+
„Für Senioren ist Ebersberg lebenswert. Aber es lässt sich immer noch was draufpacken“, sagt Thomas John vom Seniorenbeirat.

Scheidendes Gremium zieht Bilanz

Ebersberger Seniorenbeirat: „Wir machen keine  Kaffeefahrten“

Ende April endet nicht nur die Amtszeit von Bürgermeister Walter Brilmayer. Auch der erste Seniorenbeirat, den die Kreisstadt jemals hatte, hört auf. Eine Bilanz.

Ebersberg– „Wir machen keine Kaffeefahrten oder Tanztee. Dafür gibt es andere. Unser Credo ist es, ein Wegweiser zu sein. Wir zeigen also den Weg und laufen nicht hinterher.“ Das sagt Thomas John, Vorsitzender des scheidenden Seniorenbeirats Ebersberg. Gerne seien er und seine Mitstreiter dabei für Politiker und andere Verantwortliche unbequem. „Das ist unsere Aufgabe als unabhängiges, demokratisch gewähltes Gremium“, sagt John.

Beratung für Rentner

Sieben engagierte Personen im Alter über 60 Jahre vertreten seit 2013 die ältere Generation. Mittlerweile ist die Gruppe etwas geschrumpft, manche sind aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. Sie beraten Rentner bei individuellen Problemen, kämpfen für Verbesserungen wie mehr Sitzbänke, öffentliche Toiletten oder barrierefreie Gehwege und sorgen dafür, dass die Bedürfnisse der Älteren in öffentlichen Diskussionen wie der allgemeinen Verkehrsplanung nicht übersehen werden.

Schließlich seien derzeit knapp 28 Prozent der Ebersberger älter als 60 Jahre, wie John vorrechnet. In ein paar Jahren, wenn die Babyboomer in Rente gehen, erwartet er noch einen weiteren Anstieg auf rund 33 Prozent. „Das ist ein Drittel aller Menschen in Ebersberg, für die muss man was tun“, meint John.

Seniorenampeln als Erfolgsgeschichte

Und die Aktiven vom Beirat haben so einiges getan in den vergangenen sechs Jahren. Allen Projekten voran sind die Seniorenampeln zu nennen. Mit den Ampeln an Marienplatz und Eberhardstraße, deren Grünphase mittels Chip von Gehbeeinträchtigten verlängert werden kann, ist die Kreisstadt zum Vorreiter für Kommunen in ganz Deutschland geworden. „Von Reichenhall bis Kiel haben viele unser System als Blaupause genommen“, erzählt John stolz. Ein entsprechender Chip ist problemlos im Rathaus erhältlich.

Auch sonst haben John und seine Kollegen Einiges mit auf den Weg gebracht wie beispielsweise die Mitfahrerbänke, eine hellere Marienplatzbeleuchtung, das Schachspiel im Klosterhof sowie eine umfangreiche Infoseite im Internet oder beliebte Veranstaltungen wie die Seniorenoper. Und John, der auch Mitglied in der Landesseniorenvereinigung ist, ist nie müde geworden, den Finger für Probleme seiner Generation zu heben.

Rathaus hat unterstützt

Für die Senioren stark gemacht (v.l.): Judith Scharnagl, Karin Scharl, Edward Sofeso und Thomas John. Foto: Künkler

Trotz aller Unbequemheit habe man sie im Rathaus, allen voran Bürgermeister Brilmayer, aber stets mit vollem Einsatz unterstützt. Nur dadurch sei so Vieles möglich gewesen. „Wir haben viel abgepuffert für die Senioren“, so John. Sein Resümee: „Für Senioren ist Ebersberg lebenswert. Aber es lässt sich immer noch was draufpacken.“ Dem neuen Seniorenbeirat, der Ende Mai gewählt wird, hat der Wahlebersberger schon „einiges auf die To-Do-Liste“ geschrieben, wie er sagt. So müsse sich dringend am Fußgängerüberweg vor dem E-EinZ-Parkplatz etwas verbessern. „Es muss dringend ein Zebrastreifen oder eine Ampel her.“ Außerdem schweben ihm eine Kneipp-Anlage an Klostersee oder Waldmuseum sowie Internet-Arbeitsplätze mit Hilfestellung etwa in Bücherei oder Bürgerbüro vor. Er hätte gerne „noch mindestens zehn weitere Sitzbänke im Stadtgebiet“ und einen Bewegungspark für Senioren, ähnlich einem Kinderspielplatz.

Lesen Sie auch:Zertifizierte Krebs-Früherkennung an der Kreisklinik

 Er selbst will sich in jedem Fall weiter für die Generation 60plus engagieren, verspricht der 70-Jährige. Entweder als Stadtrat – er hat sich für die CSU aufstellen lassen – oder doch noch weiter im Seniorenbeirat. Und John hofft auf frischen Wind durch neue ehrenamtliche Beiräte, die wirklich etwas anpacken wollen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich für die nächste Amtsperiode aufstellen zu lassen, dürfe sich gerne melden: Tel. (0 80 92) 23 20 640, info@seniorenbeirat-ebersberg.de.

Uta Künkler

Auch interessant: Klimawandel: Das will die Jugend von der Politik im Landkreis

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Windräder: CSU will „Segen der Bürger“
Vor einer Entscheidung des Kreistags zu den geplanten und umstrittenen fünf Windrädern im Forst will die Kreis-CSU einen Bürgerentscheid zu diesem Thema.
Windräder: CSU will „Segen der Bürger“
Grippewelle erreicht den Landkreis Ebersberg
Die Fälle an Influenza, also der echten Grippe, im Landkreis nehmen zu. Das teilte der Leiter des Gesundheitsamtes Ebersberg, Hermann Büchner, mit.
Grippewelle erreicht den Landkreis Ebersberg
Wie im Krimi: Mann fährt Rollerfahrer tot - bis heute fehlt vom ihm jede Spur
Im August wurde ein 35-jähriger Rollerfahrer in Anzing totgefahren. Der beteiligte Autofahrer flüchtete. Bis jetzt wurde er nicht gefunden. 
Wie im Krimi: Mann fährt Rollerfahrer tot - bis heute fehlt vom ihm jede Spur
Lkw-Fahrer verliert die Kontrolle und kollidiert mit Auto: Frau stirbt vor den Augen ihrer Tochter
Tödlicher Unfall bei Bruck: Eine Frau (60) starb nach einer Kollision mit einem Lkw. Mit im Auto saß ihre Tochter (28). Sie wurde schwer verletzt. Die Straße ist …
Lkw-Fahrer verliert die Kontrolle und kollidiert mit Auto: Frau stirbt vor den Augen ihrer Tochter

Kommentare