropfte es in die Räume im ersten Stock. „Die Dachfirma hat uns vertröstet und von ,Schwitzwasser’ gesprochen“, so Bauer. Richtig hereingeregnet habe es dann im Februar, samt Pfützen auf dem Boden und feuchter Wände. Ein Gutachter habe das Dach untersucht, mit dem Urteil: Das muss runter. „Reparieren konnte man es nicht“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Wo normalerweise Katzen schnurren, brummt nun der Bautrockner

Unter anderem habe eine Lüftungsebene im Dachaufbau gefehlt und die Neigung sei zu gering ausgelegt gewesen. Das neue Dach sei etwas steiler. In dieser Woche soll es fertig werden. Nach dem Winter müsse der erste Stock gemalert und geweißelt werden. „Wir haben innen erhebliche Schäden“, sagt Bauer. Daraus folge, dass drei Katzen-Räume derzeit von den Bautrocknern belegt sind, für die Heimtiere werde es deshalb enger – sie müssten im Erdgeschoss untergebracht werden.

Immerhin: Die Rechnung bleibt dem Tierschutzverein erspart

Immerhin: Von den Renovierungskosten, rund 100.000 Euro, bleibt der Verein verschont – und damit auch Spender und Steuerzahler, die die Arbeit per kommunaler Zweckvereinbarungspauschale unterstützen. Drei Monate habe der Tierschutzvereins mithilfe eines Anwalts gekämpft – nun übernehme die Versicherung der Dachfirma die Kosten für das neue Dach. Und weil es während der Bauarbeiten im August erneut einen Wassereinbruch gegeben habe, komme die Versicherung der neuen Dachdeckerfirma für die fällige Innensanierung auf. „Der Dreck und die Umstände sind schlimm genug“, sagt Vereinschefin Bauer. „Aber die Kosten hätten wir nicht stemmen können. Das wäre tödlich gewesen.“

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins war der Dach-Notfall in der Tierauffangstation kein Thema. Sie habe die Versammlung coronabedingt kurz halten wollen und es sei dort ums Berichtsjahr 2019 gegangen, sagt die Vorsitzende.

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