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Gartenarbeit mit der Gießkanne.

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Schlupfwespen statt Chemie

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Alles schaut auf die Bienen: Seit dem Volksbegehren ist die „Arbeit“ dieser Insekten und ihre Bedeutung in aller Munde. Dabei gibt es viele andere Helfer.

Landkreis – Gemeint sind dabei die vielen kleinen Mitarbeiter, die am Ende dafür sorgen, dass Tomaten, Gurken und Gelberüben, aber auch Glockenblumen und der Ginster als Schmetterlingsblütler überhaupt wachsen können. Das war Anlass für den Bayerischen Gärtnerverband, die Nützlinge einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die kleinsten unter den Lebewesen sind so winzig, dass man zu deren Beobachtung ein leistungsstarkes Mikroskop benötigen würde. „Das sind Millionen von Lebewesen in einer Handvoll Erde“, weiß Johann Taschner von der Unteren Naturschutzbehörde. Er habe aber Probleme mit einer derartigen Einteilung. „Die Natur ordnet sich nach anderen Gesichtspunkten. Der Mensch teilt ein in Nützlinge und Schädlinge“, wendet er ein, um freilich einzuräumen: „Nützlinge sind Insekten, die alle ihre wichtige Rolle spielen und sei es nur, die Vögel zu füttern.“

Regenwurm ist der Nützling schlechthin

Prominentester Vertreter der Nützlinge ist wohl der Regenwurm. „Der ist essenziell dafür, dass neuer Boden entsteht, durch seine Verdauungsvorgänge“. weiß Tina Feuerbacher vom Landschaftspflegeverband. Spontan fallen ihr zu diesem Thema noch „Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen“ ein. „Die Schlupfwespen sind ziemlich fies“, sagt Feuerbacher. Die würden ihre Eier in viele andere Schädlingsarten legen und halten deren Populationen auf natürliche Weise so in Grenzen. Im Freiland erreichen sie damit einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent – aber nur bei Massenaufkommen. Die Larven der Florfliegen fressen während ihres Larvenstadiums hunderte Blattläuse, weshalb sie auch „Blattlauslöwen“ genannt werden.

Geringen Schädlingsbefall tolerieren

„Tolerieren Sie geringen Schädlingsbefall. Wer z.B. einige Blattläuse am Leben lässt, fördert den Marienkäfer und schützt somit gleichzeitig den eigenen Garten vor einer größeren Blattlausplage. Denn Marienkäfer und ihre Larven ernähren sich von Blattläusen“, informiert die Untere Naturschutzbehörde. Einen Tipp für Gärtner gibt’s da auch: „Hängen Sie strohgefüllte Blumentöpfe, die an einen Ast angelehnt sind, umgekehrt auf. Blattlausfressende Ohrwürmer finden hier einen Unterschlupf.“ Jedes Lebewesen habe für sich ein Existenzrecht, sagt Taschner. Blattläuse würden unter einem Mikroskop betrachtet „recht putzig“ aussehen. „Die können einem fast leidtun, wenn sie der Marienkäfer verspeist, obwohl die Gärtner darüber glücklich sind.“

Der Kreislauf schließt sich

Im Kreis Ebersberg gibt es nicht wenige, die in einem kleinen Gewächshaus ihre Gemüsepflanzen ansäen, um sie dann später im Freien zu pikieren, also die Pflanzen einzeln zu verteilen. Aber auch hier habe der Pflanzenschutz mit Nützlingen viele Vorteile, informiert der Gärtnerei-Verband und benennt sie auch:

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„Vermeidung von chemischen Pflanzenschutz und natürliches Gleichgewicht auch im Gewächshaus.“ Das komme bei den professionellen Betrieben dem Schutz der Mitarbeiter zugute, und da sind die Menschen gemeint. „Das Ergebnis sind Pflanzen, die dann im Freiland gerne von Bienen, Schmetterlingen und anderen nützlichen Insekten besucht werden“, womit sich der Kreislauf wieder geschlossen hätte.

Überwintern in der Mulchschicht

Auf Staudenbeeten sollte vom Vegetationsende bis zum Beginn des Austriebs im Frühjahr eine Mulch/Streuschicht verbleiben, da hier viele Tiere überwintern, informiert die Naturschutzbehörde. Das helfe den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden. Ein willkommener Unterschlupf für Gartennützlinge sind auch Insektenhotels, die es z.B. im Betreuungszentrum in Steinhöring zu kaufen gibt, wo sie in der Werkstatt hergestellt werden.

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